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Kindesmissbrauch am Ostring: Berufung verworfen – Bewährungsstrafe bestätigt

14 Monate Haft auf Bewährung wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung an einer damals Elfjährigen aus Unna: Das Urteil gegen einen syrischen Flüchtling aus Holzwickede hat Bestand.

Das Landgericht Dortmund verwarf gestern die Berufung, bekräftigte die Bewährungsstrafe und packte für den zweifachen Familienvater zusätzlich noch 150 Stunden gemeinnützige Arbeit obendrauf.

Die Haftstrafe wurde auf 3 Jahre ausgesetzt. Die Videobeweise sind nach Überzeugung des Landgerichts eindeutig, der Widerspruch des Angeklagten hingegen überzeugte bei der Berufungsverhandlung nicht. 

Gericht Amtsgericht UN (1)

Wie berichtet, hatte Amtsrichterin Vielhaber-Karthaus beim Prozess am 16. Juni vor dem Amtsgericht Unna ebenfalls schon eine eindeutige Beweislage festgestellt. Die Videokamera im dm-Markt am Ostring, wo der Übergriff gegen die Fünftklässlerin am Mittag des 13. April passierte, dokumentierte schmerzlich klar, wie der damals 34jährige Flüchtling das kleine Mädchen an ein Regal drängte, sie an sich drückte und grob betatschte.

Die Bewährungsstrafe empfanden die Eltern (und zahlreiche unserer Leser) deshalb als unverhältnismäßig milde; umso größer waren Entsetzen und Empörung, als der Verurteilte gegen dieses Urteil noch Widerspruch über seinen Pflichtverteidiger einlegte. Für die Eltern das Schlimmste war, dass ihre Tochter zur Untermauerung der Beweislage noch selbst aussagen musste. Das war der epilepsiekranken Schülerin beim Prozess im Juni erspart geblieben.

Der Asylbewerber, der mit seiner Familie nach  wie vor in einer Unterkunft in Holzwickede untergebracht ist,  bestritt schon in der  Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht, das Kind sexuell belästigt zu haben. Er räumte lediglich die Körperverletzung (durch das harte Drücken der kindlichen Brust) ein, die der Kinderarzt zweifelsfrei diagnostizerte.

Doch das Gericht sah die Beweislage auch in puncto sexueller Missbrauch aufgrund der Videoaufnahmen aus der Drogerie sowie aufgrund der Zeugenaussagen als eindeutig an.

ostring-hellweg-center-un-1

Im hinteren Bereich des Ladens drängte der Mann, der Kim und ihren Freundinnen in den Markt gefolgt war, die Elfjährige von ihren Freundinnen weg und mit dem Rücken gegen ein Regal. Mit der Hand griff er unter ihre Jacke an die Brust und drückte mit den gehauchten Worten „Oh, wie schön!“ fest zu. Danach ließ er wieder von dem Mädchen ab.

Das Kind vertraute sich ihren Freundinnen und einer der Drogeriemarkt-Kassiererinnen an. Diese wollte den Syrer zur Rede stellen, dieser behauptete jedoch, nichts zu verstehen, und verließ das Geschäft.

Zwischen 6 Monaten und 10 Jahren sind für sexuellen Missbrauch in Tateinheit mit Körperverletzung vorgesehen. Aus Sicht des Landgerichts und auch zuvor des Unnaer Amtsgerichts ist der Übergriff gegen die kleine Kim ein minderschwerer Fall. Die Bewährung sei angemessen, da der Vater zweier kleiner Kinder sich vor diesem Übergriff nichts hätte zuschulden kommen lassen und inzwischen in Deutschland gut integriert sei.  Das Nachrichtenportal Emscherblog zitiert den Richter mit den Worten: „Es handelt sich unserer Meinung nach um einen einmaligen Ausrutscher.“ Als ausdrücklich „nicht strafmildernd“ sei hingegen die Tatsache, dass der Angeklagte ein syrischer Flüchtling sei. Die Gesetze in diesem Land „gelten für alle, unabhängig woher jemand kommt.“

Vorherige Berichte zum Fall:

http://rundblick-unna.de/kindesmissbrauch-am-ostring-verurteilter-ficht-urteil-an-12jaehrige-soll-jetzt-aussagen/

http://rundblick-unna.de/missbrauch-an-11jaehriger-im-dm-am-ostring-14-monate-auf-bewaehrung/

 

Kommentare (10)

  • luenne

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    14 Monate Haft ohne Bewährung wäre mal ein Zeichen das alle verstehen würden !

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    • Silvia Rinke

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      Wenn der Angeklagte selbst Berufung einlegt, dann kann die nächste Instanz NICHT eine Strafverschärfung aussprechen, Luenne. Das Landgericht konnte das Urteil lediglich verringern, nicht erhöhen. Insofern waren die zusätzlichen Stunden sozialer Arbeit schon ein Signal. ABER auch das Landgericht sah die Aussetzung zur Bewährung ja als angemessen an. Die Kosten des Verfahren trägt bei diesem Urteil die Klägerseite…

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      • luenne

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        Ist mir alles bekannt.
        Ich bin trotzdem der Meinung gerade bei Missbrauch von Kindern sollte die Kuscheljustiz aufhören.
        Das erste Urteil hätte einfach direkt ohne Bewährung sein müssen.
        Hebt sich ja auch irgendwie auf :
        Bewährung sei angemesssen weil gut intergriert …
        „nicht strafmildernd“ sei hingegen die Tatsache, dass der Angeklagte ein syrischer Flüchtling

        Aber das ist mir noch egal auch für deutsche Staatsbürger hat Kindesmissbrauch im knast zu enden …

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        • Silvia Rinke

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          Persönlich kann ich dir da nur zustimmten, luenne.

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  • Silvia Rinke

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    Kommentare auf Facebook:

    Rundblick Unna (sia) Nachdrückliche Bitte an alle: keine Aufrufe zu Gewalt. Wir müssen das löschen. Danke!

    Ildi-Bildi Segesdy ….na dann sage ich liebe nichts….aber Mund zukleben nützt auch nicht viel…oder?! Unglaublich…wem schützen wir hier überhaupt??????????????????????

    Rundblick Unna (sia) Es ist mit Sicherheit möglich, Worte zu wählen, die nicht ins Justiziable fallen. Auch bei großer Empörung, Zorn, Unverständnis ist das möglich. Dessen bin ich mir sicher.

    Ildi-Bildi Segesdy Deutsche Bürger(in) in seiner eigene Land Meinungen zu verbieten nur weil der Täter eine „Marokkaner“ ist finde ich absolut beschämend!! Das soll Demokratisch sein??Was meinen Sie, warum machen diese Menschen immer wieder weiter?? Br…….. :(

    Rundblick Unna WIR „verbieten“ Meinungen?! Jetzt wird es wirklich lächerlich, liebe Ildi-Bildi Segesdy. Wir lassen hier nichts Justiziables stehen, aus Interesse unserer User sowie aus eigenem Interesse. Oder willst du vor Gericht landen? – Er ist übrigens kein Marokkaner.

    Patrick Krause Der Angeklagte kann froh sein das er keine Steuern hinterzogen hat. Dann wäre er niemals um ne Haftstrafe gekommen.
    Und mir ist es egal ob „Flüchtling“ oder nicht.

    Rundblick Unna
    (sia) Ja – die Diskussion um eine Verschärfung des Sexualstrafrechts wird ja nicht grundlos immer lauter.

    Denis Cie Bewährung ist meiner Meinung nach keine Strafe. Und es aufgrund eines „Ausrutschers“ so milde zu bestrafen eine Frechheit, was ist so eine Tat denn bitte für ein Ausrutscher…

    Karin Henrichs Bewährung ist ja wie eine Aufforderung zum weitermachen!! Unglaublich dieser Rechtsstaat, egal wer der Täter ist!

    Alex Feld Beleidigst du einen Beamten bekommst du die gleiche Strafe und ne satte Geldstrafe hinzu. Lächerlich

    Rundblick Unna (sia) Das ist so nicht richtig, Alex Feld. In der Regel werden bei Beamtenbeleidigungen Geldstrafen verhängt. Vereinzelt wurden – bei Wiederholungstätern – kurze Haftstrafen von ca. 3 Monaten verhängt.

    Jessica Thon Bewaehrung finde ich auch fuer eine solcheTat zu milde.Egal wer der Taeter ist.

    Silke Krüger anstatt Sozialstunden oben drauf zu packen hätten die mal die Bewährung gekippt und den Typen in den Knast gesteckt, jetzt können wir darauf warten bis er zum Wiederholungstäter wird. Sowas frei rum laufen lassen ist eine Zeitbombe. Hat selber Kinder und vergreift sich an Kindern da sollte die Strafe doppelt gewertet werden, wer weiss ob er sich nicht auch an seinen eigenen Kindern vergreift, bis sowas raus kommen würde vergehen Jahre. Wer einmal die Schwelle übertreten hat, wird es garantiert wieder tun. Habe mal gelesen, das 80% Wiederholungstäter sind und das ist zu hoch um sowas frei rumlaufen zu lassen.

    Rundblick Unna (sia) Wenn der Angeklagte selbst Berufung einlegt, dann kann die nächste Instanz NICHT eine Strafverschärfung aussprechen, Silke Krüger. Das Landgericht konnte das Urteil lediglich verringern, nicht erhöhen. Insofern waren die zusätzlichen Stunden sozialer Arbeit schon ein Signal. ABER auch das Landgericht sah die Aussetzung zur Bewährung ja als angemessen an. Die Kosten des Verfahren trägt bei diesem Urteil die Klägerseite…

    Martina Tsatsoulis Wenigstens etwas!
    Obwohl ich es immer noch als eine absolute Frechheit und als Verhöhnung des Opfers empfinde das dieses A…….. Berufung eingelegt hat!

    Rundblick Unna (sia) Der Rechtsstaat sieht dieses Rechtsmittel vor… leider blieb es dem kleinen Mädchen aufgrund dieses Widerspruchs nicht erspart, selbst vor Gericht auszusagen. :-(

    Martina Tsatsoulis Rundblick Unna, ja es ist sein Recht gewesen! Deswegen denke ich sollten unsere Gesetze und Strafmaßnahmen mal schleunigst überarbeitet werden!
    Rechte und Schutz der Opfer über die Rechte der Täter!

    Rundblick Unna
    (sia) Dafür gibt es ja zahlreiche Beispiele, siehe die Diskussion um den Jäger in Neuenrade, der den Einbrecher erschoss und wo immer noch untersucht werden muss, ob Notwehr anerkannt wird.

    Kerstin Richert Minderschwerer Fall? ???Einmaliger Ausrutscher? ????? Minderschwer in Zusammenhang mit wehrlosen Kindern schließt sich definitiv aus. Und einmalig? Das soll mir mal bitte ein normaler Mensch erklären! Da geht ein Mann zum Einkaufen und sieht eine für ihn attraktive erwachsene Frau und die Phantasie geht auf Reisen. Trotzdem würde ein normaler Mann diese Frau nicht betatschen. Ich wette 99% aller Männer ( und auch Frauen ) kennen das. Das ist normal und nicht verboten. Ganz anders als der Mann, der ein Kind sieht und sexuell malträtiert. Das ist weder normal, noch einmalig. Da ist was komplett kaputt bei dem und der ist bloß nie erwischt worden. Widerliche Rechtsprechung

    Kai Köberling Hat mal wieder einer die volle Härte des Rechtsstaates gespürt…… Lächerlich, Ausweisen und fertig

    Thomas Gragen Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht mehr äußern,aber dieses Gesetz ist echt ein Witz. Da bekommt ein Sexualstraftäter eine Bewährungsstrafe und wenn du Steuern nicht zahlst gehst du in den Bau! Da stimmt doch was nicht!! Ich habe selber eine Tochter in dem Alter und habe ein komisches Gefühl wenn sie mit ihren Freundinnen in die Stadt geht. Ich wünsche dem kleinen Mädchen alles alles gute und der Familie viel Kraft für die Zukunft.

    Jens Moellmann Die 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet er bestimmt noch im Kindergarten ab 🙈. Wir leben hier in einer Bananrepublik, in der das Leid der Opfer einen Scheiss zählt und sie vor Gericht nochmals vergewaltigt werden, indem die Richter die Täter mit Bewährungsstrafen davon kommen lasse.

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  • Markus Antonius

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    Rechtsstaatlichkeit ist was anderes, als Gerechtigkeit. Und wir haben nun einmal den Rechtsstaat. Was ich persönlich auch ganz gut finde. Und ich möchte keine US-amerikanischen Verhältnisse mit Todesstrafe und lebenslänglich bei der dritten Verurteilung wegen Bagatelldelikten.

    Natürlich führt das zu unbefriedigenden Urteilen. Aber sind die wirklich so daneben? 14 Monate und 150 Sozialstunden – wenig ist das nicht. Bewährung ist üblich, wenn jemand zum ersten Mal auffällig wird, selbst bei mangelnder Einsicht. Und das muss gelten, egal woher man kommt, wen oder was man anbetete, wie man aussieht, etc..

    Der Skandal liegt doch wo anders: die Bewährung wird in der Regel auch dann nicht widerrufen, wenn der Verurteilte erneut auffällig wird. Eine Verurteilung zur Bewährung muss ein einmaliger Warnschuss sein und darf dem Verurteilten nicht – wie heute meist der Fall – als Freispruch 3. Klasse erscheinen. Und dass dem heute so ist, das liegt ander in den letzten 50 Jahren durch die SPD (okay 5 Jahre Unterbrechung) und ihre Komplizen etablierte Kuscheljustiz.

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Markus Antonius, eine Antwort an dich über Facebook:

      Kerstin Richert:
      Ich gebe dir zum Teil Recht aber in meinen Augen stimmen die Relationen zwischen verschiedenen Verbrechen und Urteilen nicht. Ich finde schon, dass es sehr wohl eine Rolle spielen muss, was einem Opfer auch für die Zukunft angetan worden ist

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  • Silvia Rinke

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    Weitere Kommentare von unserer Facebook-Community:

    Lisa Hauptmann Es muss so schrecklich für das Mädchen gewesen sein. Allein schon das Erlebnis und jetzt auch noch die Aussage vor Gericht. Ich finde auch – und fand schon damals als das Urteil vor der Berufung gesprochen wurde – die Strafe zu mild. Das Sexualstrafrecht muss verschärft werden und zwar unabhängig davon, ob Flüchtling oder nicht. Für ihn geht sein Leben jetzt vergleichsweise normal weiter, das Mädchen allerdings behält möglicherweise psychische Schäden davon und ich meine mich zu erinnern, dass sie jetzt auch eine Integrationskraft hat, weil sie allein Angst hat zum Bus zu gehen.
    So eine Tat ist widerlich und es ist grausam zuzusehen, wie so jemand nur eine Bewährungsstrafe bekommt und man eigentlich darauf warten kann, dass die Person das nächste Kind anfasst. Denn eins steht fest: ob einmaliger „Ausrutscher“ oder nicht, wer Kinder anfasst o.Ä., bei dem ist einfach im Kopf etwas kaputt.

    Rundblick Unna(sia) Ja, Lisa Hauptmann, nach diesem schlimmen Vorfall traute sich das Mädchen nicht mehr alleine zur Schule und zurück. Ihre gesundheitlichen Probleme haben sich gravierend verschlimmert. Von den seelischen Folgen gar nicht zu reden. Ich stimme dir nachdrücklich zu, dass diese Richterentscheidungen noch einmal ein aufschreckendes Beispiel dafür geben, dass das Sexualstrafrecht in Deutschland im Sinne der Opfer dringend verschärft gehört. Gleichwohl HÄTTE die Amtsrichterin hier ja durchaus härter urteilen können, das vorgesehene Strafmaß hätte es erlaubt. Da liegt also einiges im Argen.

    Thomas Gragen Ach ja. Wenn wir ALLE mal mehr mit offenen Augen durch die Welt gehen würden und auf unsere Kinder aufpassen würden ( egal ob eigene oder fremde) dann brauchen wir uns auch keine Gedanken machen und die Kids laufen lassen!!

    Timo Pradel Bleibt zu hoffen, dass Richter, welche unser Rechtssystem mit Füßen treten, dafür eines Tages zur Verantwortung gezogen werden. Das „Urteil“ ist eine Schande!

    Werner Str Nur Bewährung! Bestimmt ,dass er Gelegenheit hat ,seine Tat irgendwie zu wiederholen (Ironie).So ist eben die deutsche Gerichtsbarkeit! Wie hieß es doch schon mal?:Deutschland schafft sich ab.

    Andreas Ra dieses Urteil ist einfach nen Witz , egal ob Flüchtling oder Einheimischer mir egal dieses P.*** das Kinder missbraucht muss lebenslang hinter Gitter

    Erna Pirelli Sobald Opfer im Spiel sind, egal ob Kind, Oma oder sonst wer, dürfte es gar keine Bewährung geben finde ich. Klauen, Laterne austreten, Spiegel abbrechen, ok übel, aber hinterlässt wahrscheinlich keine psychischen Probleme, ganz im Gegensatz zu körperlicher Gewalt wahrscheinlich. Naja, man kann ja freundlich grüßen wenn man ihn demnächst mal wieder im DM vorm Schminkregal trifft.

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  • Birgit

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    Armes Deutschland! So weit ist es schon gekommen 😡
    Und beim nächsten Übergriff ( der mit Sicherheit kommen wird) sind wieder alle erstaunt, dass es so weit kommen konnte!
    ich könnten kot….., wenn ich so was lese.

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  • moritz

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    Es ist nicht zu glauben, und wir stehen daneben und können nur zusehen, wie unser Land verkommt und die Willkommenskultur sich hier ausbreitet, wie ein Geschwür.

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