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Kleinkinder verhungerten fast – Freispruch für Mutter

Der Fall sorgte landesweit für Betroffenheit, Zorn und erregte Diskussionen: Zwei Kleinkinder in Witten verhungerten fast, die Mutter wurde wegen böswilliger Vernachlässigung angeklagt. Jetzt hat das Landgericht Bochum das Urteil gesprochen. Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Mutter der Zwillinge dreieinhalb Jahre Gefängnis gefordert.

Anfang vorigen Jahres waren die damals 2jährigen Geschwister mit bedrohlicher Unterernährung ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Sie waren nur noch Haut und Knochen“, beschreibt ein Reporter des WDR die Fallbeschreibung durch die Staatsanwaltschaft. „Völlig abgemagert, teilnahmslos, ohne Hilfe nicht in der Lage, zu stehen oder zu gehen.“

Der Vorsitzende Richter stimmte zwar zu, dass der Zustand der Kleinkinder sehr ernst gewesen sei. Doch strafrechtlich treffe die 25jährige Mutter keine Schuld. Das Gericht sah bei der jungen Frau emotionale Kälte, fehlende Empathie, eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung. All das – aber keine böswillige Absicht, ihre Zwillinge vor ihren Augen verhungern zu lassen.

Eine äußerst zweifelhafte Rolle spielten, so das Gericht, das Jugendamt und die Ärzte bei dem Geschwisterdrama. Die überforderte Mutter hatte die Babys schon kurz nach der Geburt in eine Pflegefamilie gegeben – wollte sie aber im Alter von 14 Monaten zurück haben. Sie bekam sie zurück. Mit den beschriebenen dramatischen und fast tödlichen Folgen für die beiden Kleinkinder.

Weder das Jugendamt noch die Ärzte schlugen während dieser ganzen langen Monate Alarm.

Inzwischen leben die Zwillinge in einem Heim. Wie es ihnen heute geht, ist nicht bekannt.

Kommentare (14)

  • Degirb Gnoleic via Facebook

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    Oh ja, das kann man wohl sagen, „eine zweifelhafte Rolle“ haben in diesem D r a m a alle gespielt ….. Es sieht fast so aus, als wäre die junge Mutter die einzig unschuldige in diesem Fall ….. Selbst als sie die Kinder zurück haben wollte, hätte man sie regelmäßig aufsuchen müssen, un Gottes Willen, dass ist ja alles unfassbar ….. :-(

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  • Chrissy Westh via Facebook

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    sag nur einfach TRAURIG das Alles.

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  • Andreas Stock via Facebook

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    Unglaublich….. Die Mutter als „unschuldig“ zu sehen allerdings auch.
    Freispruch, getreu dem Motto“schlimmer geht immer….“ traurig.

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    • Degirb Gnoleic via Facebook

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      Aber hallo , schon mal dran gedacht warum die Mutter die Kinder anfangs „freiwillig“ weg gab ?? Schon mal davon gehört das manche Frauen durch oder nach der Schwangerschaft depressiv oder krank sein könnten?? Dei anderen jedoch hätten mal aus ihrem „Tran“ rauskommen müssen ….. Also erst bitte G …n einschalten bevor geschrieben wird …. Alles Klar ??? :-(

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    • Degirb Gnoleic via Facebook

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      **Anmerkung: “ Doch strafrechtlich treffe die 25jährige Mutter keine Schuld. Das Gericht sah bei der jungen Frau emotionale Kälte, fehlende Empathie, eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung. All das – aber keine böswillige Absicht, ihre Zwillinge vor ihren Augen verhungern zu lassen.“

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    • Andreas Stock via Facebook

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      Mein Gehirn ist an.ich bleibe bei meiner Aussage.die von ihnen erwähnten Wochenbett-depressionen,dürfen wohl kaum die Ausrede für ein derartiges verhalten sein.

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    • Degirb Gnoleic via Facebook

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      … und DAS kannst du allen ernstes beurteilen ??? Na da scheinst du die Mutter ja sehr gut zu „kennen“ iwe kommst du denn sonst zu deinem harten Urteil?? :-(

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    • Andreas Stock via Facebook

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      Wieso muss ich zu dieser Aussage die Mutter kennen?
      Wer etwas tut,was anderen,gerade Schutzbedürftigen,schadet…..der ist mitnichten als unschuldig zu bezeichnen-zumindest in meinen Augen.dass das jeder anders sehen darf ist exklusiv.

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    • Dagmar Kuhn via Facebook

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      Die Kinder fast verhungern zu lassen kann man doch nicht mit einer Wochenbett Depression erklären. Im Alter von 14 Monaten wollte und erhielt sie leider die Kinder zurück…da hatte sie immer noch eine Depression??? Tut mir leid, das ist keine Erklärung, eine Entschuldigung schon gar nicht

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  • Krüger

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    wie kann mal solch einer Frau die Kinder wieder geben, sind den unsere Behörden völlig durch geknallt. Ich hoffe die Frau bekommt die Kinder NIE wieder. tausende von Ehepaaren würden gerne Kinder adoptieren in Deutschland und so einer durch geknallten händigt man die Kinder aus ohne das wöchtenlich zu kontrollieren wie es den Kindern geht,. Das Jugendamt sollte man gleich mit anklagen, wegen Fahrlässigkeit

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  • fürst

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    „Mutter“????
    „….emotionale Kälte, fehlende Empathie, eine gestörte …-Beziehung. … – aber keine böswillige Absicht,…“
    entschuldigen möglicherweise also auch einen Mord.
    Die „Ärzte“ sahen wohl für sich keine Verdienstquelle, die Behörden der Bequemlichkeit halber keinen „Handlungsbedarf“.
    Ich könnte so reinhauen, wenn ich dürfte.

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    • Degirb Gnoleic via Facebook

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      Ich denke deine Emotionen sin mehr als verständlich aber …. keine „normale“ (sprich nicht kranke) Mutter würde so handeln … :-( Weltweit und zu allen Zeiten wurde stets die Mutterliebe gerühmt ….. Das diese Mutter so „aus der Art“ schlägt, ist doch der Beweis dafür dass sie irrational gehandelt hat ….. Wenn ein Gericht das überprüft und sie daraufhin frei gesprochen hat, wird das wohl beweisen das sie nicht „bösartig“ sondern krank war und wohl ist ….. Warum ihr die Kinder noch einmal zurückgegeben wurden, ist mir echt ein R ä t s e l ………. :-(

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      • fürst

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        Meine Zustimmung!
        Mein Zorn richtet sich auch nicht gegen die „Mutter“, aber sehr gegen „Ärzte“ und Behörden.

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  • Laura Miers via Facebook

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    Das Jugendamt kann nichts. Es versagt auf aller Länge. Das merkt man immer wieder. Lächerlich

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