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Klimaschutz vor der eigenen Tür: Bürgerverein lädt zur „Initialzündung“ ein

Das Windrad im eigenen Garten: Durchaus möglich! Bürger-Windräder, Bürger-Blockheizkraftwerke, Solarzellen auf dem Dach. Sonne, Wind, Wärme… alles schafft prima Klima vor der eigenen Haustür, und für solche Projekte möchten die Mitglieder des Bürgerenergie-Vereins „Renergie Ruhr-Hellweg“ Mitstreiter und Mitgestalter gewinnen.

An diesem Donnerstag, 12. November, richten die vornehmlich in Fröndenberg wohnenden Aktiven ihre erste große Bürgerinformations-Veranstaltung aus:  Unter dem Thema „Lokale Energiewende – Unsere Chance für die Zukunft“ beginnt sie um 18 Uhr im Besprechungsraum der Stadtwerke Fröndenberg, Graf-Adolf-Straße 32.

Die Frage des Abends: Wie können die hehren Klimaziele (gewaltige Reduzierung des Treibhausausstoß, 100-prozenzige Versorgung mit erneuerbarer Energie) durch Projekte vor Ort gezielt unterstützt werden? Sprich, gibt es weitere Möglichkeiten außer dem sprichwörtlichen Windrad im eigenen Garten?

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„Zukunftsfähige und innovative Energiekonzepte unserer Region sorgen für wirtschaftliches Wachstum und schaffen sichere Arbeitsplätze„, nennen die Mitglieder um Sprecher Bernd Molitor zusätzliche wichtige Nutzeffekte einer lokalen Klimawende. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung die Ansätze zum lokalen Klimaschutz weiter vorantreiben. Wir wollen eine neue Initialzündung starten.“

Dazu lassen sich die Besucher z. B. bereits angelaufene lokale Klimaschutzprojekte vorstellen, etwa „Dorf ist Energie(klug) aus Südwestfalen; sie bekommen Informationen über intelligente Windkraftnutzung und erfahren, wie regenerativ schon jetzt die Stadtwerke Fröndenberg sind. Diesen Einstiegsvortrag hält Geschäftsführer Bernd Heitmann.

„Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Klimaschutz aktiv zu betreiben„, erklärt Renergie-Sprecher Bernd Molitor aus Fröndenberg. „Wir suchen stets geeignete Projekte, die den Anteil der eneuerbaren Energien in unserer Region steigern.“ Strom durch Sonne und Wind, Wärme durch Solar- und Geothermie – vieles ist möglich, und einiges hat der Verein selbst schon realisiert. „Bisher sind vier Photovoltaikanlagen als Bürgersolarprojekte verwirklicht worden“, zählen die Vereinsaktiven auf: drei thronen auf Dächern von Mendener Schulen, eine auf dem Dach eines Fröndenberger ev. Kindergartens.

Eine Initialzündung erscheint den Klimaschutzverfechtern umso wichtiger, nachdem das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) im vorigen Jahr erheblich zum Vorteil der Großindustrie novelliert wurde: „Dezentrale Anlagen wurden erheblich erschwert, die Zulagen massiv gekürzt„, kritisiert Bernd Molitor.

Deshalb hat der Verein Renergie (2011 gegründet) die Gründung einer Bürger-Energieagentur vorgeschlagen: Unter dem Titel „Börde trifft Ruhr“ bewerben sich fünf Kommunen (Fröndenberg, Ense, Wickede, Werl und Welver) um EU-Fördermittel aus dem Projekttopf „LEADER“. Bei dieser Bürger-Energieagentur geht es nicht weniger als die Vision: den kompletten Strom- und Wärmebedarf durch Sonne, Wind und Geothermie lokal vor Ort zu decken. Nicht nur, aber durchaus auch mit dem Windkraft im eigenen Garten.

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Lokale Energiewende – Unsere Chance für die Zukunft“, Vorträge mit Diskussion am Donnerstag, 12. 11., 18 Uhr bei den Stadtwerken Fröndenberg, Graf-Adolf-Straße 32.

Einstiegsvortrag: Wie regenerativ sind bereits die Stadtwerke Fröndenberg? (Bernd Heitmann, Geschäftsführer der Stadtwerke)

Praxisbeispiel: Kreis Steinfurt: Wie gelingen Bürgerbeteiligung und Akzeptanz im Zukunftskreis? (Ulrich Ahlke, Leiter Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Kreis Steinfurt)

Praxisbeispiel Region Südwestfalen: Vorstellung des Projektes: Dorf ist Energie(klug) ) (Lars Ole Daub, Projektmanager Südwestfalen Agentur Olpe)

Praxisbeispiel: Windenergienutzung in Südwestfalen; Bürgerbeteiligung an Windenergieprojekten: aktuelle Situation (Hans-Josef Becker, BWE Regionalverband Südwestfalen)

Anschließend Diskussion bis ca. 21 Uhr

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Verfechter für den Klimaschutz vor Ort – v. li. Peter Trautner, Bernd Molitor, Hans-Georg Scholz, Jochen Hänel, Hans-Jürgen Koarnatz, Peter Brieke bei ihrer monatlichen Sitzung im Lokal Haeseler in Frömern.

 

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