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Keine einstürzenden Neubauten – Kolter: Wir haben den Eindruck, dass die Investoren weiter wollen

Nach umgestürzten Kastanien und einsturzgefährdeten Altbauten erlebt Unna als Nächstes hoffentlich keine einstürzenden Neubauten – respektive keine Neubaupläne, die wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Bürgermeister Werner Kolter, den wir heute nach dem Sachstand auf der Prünte-Baustelle befragten, geht optimistisch davon aus: Auf dieser Baustelle wird auch gebaut.

Ungeachtet des überraschenden Zwischenfalls, dass unter der Brache in bis zu 12 Metern Tiefe auf einmal riesige Kellergewölbe entdeckt wurden und die Stadt das Nachbarhaus eilig am Mittwochabend evakuieren musste, komplett bis Samstagnachmittag. Wir berichteten.

Prünte Baustelle Bahnhofstr (2)

Nun ist die Standsicherheit des Wohn- und Geschäftsgebäudes wieder hergestellt. Auch andere Gebäude auf der Bahnhofstraße seien nicht gefährdet, gibt Kolter die aktuellen Meldungen aus seinem Bauamt weiter. Dass am Freitag auch direkt vor der Commerzbank neue Baugruben gähnten, schreckte neuerlich Leser auf; doch diese Gruben hatten die Stadtwerke gebuddelt, um Versorgungsleitungen abzusperren  bzw. zu sichern.

Prünte Baustelle Bahnhofstr (7)

„Wie groß die Verzögerungen bei den Neubautätigkeiten sein werden, weiß ich natürlich nicht,“, erklärte Werner Kolter nun heute Mittag mit Blick auf die großflächige Brache, die sich nur  in  Steinwurfnähe zum Rathaus an der Bahnhof-/Ecke Klosterstraße ausbreitet. Bürgermeisterreferent Oliver Böer fügte ergänzend hinzu: „Das Ordnungsamt hat den Eindruck: Die beiden wollen.“

Mit „den beiden“ meint Böer das Investorengespann aus Schwerte, das in Unna durch verschiedene Bauprojekte durchaus Renommee genießt. Ihr Vorsatz war – und ist es nach Kenntnis der Stadt unverändert -, auf dem Grundstück des früheren Prünte-Komplexes einen mehrstöckigen Neubau mit dem Hauptmieter Drogerie Müller hochzuziehen.

Prünte Brache

Auf die Tiefgarage, die zu Beginn eingeplant war, verzichten die Bauherren. Das mag laut Kolter durchaus auch aktuelle Gründe haben: „Es ist nicht auszuschließen, dass es auch es mit diesen Hohlräumen zu tun hat. Es war bekannt, dass unter diesem Gebäude Keller waren. Aber niemand hat gewusst, dass sie so groß sind! Es konnte auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Keller unter das Nachbarhaus gehen. Auch deswegen haben wir so kurrzeitig räumen lassen.“

Zum Verzicht auf die Tiefgarage merkt der Bürgermeister noch an. „Es kann auch ausschließlich mit der schwierigen Zufahrt zu tun haben. Wenn der Investor seine Pläne dahingehend abändert, ist das seine unternehmerische Entscheidung, wir als Stadt reden ihm da nicht hinein.“

Die abschreckende Vision, die große Brache direkt am Eingangstor zur Innenstadt könnte langfristig – oder sogar dauerhaft – eine Brache bleiben, beschwört Werner Kolter ganz bewusst nicht herauf. „Es gibt für einen Bürgermeister Super-GAUs. Dies wäre einer!“

Kolter II

 

 

Kommentare (3)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich habe in mehreren Kommentaren gelesen, daß Unnaer Bürger wissen, daß sich die Gewölbe von der Lindenbrauerei bis hin zur Burg erstrecken. Wie kann es dann sein, daß der Bürgermeister nichts davon weiß?? Damit stellt er sich aber ein Armutszeugnis aus!!

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  • Markus Antonius

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    Kann ja nicht jede/r so schlau wie Sie sein, Herr Brune.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Das hat nichts mit Schlau sein zu tun, Markus Antonius aber ein Bürgermeister trägt die Verantwortung für ALLES, was in seiner Gemeinde passiert. Er ist derjenige, der sich hätte Schlau machen müssen bevor solche Genehmigungen erteilt werden.

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