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Künftig leichterer Zugang zu Cannabis als Medizin

Manchmal hilft wirklich nur noch eins: Cannabis. Patienten soll jetzt der Zugang zur der lindernden „Medizin“ erleichtert werden  – mit einem gestern verabschiedeten Gesetzentwurf, an dem ein Arzt aus dem Nachbarkreis mitgewirkt hat.

Der Verein „Cannabis als Medizin“ des Arztes Franjo Grotenhermen aus Rüthen/Kreis Soest setzt sich seit Jahren für den Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken ein. Mit dem am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf hat er einen großen Erfolg errungen.  Jeder Arzt darf künftig Cannabis-Medikamente verschreiben, und bei manchen Krankheitsbildern tragen die Kassen die Kosten. Wie der Sauerländer Arzt im WDR erklärte, werden vor allem krebskranke Schmerzpatienten von dem neuen Gesetz profitieren.

Zu diesen zählt auch ein Krebskranker aus Bergkamen, der sich – weil er kein Geld hatte, um sich Cannabis auf eigene Kosten in der Apotheke zu kaufen – seine schmerzlindernde Droge in seiner Wohnung selbst anbaute. Wir berichteten ausführlich über diesen Fall: Der Mittvierziger wurde von einem Nachbarn bei der Polizei angezeigt, vom Amtsgericht Unna im vorigen Sommer freigesprochen; doch die Staatsanwaltschaft ging in Berufung und erwirkte, dass der Krebskranke zwar straffrei bleibt, aber nicht weiterhin sein eigenes Cannabis anbauen darf.

Kritikern des neuen Gesetzes geht die Regelung nicht weit genug. So darf Cannabis z. B. auch weiterhin nur verschrieben werden, wenn alle anderen Mittel wirkungslos blieben. Auch muss der Patient schon mindestens ein Jahr erkrankt sein.

(Foto: Beispielfoto der Polizei)

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