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Lokalpolitiker sind gebildeter und reicher als (Durchschnitts-)Wähler

Eine provokante These – durch eine universitäre Erhebung freilich „wissenschaftlich belegt“: Kommunalpolitiker in NRW haben einen höheren Bildungsstand (gemessen am Schulabschluss) sowie ein höheres Einkommen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Damit sind sie in Einkommen und Bildung auch dem Durchschnitt ihrer Wähler überlegen. Diese Kernaussage einer Studie der Universität Duisburg-Essen offenbart eine soziale Kluft zwischen Ratspolitikern und ihren Wählern.

Ob das Ergebnis der Studie unbedingt repräsentativ ist, kann dabei strittig gesehen werden. Die Politikwissenschaftler der Uni, die die Erhebung durchgeführt haben, befragten 165 Mitglieder in Stadt- und Gemeinderäten, vorwiegend im westlichen Ruhrgebiet. Die grundlegenden Feststellungen lauten: Die meisten Lokalpolitiker haben Abi, einen Beruf mit gutem bis höherem Einkommen und verdienen damit deutlich mehr Geld als „Otto Normalverbraucher“.

Die Wissenschaftler beugen in ihrem Fazit freilich selbst vor: Die Ergebnisse müssten nicht zwangsläufig bedeuten, dass Kommunalpolitiker ihre Wähler aufgrund des sozialen Gefälles nicht angemessen vertreten könnten.

Kommentare (13)

  • Mike

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    Der normale Bürger hat im Regefall keine Zeit weder noch so glänzende Möglichkeiten wie Beamte es haben arbeiten zu können um noch Zeit für politische Arbeit über haben zu können.
    Wenn man sieht wieviele Beamte in der Politik sind, wird klar, dass der Job des Beamten eben sehr viel Freiraum lässt den es in der freien Wirtschaft nicht gibt und warum Politiker dem Bürger so oft komisch erscheinen klärt es auch, die Beamten hätten es oftmals in der freien Wirtschaft mit ihrem Verhalten nie so weit gebracht 😉

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Das liest sich so, alles würden Beamte im Verhältnis deutlich weniger arbeiten, als der normale Angestellte. Das ist Unsinn. Die Landesbeamten haben eine 41 Stunden Woche und sind zum Teil im Schichtdienst tätig. Auch da muss man sich, wie alle anderen auch, die Zeit neben Dienst und Familie zusätzlich nehmen. Einzig die Möglichkeit der Freistellung, eröffnet da besseres Zeitmanagement, meines Wissens nach stünde das aber auch ansonsten jedem Arbeitnehmer zu. Zumindest darf ihm/ihr aus der politischen Tätigkeit kein beruflicher Nachteil erwachsen. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Wir sprechen aber hier nur über die Konstellation, dass man auch ein Mandat inne hat, z.b. Ratsmitglieder.

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  • Sven Arnt via Facebook

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    Wichtig ist ja tatsächlich der letzte, in Rot eingefärbte, Hinweis?. Ich finde das Ergebnis der Studie nicht sehr überraschend.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Eine Ausbildung wie z. B. Abi, sagt ja noch nichts aus über die wirkliche Intelligenz der Politiker. Es gibt ja eine ganze Menge von politischen Beschlüssen aus denen ersichtlich ist, daß da nicht genügend Nachgedacht wurde, wie es sich in der zukünftigen Praxis verhält. Reich werden kann man auch, wenn man genug in die eigene Tasche wirtschaftet. Das Ergebnis solcher Studien ist immer Relativ.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      … darum haben wir dem Bildungsstand auch bewusst in Klammern hinzugefügt: „nach Schulabschluss“, Helmut. 😉

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Ha ha ha. Meistens kommt es darauf an, was man von zu Hause mitbekommt. Da schafft Kindern aus den sogenannten gehobenen Kreisen vonAnfang an einen Vorteil. Ein Kind aus sozial schwachen Kreisen muß viel härter kämpfen, wenn es etwas erreichen will. Es heißt aber nicht, daß das Kind weniger Intelligent ist.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Zum Faktor Zeit, den Mike anspricht: Von Beamtenfreistellungen abgeshen kann oft auch schon die UhrZEIT zum Problem für „Normalberufstätige“ werden – wenn wie in Unna eine Ausschuss- oder Ratssitzung um 17 Uhr beginnt und vorher noch Fraktionssitzung ist, wird es schnell eng.

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  • Dagobert

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    Wenn sich jemand qualifiziert und weitergebildet hat, sei ihm ein besserer Verdienst ja auch durchaus gegönnt. Viel schlimmer finde ich, wenn Politiker keinerlei höhere Qualifikation haben(Volker Beck, Claudia Roth, Katrin Göring-Eckhardt….) und trotzdem denken, sie müssten über das Schicksal anderer Menschen entscheiden. Ärzte und Rechtsanwälte zum Beispiel benötigen viele Jahre Ausbildung, mehrere Prüfungen und unzählige Qualifikationsnachweise, bevor sie einzelne Menschen beraten dürfen. Ein Politiker muss (manchmal) nur möglichst laut fordern können, ohne wirklich Ahnung zu haben.

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  • Sven Arnt via Facebook

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    Und wenn zu guter Bildung und einem weiten Horizont, der auch über parteiliche Grenzen hinweg reicht, noch Anstand dazu kommt, dann kann man mit einem Politiker auch was anfangen, manchmal auch ganz unabhängig vom Parteibuch. Es ist aber für viele tatsächlich schwer, Beruf und Politik überhaupt unter einen Hut zu bekommen. Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst haben fraglos den Vorteil, dass sich die Dienstherrn an die Vorgaben halten, die Personen für politische Ämter frei zu stellen. Das ist für andere Beschäftigte oder gar Selbstständige oftmals nicht realisierbar. Sehr schade, weil so sicher auch sehr fähige Köpfe in der Politik Fuß fassen könnten. Die Lösung könnte letztlich auch darin liegen, sowas finanziell zu vergüten. Grade in der Kommunalpolitik wird ja auch viel geleistet und ist für die Bürger auch unmittelbar spürbar.

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  • Max Dennert via Facebook

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    ohne “ Berater“ im Hintergrund sind das Nulpen °°

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  • Wierumer

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    Tolle Studie, aber was soll sie aussagen. Entscheidend im Leben sind nicht die Schulbildung sondern die Charaktere der handelnden Personen. Studien unterscheiden da im Grobraster zwischen rational (analysierend und nachdenkend) und irrationale (Bauchgefühl) Personen. Andererseits zwischen emotionalen (impulsiv, schnell entscheidend und aufbrausend) und emotionslos (geht mir am Arsch ab) Agierenden. Macher / Manager finden wir demzufolge eher im rationalen und emotionalen Bereich. Leute mit einem „Sicherheitsgefühl, nur nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“ also emotionslos und andererseits einem „nach mir die Sintflut“ irrationalen Verhalten. Demzufolge kann ich verstehen dass Macher nicht in die Politik gehen können und somit erübrigt sich die Frage wen wir in der Politik derzeit finden

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  • Andy Fischer via Facebook

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    ??????

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