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Kurzer Ampeldefekt am Verkehrsring sorgt für Kollaps in der City

7 folgenschwere Minuten: Pünktlich zum Feierabendverkehr fiel am späten Donnerstagnachmittag mitten in Unna eine entscheidende Ampel aus: die am Verkehrsring / Obere Husemannstraße. Die Folge: Im Nullkommanichts war die gesamte westliche Innenstadt zugestopft mit kriechendem, hupenden, stehendem Blech.

Denn wer aus Richtung Innenstadt/Nordring und Katharinenhospital auf den Verkehrsring abbiegen wollte, sah sich 7 Minuten einem gelben Blinklicht gegenüber. Und 7 Minuten können ganz schön lang werden, wenn man nicht weiß, wann´s weitergeht.

Gelbes Blinklicht bedeutet: Achtung – Vorrangverkehr beachten! „Und Vorrang hatte natürlich der Verkehr auf dem Ring“, erklärte uns soeben auf Nachfrage Polizeihauptkommissar Martin Volkmer, Dienstgruppenleiter der Polizeileitstelle Unna.

Die Folge: „Die auf dem Verkehrsring freuten sich“, merkt Volkmer trocken an. Denn dort herrschte 7 Minuten grüne Welle. Herrlich freie Bahn – wann hat man das sonst schon! Jedenfalls nie im Feierabendverkehr und erst recht nicht im Advent.

Hingegen schmorten die Wartenden an der Oberen Husemannstraße teils ergeben, teils mit wachsendem Groll vor dem entnervenden gelben Blinklicht – und nicht wenige drehten kurzerhand um und suchten ihr vermeintliches Heil auf Schleichwegen zurück über den Nordring, die Gesellschaftsstraße, sogar verbotenerweise durch die Fußgängerzone auf der Massener Straße.

Doch im Feierabendverkehr auf dem Verkehrsring hätte es nach rascher Einschätzung der Polizei keinen Sinn gemacht, Verkehrspolizisten hinauseilen zu lassen und den Verkehr auf traditionelle Weise per Handzeichen zu regeln. Schon gar nicht für diese kurzen 7 Minuten. Da die Ampel haargenau vor der Polizeiwache am Nordring ausfiel, hatten die Beamten dort Logenplätze mit Blick auf den sekundenschnell anschwellenden Stau direkt vor ihrer Tür.

Soviel Stau und Stress wegen eines technischen Defekts, der nach weniger als zehn Minuten schon wieder behoben war: Um 16.18 Uhr, sagt Martin Volkmer, streikte die Ampel, um 16.25 Uhr leuchtete sie schon wieder ordentlich abwechselnd Rot, Gelb und Grün.

Nun dauerte es allerdings seine Zeit – konkret: es dauerte Stunden! -, bis die zugestopften Kanäle in der Innenstadt wieder frei waren und alles auf den Ring abgeflossen war. Noch bis nach 19 Uhr quälten sich völlig gestresste Verkehrsteilnehmer aus der drubbelig vollen Innnenstadt. Massive Kritik wurde an diesem denkwürdigen Rekordstauabend darüber laut, dass es einzigen „way out“ nur diesen einzigen Weg über den Nordring und die Obere Husemannstraße gibt: Es sei denn, man will in solchen Situationen tatsächlich kurzerhand verbotsweise gegen die Einbahnstraße zur Massener Straße durchbrechen und über die Fußgängerzone dem Chaos fliehen.

Die Ampel am einzigen Abfluss, als sie wieder intakt war, sprang – so eine weitere Kritik – gerade mal für zehn Sekunden auf Grün, um danach sofort wieder drohend Rot zu leuchten.

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(Fotos: Tetzner / Schess)

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