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Kirchenkreis wird hauptamtlich in Flüchtlingsarbeit tätig: Auch Fröndenberg soll profitieren

Regelungen finden für Menschen, die hierbleiben – aber auch für solche, die wieder gehen müssen: Das sind aus Sicht des Ev. Kirchenkreises Voraussetzungen für funktionierende Flüchtlingsarbeit.  Und es muss Ehrenamt wie Hauptsamt geben. Deshalb wird zum 1. Juni eine hauptamtliche Stelle für Flüchtlingsarbeit beim Kirchenkreis in Unna eingerichtet. Auch Ehrenamtsinitiativen wie in Fröndenberg sollen davon profitieren, versprach Superintendent Hans-Martin Böcker bei einem Besuch des  Cafés der Begegnung in Fröndenberg. Hier der Bericht des Kirchenkreises über den Besuch im Café.

„Dass sich der Platz vor dem Cafe der Begegnung im Allee-Cafe jeden Samstagvormittag mit Menschen aus aller Welt füllt, gehört mittlerweile fest zum Stadtbild Fröndenbergs. Seit 2014 öffnet das Cafe seine Türen für Flüchtlinge für zweieinhalb Stunden.

Unnas Superintendent Hans-Martin Böcker und Pfarrer Volker Jeck, Beauftragter für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis, informierten sich jetzt vor Ort über die Arbeit des Patenschaftskreises Fröndenberg. Dazu statteten sie dem Cafe einen Besuch ab. Es war, wie in den letzten Wochen üblich, gut besucht. „Bis zu 200 Gäste haben wir an einem Samstagvormittag“, berichtet Susanne Hippenstiel, eine der Initiatorinnen des Patenschaftskreises.

Frö Café der Begegnung Böcker

Mehr noch als vom kulinarischen Angebot zeigte sich Superintendent Hans-Martin Böcker begeistert vom ehrenamtlichen Engagement für Flüchtlinge in Fröndenberg, hier mit Susanne Hippenstiel am Waffelstand im Café der Begegnung.


Und sie kommen aus den verschiedensten Gründen: sei es, um sich untereinander zu treffen oder mit ganz konkreten Hilfe- oder Beratungsfragen. Kann ich ein Praktikum in einem Betrieb machen? Wie kaufe ich ein Bahnticket? Wo bekomme ich einen Kinderwagen her? Hierfür haben die vielen Ehrenamtlichen ein Ohr und meistens auch eine Lösung oder ein Angebot. Dann wird vermittelt und manchmal auch gleich geholfen.

Dass dies heute so ein fester Punkt in der Flüchtlingsarbeit in der Stadt Fröndenberg ist, war zunächst nicht so abzusehen. Karin Eckei berichtet von den Anfängen: „Wir haben 2014 einfach angefangen, doch schnell gemerkt, wie wichtig solch ein Angebot ist. Es wurde einfach immer mehr.“

Gemeinsam mit Susanne Hippenstiel laufen bei ihr die Fäden zusammen. „Mittlerweile braucht das ehrenamtliche Projekt eigentliche hauptamtliche Hilfe, wir erhoffen uns da vom Kirchenkreis auch Unterstützung“. Ganz konkret fragt sie nach Möglichkeiten der Begleitung in Form einer Sprechstunde und bei der Vernetzung. Zum 1. Juni, so konnte Superintendent Hans-Martin Böcker mitteilen, sei eine Stelle hierfür beim Kirchenkreis neu eingerichtet und auch besetzt. „Der neue Mitarbeiter wird die meist ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen stärken.“

Auch in Fröndenberg werde man davon profitieren. Volker Jeck  regte an, nicht nur über die Hilfen für anerkannte Asylsuchende zu beraten: „Wir brauchen auch Regelungen für Menschen, von denen wir wissen, dass sie wieder gehen müssen. Wie helfen wir Menschen, damit sie einen Neustart in ihrem Herkunftsland haben?“ Auch solchen Fragen müsse man sich verstärkt stellen.  

„Nach der Phase der Orientierung in Sachen Flüchtlingsarbeit sind wir froh, als Kirchenkreis zukünftig hauptamtlich hier tätig zu werden“, so Superintendent Böcker. „Die Arbeit der Ehrenamtlichen, die gar nicht hoch genug einzuschätzen ist, liegt uns am Herzen, wenn die sich gut entwickelt, ist das ganz in unserem Sinne.“

froendenberg-cafe-3-02042016

Karin Eckei (l.) verdeutlichte, dass es mittlerweile einer hauptamtlichen Unterstützung bedürfe. Superintendent Hans-Martin-Böcker (r.) und Pfarrer Volker Jeck nahmen die Anregungen mit.

Frö Café der Begegnung Kirche 1

Ca. 200 Geflüchtete und Zuwanderer kommen jeden Samstag ins Alleecafé in der Fröndenberger Innenstadt. Superintendent Hans-Martin Böcker (r.) besuchte das ehrenamtlich geführte Café Anfang April.

 

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Kommentare (1)

  • Hans Jochen Voß via Facebook

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    Naja, wenn man die einheimischen Christen in den letzten Jahren erfolgreich aus den Kirchen vergrault hat, muss man sich eben neue „Schäfchen“ suchen. Aber ob das klappen wird?

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