Rundblick-Unna » Knalleffekt bei Unnas Grünen: Klaus Koppenberg wirft Vorstandsposten hin

Knalleffekt bei Unnas Grünen: Klaus Koppenberg wirft Vorstandsposten hin

Knalleffekt bei den Unnaer Grünen. Klaus Koppenberg, einer der erfahrensten und klügsten Köpfe der Partei, hat hingeworfen. Er erklärte am gestrigen Freitag seinen Rücktritt aus dem sechsköpfigen Vorstand, in dem er gemeinsam mit Dorothee Kuckhoff den Sprecherposten bekleidete.

Die überraschende Entscheidung Koppenbergs, der sich auf vielerlei sozialen Feldern so emsig wie wenige tummeln, machte gestern Abend schnell die Runde. Grünen-Fraktionschefin Charlotte Kunert bestätigte uns den Rücktritt ihres Parteifreundes am frühen heutigen Abend. Sie habe eine Mail von Klaus Koppenberg bekommen, in der er seinen Rücktritt erkläre.

Charlotte Kunert

Fraktionschefin Kunert.

„Ich bedauere diesen Schritt sehr“, schreibt Kunert in ihrer kurzen Stellungnahme, „da Klaus eine wichtige Person in der Partei ist. Wir haben seine Arbeit und sein Mitwirken immer sehr geschätzt.“

Klaus Koppenbergs eigene Erklärung, die er am späteren Abend auf Facebook postete, läuft auf die Feststellung hinaus: Er möchte sich momentan nicht weiter „dem krank machenden Prinzip des entweder/oder aussetzen, das seiner Feststellung nach die Politik bestimmt: Jenes Prinzip, nach dem stets der eine gewinnt und der andere auf Kosten des Gewinners verliert.

„Mein kommunalpolitisches Engagement in der bisherigen Form habe ich beendet“, bestätigt er. „Es ist interessant, dass meiner Person meist eine größere Wertschätzung entgegengebracht wird, als meinen Ideen und inhaltlichen Vorstellungen.“

Das liege wohl daran, bilanziert er nüchtern, dass diese Ideen „schon mal ungewöhnlich sind und aus dem bekannten Rahmen fallen. Vielleicht sind meine Erläuterungen auch nicht deutlich genug. Oder es ist nicht der richtige Zeitpunkt, solche Ideen einzubringen.“ Seine Motivation, sich zu engagieren, beruhe jedoch auf dem Wunsch, möglichst „win – win-Situationen“ aufzuspüren und zu schaffen. „Fast alle gesellschaftlichen Auseinandersetzungen laufen jedoch nach dem ,gewinnen/verlieren-Muster´. Der Verlust des einen ist der Gewinn des anderen. Und für die Entwicklung des Gemeinwohls ergibt sich ein Nullsummenspiel. Viele der politischen Akteure haben eine erhebliche Frustrations- und Enttäuschungstoleranz, aber eine geringe Mehrdeutigkeitstoleranz. So landet man zu häufig beim entweder/oder.“  Von diesem „krank machenden Prinzip“ habe er sich jetzt „eine Dosis Distanz verordnet“.

Sicher ist, dass die Grünen-Spitze mit Klaus Koppenberg einen ihrer reflektiertesten und weitsichtigsten Köpfe verliert. Koppenberg ist seit elf Jahren Grünen-Mitglied, hat zwar kein Ratsmandat, arbeitete jedoch seit sechs Jahren im Vorstand mit – zuletzt als Sprecher, gemeinsam mit Dorothee Kuckhoff.

Sein gesamtes berufliches Leben hat der 1957 geborene Sozialarbeiter in Unna verbracht, arbeitete 30 Jahre im Bereich der stationären Jugendhilfe. Bekannt ist er vor allem durch sein empathisches Engagment für den Ambulanten Hospizdienst Unna: Hier entwickelt Koppenberg derzeit das Hospiz- und Palliativnetz in Unna weiter. Darüber hinaus engagiert er sich beim Forum Generationen Unna und beim Runden Tisch gegen Gewalt und Rassismus.

Klaus.Koppenberg

Klaus Koppenberg im Herbst vergangenen Jahres bei der Zertifizierung von Unna als „Stadt gegen Rassimus – für Zivilcourage“.


 

 

Kommentare (1)

  • Christoph Tetzner

    |

    Upps! Das finde ich echt traurig und ich hoffe, daß uns Klaus weiter in der politische Diskussion erhalten bleibt. Genieße die Diskussion mit Ihm und wenn man mal Rat brauchte, hat er meist weiter geholfen. Schade… denke aber, er wird sich weiter einmischen oder ich hoffe es eher!

    Antworten

Kommentieren