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Mehr als nur Fahrrad-Parkhäuser: GRÜNE Landtagsfraktion besucht Radstationen

Inspiriert vom niederländischen Vorbild ging mit der ersten Grünen Regierungsbeteiligung 1995 in NRW ein Programm zur Errichtung von 100 Fahrradstationen an den Start, in Kooperation mit dem ADFC und der „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden“ (AGFS). Mittlerweile gibt es zwischen Aachen und Minden 72 Fahrradstationen – das sind etwa zwei Drittel aller Fahrradstationen in Deutschland. Die größte Radstation steht am Hauptbahnhof in Münster mit 3.300 Stellplätzen.

Mit dem Förderprogramm übernimmt das Land den größeren Teil der Planungs- und Baukosten neuer Fahrradstationen. Alle Stationen erfüllen  mindestens drei Grundfunktionen: Radfahrerinnen und -fahrer können ihre Räder hier gegen eine Gebühr bewacht parken, aber auch reparieren lassen. Zudem werden auch Räder verliehen. Zusätzlich können die Radstationen weitere Dienstleistungen anbieten, wie zum Beispiel den Verkauf von Fahrrädern, Ersatzteilen und Zubehör oder auch professionelle Reinigung. Sie können aber auch touristische Informationen geben. Dazu passt, dass die die Stationen häufig an Bahnhöfen eingerichtet sind.

goldmann bei der radstation unna

Im Bild von links: Lars Rehbein (Leiter RS Unna), Uwe Schmidt (ADFC Unna), Michael Ott (Dezernent Stadt Unna), Stefan Rose (Betriebsleiter Radstationen der DasDies Service gGmbH), MdL Herbert Goldmann, Werner Wülfing (ADFC Kreis Unna), im Vordergrund rechts ein E-Bike aus der großen Mietradflotte der Radstationen.

 

Um auf die vielfältigen Angebote der 72 Radstationen und ihre wichtige Funktion im Fahrradland NRW aufmerksam zu machen, besuchten die 29 Abgeordneten der GRÜNEN Landtagsfraktion am Dienstag (15. September) Radstationen in ihren Wahlkreisen. Herbert Goldmann war daher am 15. September 2015 um 14 Uhr in der Radstation am Bahnhof Unna zu Gast.
„Die Mobilität der Zukunft zeichnet sich durch eine intelligente Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel aus. Das Fahrrad als schneller, flexibler und ökologischer Verkehrsträger wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Dies gilt für Metropolen genauso wie für Mittel- und Kleinstädte“, berichtet Herbert Goldmann MdL.

Die Landtagsfraktion will daher auch die Mobilitäts-Schnittstellen stärken. „Fahrradstationen erfüllen hier eine wesentliche Funktion. Sie sind oft viel mehr als nur Fahrrad-Parkhäuser. Ob Reparatur, Verleih, Mobilitätsberatung, Ticketverkauf und Berufsqualifizierung – Radstationen erleichtern auf vielfältige Art den Umstieg. Sie sind deshalb einer der wichtigsten Stützpfeiler des Fahrrad-Bundeslandes Nummer 1 – Nordrhein-Westfalen.“
Im Gespräch mit dem Betriebsleiter Radprojekte bei DasDies Service GmbH Herrn Rose (zuständig für 7 Radstationen im Kreis Unna) wurde deutlich, dass der Kreis Unna im Bereich der Radstationen bundesweit führend ist. Besonders die Radstation am Bahnhof Unna hat eine große Anzahl an Stellplätzen (320), die durch Dauerparker zur Hälfte belegt sind.

Der Radstationsleiter in Unna Herr Rehbein hat dargestellt, dass der Service auch hier in der Station in Unna weit über die des Abstellens von Fahrrädern hinausgeht. Neben den Leihrädern, Informationsdienst und dem Reparaturservice ist man besonders stolz auf die neu eingeführten Prepaid-Chips. Diese kann man aufladen und so in den Genuss kommen auch ohne Dauerabo sein Fahrrad 24 Stunden am Tag durch das Chipschließsystem abzustellen oder abzuholen.

radstation unna

Lars Rehbein, der Leiter der Radstation Unna, informiert MdL Goldmann und die ADFC-Vertreter in der Werkstatt der Radstationen über das Serviceangebot.
An dem Austausch war auch der ADFC Kreis Unna beteiligt, der vertreten durch Herrn Wülfing und Herrn Schmidt rege an der Diskussion teilnahmen. Besonders die Nutzung und die Kosten für die Kunden waren hierbei von großem Interesse. Im Gespräch mit dem Dezernenten der Stadt Unna, Herrn Ott wurde noch eine Besonderheit dieser Radstation deutlich. Es gibt eine Kooperation mit dem gegenüberliegenden Hotel Katharinen Hof, bei der Hotelgäste das Angebot des Radverleihs in der Radstation am Bahnhof in Anspruch nehmen können.

Insgesamt besteht Einigkeit, dass die Radstationen im Kreis Unna eine wichtige und stabile Rolle für die Gestaltung der Mobilität der Zukunft einnehmen.

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