Rundblick-Unna » Lautstarke Partymusik bis nach 2 Uhr früh: Ordnungsamt kontrolliert nicht von sich aus – Zur Not: Polizei

Lautstarke Partymusik bis nach 2 Uhr früh: Ordnungsamt kontrolliert nicht von sich aus – Zur Not: Polizei

Der einen Freud war der anderen Leid. Leidlich von Schlaflosigkeit geplagt wurden Anwohner einer Event-Halle im Unnaer Westen am vergangenen Wochenende, als dort eine große und laute Party stieg. Mit Live-DJ und Musik bis deutlich nach Mitternacht, die die Nachbarschaft freiwillig oder unfreiwillig mitgenoss.

Anwohner Mike B. wandte sich nach dem Wochenende eher irritiert denn ärgerlich mit der Frage an uns, ob eine solch große Musikveranstaltung denn nicht mit Auflagen belegt sei bezüglich der Dauer der Musik. „Nichts gegen Parties, aber irgendwann ab spätestens 2 Uhr muss es eben leiser sein“, findet er. „Das Stadtfest darf ja auch nicht bis 4 Uhr Bühnenprogramm machen.Wenn so eine Veranstaltung bis 1-2 Uhr nachts laut ist am Wochenende – kein Thema. Aber danach will man schlafen. Ich arbeite z. B. auch sonntags.“

Wieso er selbst oder seine Nachbarn nicht die Polizei informiert hätten? „Jeder ging davon aus: Das ist der Nachbar selber im Partykeller, der gnadenlos übertreibt.“ So biss jeder für sich im stillen Kämmerlein die Zähne zusammen, um den Frieden der Nachbarschaft nicht zu stören. „Erst am nächsten Tag wussten wir, woher es kam, da war es dann zu spät.“ Es sei wirklich sehr laut gewesen, „selbst noch am Massener Hellweg hörbar.“

Dass sich von Partylärm Geplagte selbst rühren und im Zweifel eben die Polizei anrufen müssen, ist Mike B. und seinen Nachbarn bewusst. „Wenn es demnächst wieder so laut ist vom Bass her, das man bei geschlossenem Fenster nicht schlafen kann, werden wir das auch tun. Aber wenn das Ordnungsamt eine so große und laute Abendveranstaltung genehmigt,  muss es doch auch messen und ab gewissen Uhrzeiten eben das Limit tiefer setzen“, findet Mike B.

Das Ordnungsamt sieht sich jedoch außen vor: „Bei der Genehmigung solcher Veranstaltungen wird der Antragsteller auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen nach dem Landesimmissionsschutzgesetz hingewiesen“, schrieb uns Stadtsprecherin Katja Sahmel auf Anfrage. „Für die besagte Veranstaltung lag hier im Hause kein Antrag vor.“

Unabhängig davon finden bei genehmigten Events keine regelmäßigen Lärmmessungen und –kontrollen durch das Ordnungsamt statt, macht Katja Sahmel klar. „Bei etwaigen Lärmbelästigungen in der Nacht kann ich nur empfehlen, sich bei der Polizei zu melden, die dann wiederum Kontakt mit dem Ordnungsamt aufnehmen kann. In diesem Fall sind jedoch weder bei der Polizei noch beim Ordnungsamt irgendwelche Beschwerden über Lärmbelästigung eingegangen, so dass ein Einschreiten nicht möglich war.“

Foto: Beispielbild / Archiv

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Man muß dann auch den Mut haben, sich mal bei der Polizei zu melden und wenigstens nachfragen, ob solch ein Geräuschpegel zu solch später Stunde statthaft ist. Da muß man ja nicht gleich Angst haben, irgend jemanden zu verletzen.

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  • Kastanie

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    Dass bei der Polizei keine Beschwerde eingegangen ist, ist schlichtweg für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe am 28.08. um 2h23 die 110 gewählt (im Protokoll meiner Fritzbox belegbar) und mich über den Bassterror beschwert. Kommentar von der Polizei:“Wir kümmern uns darum.“ Eine Stunde später keine Änderung.Wohne im Kastanienhof

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