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Lindenplatz soll Michael-Hoffmann-Platz werden: Antrag zum einjährigen Todestag neu eingebracht

Ein Platz zu Ehren von Michael Hoffmann. Zum einjährigen Todestag des enorm populären und hochverdienten Lokalpolitikers und SPD-Fraktionsvorsitzenden am gestrigen Donnerstag, 29. 10., unternimmt Piraten-Ratsherr Chrstoph Tetzner gemeinsam mit den damaligen Antragstellern einen erneuten Vorstoß: Ein Platzes für ein dauerhaftes Gedenken für Michael Hoffmann. Ein Michael-Hoffmann-Platz. Idealerweise an der Lindenbrauerei und am ZiB, denn Hoffmann war (neben vielem anderen) Unnas Kulturmotor.

Im Frühjahr war der Antrag zurückgestellt worden, für den die Unnaerin Gabriele Köhnemann  über 200 Unterschriften in der Bürgerschaft gesammelt hatte.

Christoph Tetzner schreibt in seinem Antrag an den Bürgermeister:

„Sehr geehrter Herr Kolter, im Haupt- und Finanzausschuss am 19. Märzwurde o.g. Vorlage beraten und zurück gestellt…. alle Fraktionen machen deutlich, dass die Ehrung und der Respekt Michael Hoffmanns außer Frage stehe, der Zeitpunkt jedoch nicht der richtige sei… dass es Wunsch der Fraktionen sei, über die Umbenennung des Lindenplatzes weiter zu diskutieren – über einen geeigneten Zeitpunkt und möglicherweise auch über einen anderen Ort. Nach Rücksprache mit den Angehörigen und der Antragstellerin wurde der einjährige Todestag von Michael Hoffmann als geeignet angesehen, den Antrag erneut einzubringen. Auch das (von der CDU damals erwähnte) Trauerjahr ist somit vorbei. Wir würden weiterhin die Priorisierung des Lindenplatzes vorschlagen.“

 

ZIB

Der Platz zwischen ZiB und Lindenbrauerei, derzeit Lindenplatz, soll in Michael-Hoffmann-Platz umbenannt werden. Diesen Antrag, für den die Unnaerin Gabriele Köhnemann im Frühjahr mehrere 100 Unterstützungsunterschriften sammelte, soll die Politik jetzt nach Ablauf des Trauerjahrs neu beraten, bittet Piraten-Ratsherr Christoph Tetzner.

Für ihren Antrag hatte Gabriele Köhnemann über 230 Unterschriften gesammelt, überparteilich und politisch unabhängig.

Hier unser Bericht vom damaligen Ausschussabend (19. März 2015):

„Ich habe natürlich nach dem Einreichen des Antrags die öffentliche Diskussion sehr aufmerksam verfolgt“, unterstreicht Köhnemann; daher ist es ihr wichtig, mit einigen Missverständnissen aufzuräumen.

Punkt 1: Dies ist ein überparteilicher Antrag. Sie gehöret selbst  auch keiner Partei an. Punkt 2: Selbstverständlich ist das Anliegen mit Michael Hoffmanns Familie abgesprochen.

Punkt 3: der Zeitpunkt. „In Ihren Augen vielleicht etwas früh. Unsere Idee war aber keineswegs eine Umbenennung jetzt sofort oder in drei Wochen. Nein, zum ersten Todestag oder zum nachfolgenden Geburtstag. Wir möchten den Antrag zum jetzigen Zeitpunkt einfach in die Diskussion geben.“

Punkt 4: der Standort. „Er ist uns ganz wichtig“, betont Köhnemann. „Michael hat sich maßgeblich besonders für den Kulturbereich eingesetzt. E hat in seiner Stadt und für seine Stadt gelebt. Ihm irgendwo in einem Neubaugebiet eine Straße zu geben würde ihm nicht gerecht.“ Punkt 5: die Kosten. Entstehen praktisch nicht, da es nur einen einzigen Anlieger mit Adresse „Lindenplatz“ gibt: das ZiB.

Bürgermeister Werner Kolter bringt mit Fingerspitzengefühl seinen Respekt zum Ausdruck: „Der Antrag drückt noch einmal sehr emotional aus, welchen Verlust uns Michaels Tod bereitet hat. Die Ausmaße dieses Verlustes werden wir alle erst noch im Laufe dieses Jahres spüren.“ Dann die Fraktionen: Michael Hoffmanns SPD beginnt.

Michael Hoffmann Platz Familie Köhnemann

Die Antragstellerin Gabriele Köhnemann (li., mit ihrer Familie und Freunden) nahm in der Hauptausschusssitzung am 19. März selbst zu ihrem Antrag Stellung.


SPD (Volker König): Michael, Schwimmer und Sportler

Weit ausholend und mit vielen hmhs versehen bezeugt Hoffmanns Nachfolger im Fraktionsvorsitz dem Verstorbenen seinen Respekt. Er habe „gerade erfahren, dass man eine gewisse Zeit verstreichen lässt“ (Gabriele Köhnemann hat freilich zuvor mit König gesprochen und dabei auch genau dies gesagt), die zeitliche Komponente ist somit nicht mehr das Problem. Die SPD sieht als passenden Ort eines Gedenkens aber nicht den Platz an der Lindenbrauerei. „Michael war Schwimmer, Sportler. Wir sollten etwas Sportliches nach ihm benennen.“ Was das sein könnte, lässt König offen. Hoffentlich doch nicht das neue Kinderplanschbecken im Bornekampbad.

CDU (Gerd Heckmann): Auf die lange Bank

Irgendwann später mal und irgendwo anders. Die CDU hält die Beschäftigung mit einer Michael-Hoffmann-Gedenkörtlichkeit für „wesentlich verfrüht“. „Wir alle sind noch mit der Trauerarbeit beschäftigt. Irgendwann kann man weitersehen und einen geeigneten Platz oder eine Straße finden.“ Den Lindenplatz findet die CDU nämlich nicht geeignet. Zu eng sei sein Name mit der Lindenbrauerei verwoben.

B 90/Die Grünen (Charlotte Kunert): Auf die ganz lange Bank

Frage: Ist eine Platz- oder auch Straßenbenennung „für einen Fraktionsvorsitzenden angemessen“? Die Grünen-Chefin lässt die Frage offen bzw. beantwortet sie indirekt, indem sie erklärt: Nicht der jetzige Rat, in dem Michael Hoffmann noch selbst Mitglied war, sondern der in der nächsten Wahlperiode soll sich mit dem Thema beschäftigen. Sprich: Diskussion ab 2020 Folgende.

FW/FLU (Klaus Göldner): Den Herrn Linde gibt es nicht

Keine Diskussion für die Freie Wählerliste. Michael Hoffmann hat fraktionsübergreifend Großes geleistet, „und er hat es allerdings verdient, dass ein Platz nach ihm benannt wird!“ Den „Herrn Linde“ – den gibt es nicht, spaßt Göldner, also kann sich auch kein Herr Linde über die Beraubung seines Platznamens beschweren. „Der Lindenplatz würde sich geradezu anbieten, weil Michael Hoffmann besonders viel für die Kultur getan hat.“ Aber nicht jetzt;  „ein Papst wird auch erst nach vielen Jahren heilig gesprochen.“ Von daher: „Vom Grundsatz her sicher positiv. Aber bitte noch etwas Zeit.“

Piraten (Christoph Tetzner): Sankt Nimmerleinstag grüßt

„Wir fangen wieder an, einen Antrag vor uns herzuschieben“, kritisiert der Piraten-Fraktionschef. „Wenn wir anfangen, darauf zu warten, dass eine Schwimmhalle neu gebaut wird, die wir dann nach Michael Hoffmann benennen können – dann warten wir bis zum Sankt Nimmerleinstag.“

FDP (Martin Bick): Nach einer Trauerzeit – nichts steht im Weg!

„Diese Diskussion ist Michael Hoffmann nicht würdig“, moniert der smarte Liberale, der sich „lange überlegt hat, ob er überhaupt etwas sagt“. Er sagt dann dies: „Nach einer gewissen Trauerzeit steht einer Umbenennung überhaupt nichts im Weg!“

 

Kommentare (14)

  • Dennis Friederichs via Facebook

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    Ich bin dafür

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  • Herta Heinert via Facebook

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    Da ist nicht nur Unna unsicher geworden, die ländlichen Regionen sind auch sehr stark betroffen, hab am Mittwoch selber den Notruf wählen müssen, ganz abstrus, leider kann und möchte ich nichts weiter dazu schreiben.

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  • Petra Lambart via Facebook

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    Finde ich gut und er hätte es verdient

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  • Jama To via Facebook

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    Wenn zum Zeitpunkt keine andere und wichtigere Probleme in Unna gibt!!! Ich bin Meinung, die sollten wir zu erst beseitigen! Dann kann man sich mit dem Namensänderungen beschäftigen!

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Es wäre doch wunderschön gewesen, wenn jetzt, zum 1. Todestag das Namensschild enthüllt worden wäre. Die Ehre hat der Michael Hoffman sehr Sicher verdient. Politiker sind im Allgemeinen ja bekannt dafür, daß sie reden, und zwar so, daß sie immer noch eine Rückzugmöglichkeit haben. Nie eine direktes Ja oder Nein. Nach Allem was ich über Michael Hoffman erfahren habe, war er meiner Meinung nach die Ausnahme. Nämlich ein Politiker, der sich nicht durch Reden sondern durch Handeln ausgezeichnet hat.

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  • Jama To via Facebook

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    Name Änderungen bedarf auch Finanzielle Ausgaben! Und Unna steht wie bekannt nicht gerade Goldig da! Ist auch wie tausende andere Städten hoch verschuldet!
    Ich möchte die Angehörigen und Verwandten nicht beleidigen oder anderweitig nach treten! Aber in jetzigen Zeitpunkt über diese Themen zu sprechen??? Oder kennen Sie all andere Probleme der Städte nicht???

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die finanzielle Ausgabe beschränkt sich in diesem Fall auf ein Straßenschild, Jama To. Von der Adresse Lindenplatz ist nur das ZiB betroffen. Dies zur Versachlichung.

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    • Jama To via Facebook

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      Und wer finanziert das ZiB??? Wer finanziert all die Änderungen die man damit vornehmen musste???

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  • Margarethe Strathoff

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    ich sehe es ähnlich und bin schon menschlich enttäuscht, dass die eigene SPD Fraktion nicht geschlossen hinter dem Bürgerantrag steht. Michael hat einen Platz in unserer Innenstadt verdient. Ich kenne keinen Menschen, der sich 40 Jahre für unsere Stadt und deren Bürger so mit Herzen eingesetzt hat. Ich finde es ebenfalls unwürdig hierüber Jahre zu diskutieren und die Entscheidung in das Jahr 2020 schieben zu wollen. Auch entstehen keine großartigen Kosten, die unseren Haushalt belasten würden. Lediglich unser ZIP hält die Anschrift Lindenplatz. Das Schild würde ich als Freundin sogar spendieren.

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  • Martina Tsatsoulis

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    Ich wäre dafür, zumindest ein kleines Andenken ohne größeren (finanziellen oder anderen) Aufwand! Wundert mich eh das in diesem Fall von der Politik (!!!) so rum gebockt wurde… Irgendwie traurig… Kaum jemand der Michael nicht gekannt hat und für viele Bürger immer eine Stütze und auch Hilfe!

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  • Fürst

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    Lindenplatz sollte Lindenplatz bleiben!
    Wenn überhaupt, dann bitte eine Örtlichkeit in Massen nach ihm benennen.
    Ich bin dagegen, grundsätzlich gegen Personenkult.

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