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Kein Dutzend Aktive mehr: DRK Fröndenberg sucht jetzt selbst Retter

Ohne die ehrenamtlichen Helfer bräche alles zusammen in der akuten Flüchtlingsnot, in Fröndenberg sind die ehrenamtlichen Rotkreuzler jetzt selbst in höchster Not.

Mit kaum mehr einem Dutzend Aktiver droht dem DRK-Ortsverein das Aus. Er kämpft ums Überleben.

DRK sucht Retter

Mit einer konzertierten Werbe-Offensive versuchen sie das Ruder noch einmal herumzureißen. „Das DRK in Fröndenberg ist wichtig, gehör auch Du dazu!“, appelliert der Ortsverein. Am Montag, 18 bis 20 Uhr, können Interessierte ab 17 Jahren wieder im DRK-Heim am Harthaer Platz 4 vorbeischauen. Unverbindlich.

Zum Neugierigwerden und Lust bekommen, als Ehrenamtlicher beim Roten Kreuz äußerst sinnvoll Dienst zu tun. Rettungssanitäter zu sein und z. B. Zugang zu Großveranstaltungen zu bekommen. Sinnvoll ist schön und gut, ehrenamtlich bedeutet aber nun meist unbezahlt.

DRK Frö 5

„Viele aktive Helfer waren wir in Fröndenberg eigentlich nie“, meint Ralf Quietzsch, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim DRK Fröndenberg. „Aber der diesjährige Wegbruch von vier Helfern innerhalb kürzester Zeit ist nicht mehr kurzfristig zu kompensieren.“

Gleich vier in kürzester Zeit sagten dem DRK Ade: Einer war 20 Jahre dem Ortsverein treu, musste aus familiären Gründen ins Rheinland ziehen, zählt Ralf Quietzsch auf. „Ein anderer Helfer ist zur Zeit in der Wochenend-Meisterschule und hat somit am Wochenende – an denen die Sanitätsdienste in der Regel stattfinden – keine Zeit mehr. Zwei andere haben angegeben, aus privaten Gründen keine Zeit oder Lust mehr zu haben.“ Kurzum: Es seien private bzw. familiäre Angelegenheit stärker in den Fokus getreten und damit das DRK „hinten runtergefallen“.

DRK Frö 6

Und Neue fürs DRK-Ehrenamt zu gewinnen und zu begeistern sei immer eine Herkulesaufgabe, weiß Ralf Quietzsch, da  bekanntlich fast jeder Verein und jede Organisation unter Mitgliederschwund leide. „Alle treten somit in einen Konkurrenzkampf zueinander, und die stürmisch umworbenen (und ohnehin nicht üppig gesäten) Interessenten suchten sich naheliegend das Angebot heraus, welches für sie selbst am attraktivsten erscheine.

Das sagt der DRK Fröndenberg selbst über sich:

Schon seit 1908 engagieren sich Menschen in und um Fröndenberg für das Deutsche Rote Kreuz. Derzeit zählt unser Ortsverein viele Mitglieder. Davon gehören 10 zu den aktiven Helfern, 11 zum Blutspendeteam und weitere zu den Förderern. Wir engagieren uns vor allem im Sanitätsdienst, in der Blutspende und im Katastrophenschutz.

Alle weiteren Infos auf http://www.drk-froendenberg.de/

DRK Frö 4

 

 

 

 

Kommentare (5)

  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Durch das ruchlose Treiben zunächst von rot-grün und schwarz-gelb und nun schwarz-rot müssen die meisten Menschen schon mehr arbeiten wie früher und das für meist kleineres Geld. In ihrer Freizeuit müssen sie sich dann auch noch um private Rentenversicherung etc. kümmern und sollen dann als Freiwillige auch noch die Löcher stopfen, die unsere Wirtschaftfunktionäre und Politiker aufreissen? Wen will man denn da noch finden?

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  • Betty Kraemer

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    Vor 10 Jahren hatte ich mir auch fest vorgenommen, wenn ich in Rente gehe, mache ich auf jeden Fall mit etwas Ehrenamtlichen weiter! Jetzt ist es bald soweit, nur was an Rente bleibt nach fast 50 Jahren Arbeit, heißt: kleine Wohnung mit wenig Energierkosten und einen 450,– € Job suchen. Ich will aber nicht klagen, denn ich bekomme noch Rente. Wenn ich aber an die jüngeren Menschen denke wird mir ganz anders!

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich habe das auch Jahrelang gemacht und auch hier sind die Zahlen rückläufig. Der Verein, dem ich angeschlossen war, existiert bereits nicht mehr.

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  • Jama To via Facebook

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    Warum? Man fragt sich immer wieder warum keine Nachwuchs kommt!!!? Ich hab öfter mal erwähnt! Weil jeder neue Ehrenamtlicher mit dem Ellenbogen Haltung vergrauelt wird!!! Ich hab immer wieder mal versucht ins einige Organisation rein zu kommen! Ist mir bislang mit dem Ausnahme von Bürger für Bürger Heeren, nicht wirklich gelungen!!! Und ich kann mit gutem Gewissen sagen das ich anpassungsfähig und angenehme Mensch bin!!!
    Alle, fast alle wollen nur ,,doofchen“ die ihre heiße Kohle aus dem Feuer raus holen und nicken!
    Also, sich selbst öffnen!!! Dann ist auch Problem Nachwuchs gelöst!!!
    Jedem einzelnen eine Chance geben!
    Danke das Sie verstanden haben!!!

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  • Rausch

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    Soetwas steht und fällt oft leider mit leitenden Führungspositionen.

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