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Kritik von Linken/Piraten: Arbeitslosenquote faktisch viel höher

Die Arbeitsagenturen verkündeten für September teils deutlich gesunkene Arbeitslosenzahlen: So sei die Quote im Bezirk Lünen und Dortmund auf unter 12 Prozent gesunken, 760 Menschen weniger als noch im August seien arbeitslos gemeldet. Diese Zahlen kritisiert die Dortmunder Fraktion DIE LINKE & PIRATEN als geschönt. Tatsächlich sei die Arbeitslosigkeit viel höher – die Quote liege bei über 15 Prozent.

Und nicht nur in Lünen und Dortmund werde so getrickst. Denn generell tauchen zahlreiche Personen gar nicht unter den offiziellen Arbeitslosen auf: Es sind all die, die sich momentan in Eingliederungsmaßnahmen befinden, ebenso Teilnehmer an sogenannten 1-Euro-Jobs. Ebensowenig als „arbeitslos“ fließen in die Statitstik Arbeitslose ein, die gerade krank geschrieben sind.

Die konkrete Rechnung für Lünen und Dortmund sieht laut Linken-/Piratenfraktion wie folgt aus: Nicht als „Arbeitslose“ gezählt wurden im September

·         2.843 Menschen über 58 Jahre, die in den letzten 12 Monaten kein Jobangebot bekommen haben,

·         668 krankgeschriebene, kurzfristig arbeitsunfähige Arbeitslose,

·         2.045 Personen aus dem Bereich Aktivierung und Berufliche Eingliederung sowie

·         6.809 Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, darunter fallen auch sogenannte 1-Euro-Jobs.

„Somit werden insgesdamt 12.365 weitere Arbeitslose in Dortmund nicht zur offiziellen Statistik gezählt. Die tatsächlichen Arbeitslosenzahl liegt daher bei 47.718 Menschen, die Quote nicht bei 11,6 Prozent, sondern bei 15,65 Prozent“, erklärt der linke Ratsvertreter Carsten Klink, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

163 Menschen, die Gründungszuschüsse erhalten oder sich in einer sonstig geförderten Selbständigkeit befinden und dort um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen, so Ratsmitglied Carsten Klink, der selber selbständiger Kaufmann ist, seien darüber hinaus bei der offiziellen Arbeitslosenzahl auch nicht berücksichtigt worden.

Die Entwicklung im Kreis Unna (laut offizieller Kundgebung der Arbeitsagentur):

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Kreis Unna um 622 Personen (-3,5 Prozent) auf 17.075 Arbeitslose. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 4,7 Prozent (-843 Arbeitslose) zurück. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 8,2 Prozent. Thomas Helm, Chef der Arbeitsagentur Hamm, stellte fest: „Die Herbstbelebung zeigt ihre Wirkung. In allen Kommunen des Kreises nahm die Arbeitslosigkeit ab. Dieses positive Ergebnis zeigt sich auch beim Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Wie erwartet, wurde die Jugendarbeitslosigkeit zum Vormonat deutlich reduziert. Auch wenn der Zugang von offenen Stellen rückläufig erscheint, so ist der Bestand an offenen Stellen für Fachkräfte im Kreis Unna ungebrochen hoch. Ich erwarte, dass sich dieser positive Trend auch im Oktober fortsetzt.“

Kommentare (2)

  • Markus Antonius

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    Da die Statistik wohl auch schon früher diese Unschärfen aufwies, bleibt unter dem Strich immer noch eine deutliche Verbesserung der Situation. Da sollten wir uns einfach mal für jeden Arbeitslosen freuen, dessen Situation sich durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit verbessert hat.

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    • Silvia Rinke

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      So kann man es natürlich auch sehen, Markus Antonius. :-)

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