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Mehr Geld für Opfer rechtsextremer Gewalt: NRW stockt um über 3 Mio. Euro auf

Das Land stockt seine finanziellen Hilfen für Opfer rechtsextremer Gewalt auf – um mehr als 3 Mio. Euro im Haushaltsjahr 2016.

Wie die NRW-Regierung gestern mitteilte, bekommen die Beratungsstellen teils deutlich mehr Geld: Mehr als doppelt so viel wie zuvor gibt es z. B. für die mobile Beratung in Schwerte, deren bisheriger Zuschuss von 40.000 Euro auf 90.000 Euro pro Jahr aufgestockt wird. Die Beratungsstelle ist für den Regierungsbezirk Arnsberg zuständig. Für die Opferberatung „BackUp“ in Dortmund steuert das Land künftig 285.000 Euro zu – bisher waren es 250.000 Euro.

Die Zuschüsse werden im Rahmen eines Handlungskonzeptes gegen Rechtsextremismus verteilt. Es umfasst 166 präventive Maßnahmen, darunter Projekte, Kooperationen, Förderungen. Das Spektrum, so Ministerin Christina Kampmann, sei vielfältig: So wird u.a. die präventive Arbeit der Fußballfanprojekte gegen Rechtsextremismus und Rassismus durch Fortbildungen verstärkt. Aber auch Antirassismus-Trainings in der Kinder- und Jugendarbeit sollen gezielt gefördert und die mobilen Beratungsteams und Opferberatungen finanziell besser ausgestattet werden.

 „Gegenwärtig erleben wir mit der Zuwanderung von geflüchteten Menschen eine einzigartige Solidarität, aber auch ein Erstarken rechtsextremer Propaganda sowie rassistisch motivierte Straftaten. Unser entschiedenes Engagement für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft, gegen Rechtsextremismus und  Rassismus ist wichtiger denn je“, so die Ministerin.

Das Handlungskonzept hat unter anderem diese Schwerpunkte gesetzt:

  • Das präventive Handeln vor Ort unterstützen: 2016 stellt das Land zusätzlich zwei Millionen Euro zur Verfügung, um die Kommunen in ihrem Engagement zu unterstützen.
  • Opferberatung und Perspektive der Betroffenen stärken:
    Opfer rechtsextremer Gewalt, deren Angehörige und Zeugen benötigen Unterstützung. Um dem Bedarf der beiden Opferberatungsstellen in Dortmund und Düsseldorf Rechnung zu tragen, erhöht die Landesregierung die jährliche Förderung um 70.000 Euro.
  • Die Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus dauerhaft unterstützen: Die Landeskoordinierungsstelle wird ab 2016 mit vier Personalstellen ausgestattet.
  • Beratungs- und Unterstützungsangebote ausbauen:
    Initiativen vor Ort brauchen gezielte Unterstützung. Mit dem Haushalt 2016 fördert das Land die fünf mobilen Beratungsstellen mit zusätzlich 250.000 Euro. Seit 2013 erhalten sie über die bestehende Bundesförderung hinaus Landesmittel in Höhe von 200.000 Euro.
  •  Den Dialog zwischen Staat und Zivilgesellschaft weiterentwickeln: Das „Landesnetzwerk gegen Rechtsextremismus“ bietet eine Plattform für den Dialog zwischen Staat und Bürgern, der weiterentwickelt werden soll.
  •  Verwaltungen und Organisationen sensibilisieren: Professionelle und ehrenamtliche Akteure sollen für den Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus besser qualifiziert werden.
  • Informations- und Erfahrungsaustausch stärken:
    Zum Austausch von Informationen und Praxiserfahrungen hatte die Landesregierung bereits 2014 eine eigene Plattform (www.nrweltoffen.de) geschaffen. Dieses Informationsangebot soll weiter ausgebaut werden.

 

Kommentare (9)

  • Andy Fischer via Facebook

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    Für einen Fiktiven Krieg ist Geld da,aber was ist mit dem Kampf gegen die ach so süsse Antifa?

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Klar, daß wir alle gegen jede Form von Extremismus sind. Der Bürger zahlt ja in jedem Falle drauf.

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  • Greta Berger via Facebook

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    Hmmmm … wie hoch waren doch gleich noch mal lt. Polizeistatistik 2015 die Opferzahl auf Basis rechtsextremer Gewalt in NRW?Lag nicht die Zahl der Opfer von „zugewanderter Gewalt“ um das 100- bis 1000fache hoeher? Gibts auch fuer diese Opfer jetzt einen Hilfefonds?
    Die Aufschrift auf der Yellowcard ist so einseitig. Richtig und mal ein vorzeigbares Statement vom Runden Tisch waere eher: Kreis Unna hat keinen Platz fuer Rechts- und Linksextremismus!
    Gewalt ist ein No go, ob von rechts oder links!!!

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    • fürst

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      Greta Berger, den mir verhaßten sogenannten „Runden Tisch“ in Unna zähle ich zu den Linksextremisten. Wohl auch deswegen mangelt es an dem auch von mir unterstützten Aufruf „Kreis Unna hat keinen Platz fuer Rechts- und Linksextremismus!“

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  • Marc Weber via Facebook

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    Ja genau dafür brauchen wir in der heutigen Zeit mehr Geld ?

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  • Hans-Otto Dinse

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    Ob wir wohl aus diesem Topf auch Entschädigung für unseren zerstochenen Reifen bekommen können. Es passierte am Rande unserer Demo und war offensichtlich politisch motiviert. Unser Name und Autokennzeichen wurde damals auf „Indymedia.org.linksunten“ veröffentlicht, und zum Kampf gegen uns aufgerufen. Ganz im Sinne von „Rüpel Ralle “ Stegner. Der Staatsschutz hat inzwischen die Ermittlungen eingestellt, da die Täter nicht ermittelt werden konnten. Vielleicht kann mir ja der „RU“ weiterhelfen, wo ich diese Mittel beantragen könnte.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Damit ist der RU spontan leider auch überfragt, Hans-Otto Dinse. Wenden Sie sich doch am besten mal an die Opferschutzbeaufragten der Kreispoizeibehörde Unna, zuständig ja auch für Schwerte. Die Antwort würde uns auch interessieren. VG.

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  • Markus Antonius

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    Die Antifa versteht nur eine Sprache. Die Freikorpskämpfer beherrschten sie!

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Mal ehrlich, dieser ganze „Antirassismus“ und „Antinazi“ oder „Gegen „Hetze“-Scheissdreck nervt so langsam…schade ums Geld!

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