Rundblick-Unna » LaSiSe bekommt ungeachtet Betrugsermittlungen eine halbe Mio. € Fördergeld

LaSiSe bekommt ungeachtet Betrugsermittlungen eine halbe Mio. € Fördergeld

Ungeachtet der jetzt fast zwei Jahre andauernden Betrugsermittlungen bekommt das Forschungszentrum für Ladungssicherheit in Selm (LaSiSe) wieder Subventionsgelder. Der WDR berichtet heute, dass die  NRW.BANK dem Projekt fast eine halbe Million Euro bewilligt hat.

Ohne diesen erneuten Zuschuss hätte das Forschungszentrum nicht fertiggestellt werden können, wird die Bank zitiert. Die Ermittlungen wegen millionenschweren Fördergeldbetrugs gehen davon unabhängig weiter.

Betrügerische Machenschaften um 4,6 Millionen Euro Fördergelder stehen gegen die Gesellschaft im Raum. Vor knapp einem Jahr, am 5. November,  ließ die Staatsanwaltschaft Dortmund die Räume des Forschungs- und Technologiezentrums durchsuchen – sowie auch das Privathaus von Geschäftsführer Damberg nebst seinen früheren Geschäftsräumen. Bei der Durchsuchung sollen Rechner beschlagnahmt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2013 wegen möglichen Subventionsbetrugs beim einstigen Vorzeige-Forschungsprojekt LaSiSe. Die 4,6 Millionen kommen teils von der Europäischen Union und teils vom Land NRW; trotz des anhaltenden Betrugsverdachts fließt das Geld bisher unverändert weiter.

Im Zusammenhang mit der LaSiSe-Affäre war auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund in die Schlagzeilen geraten: Gegen deren Chefs Udo Dolezych und Reinhard Schulz hatte der Bundesverband freier Kammern Anzeige wegen Untreue gestellt. Die IHK-Führung hatte sich in den Augen der Anzeigensteller über Gebühr für das Forschungsprojekt eingesetzt – aus persönlichen Motiven.

Die Ermittlungen wurden jedoch Ende Oktober 2014 eingestellt, da die Staatsanwaltschaft keinen hinreichenden Verdacht auf Untreue sah (Rundblick berichtete). Das Engagement der Kammer für das Ladungssicherungs-Projekt im Kreis Unna habe sich im Rahmen des für eine IHK Üblichen bewegt.

Kommentare (2)

Kommentieren