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Katzenelend stoppen: Grüne fordern kreisweite Schutzverordnung

Tierheim und Katzenstation quellen über mit Fundkatzen (oftmals krank) und winzigen, pflegebedürftigen Katzenbabys. Schluss jetzt mit dem Elend: Diee Grünen im Kreistag Unna fordern eine umfassende Katzenschutzverordnung fürs gesamte Kreisgebiet. Einen entsprechenden Antrag an den Landrat legte die Fraktion heute vor. Beschlossen soll eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht für den gesamten Kreis.

Das Problem jetzt grundsätzlich anzugehen ist aus Sicht der Grünen dringend nötig. Zu Monatsbeginn war das Kreistierheim gezwungen, die Türen für Besucher zu schließen: die Versorgung und Pflege der zahlreichen abgegebenen Fundkatzen und Flaschenaufzuchten fordert die Mitarbeiter über Gebühr. Wir berichteten.

Katzen Streunerhilfe Frö (13)

Katzen Streunerhilfe Frö (8)

Auch die vom Tierschutzverein Unna betreute Katzenstation in Massen (Am Stuckenberg) ist  voll, wissen die Grünen, und auch hier hält der Katzenkindergarten die Helfer ständig auf Trab. „Was sich süß und verspielt anhört, ist ein sehr ernstes tierschutzrelevantes und kostenintensives Problem: geht man davon aus, dass eine Katze durchschnittlich zweimal pro Jahr ca. 3 Welpen bekommt und diese sich auch immer weiter fortpflanzen, hat allein dieses Katzenpaar nach drei Jahren bereits fast 500 Nachkommen“, zählt die tierschutzpolitische Grünen-Sprecherin Stephanie Schmidt auf. „Zwischen April und September kommt es in jedem Jahr zu diesen Geburtenschwemmen. Da die frei lebenden Katzen, ob ausgesetzt oder anders verwildert, fast nie in der Lage sind, sich selber ausreichend zu ernähren, klappt es schon gar nicht im Falle von Nachwuchs.“

Fast alle frei lebenden Katzen sind nachweislich in einem sehr schlechten Zustand: gravierende Verletzungen, Augenerkrankungen, „Katzen-Aids“ und immer wieder Unterernährung. Die Futterstellen der Tierschutzvereine – wo angetroffene Katzen möglichst gut versorgt und möglichst kastriert werden – sind nur ein sprichwörtlicher Tropfen auf den heißen Stein, da nicht alle Katzen zu diesem Zweck eingefangen werden können.

Frei lebende Katzen treffen so auf Hauskatzen und -kater mit Freigang. Und vermehren sich weiter und weiter…

Katze liegend

Daher  sollten Katzen, die sich auch draußen aufhalten, immer frühzeitig kastriert werden!

„Unser Antrag geht mit der „Erarbeitung geeigneter Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für freilebende Katzen“ noch einen Schritt weiter,“ so Stephanie Schmidt. „Wenn die Tiere auch noch unter der Narkose für die Kastration durch eine Ohrkerbe, eine Tätowierung oder einen Mikrochip gekennzeichnet  und dann bei „TASSO“ oder dem Deutschen Haustierregister“ registriert werden, finden ihre Besitzer sie bei Verlust schneller wieder.“


 Antrag:
Sehr geehrter Herr Landrat Makiolla,die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die nächste Tagesordnung der Sitzung des Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz sowie KreisA/Kreistag zu nehmen, zu beraten und zur Beschlussfassung zu stellen:
Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für freilebende Katzen und Katzen mit Freigang im Sinne des Tierschutzgesetzes zu erarbeiten. Dabei sollen insbesondere die gemäß § 13b Tierschutzgesetz und § 5 der Zuständigkeitsverordnung Tierschutz NRW notwendigen Vorarbeiten für eine Satzung zur Kastrations-, Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen durchgeführt werden (auch Prüfung der Gebietsabgrenzung).

Die Verwaltung wird beauftragt, dem zuständigen Fachausschuss und dem Kreistag die erarbeiteten Maßnahmen sowie einen Satzungsentwurf zur Beratung und Beschlussfassung im November und Dezember vorzulegen.

Katze gähnt

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Rundblick Unna Cora (via Rundblick Unna): ca. 60 bis 100 € kann sich nicht jede Katzenmutti leisten. (da liegt der Hund begraben). Und bitte keine Kommentare „das soll man vorher überlegen, oder wissen“.

Silvia Rinke Doch, Cora. Das MUSS man vorher überlegen/wissen. Man kann eine von Millionen bereits kastrierter Tierschutzkatzen kaufen. Aber nein, es MUSS ein niedliches Katzenbaby sein. Und ein halbes Jahr später merkt man, hups, keine Kohle, um das Tier zu kastrieren? Sorry, null Verständnis.

Rundblick Unna J. Müller (via Rundblick Unna): Alte Kamelle ! Seit mehreren Jahren in Unna diskutiert und Zuständigkeit an den Kreis abgegeben. Aber der handelt nicht ! Tipp an die Grünen: Einfach mal Zeitung lesen, auch über Stadtgrenze hinweg…. und einfach mal vorliegende Anträge lesen, diskutieren und handeln !

Sarah Repping Jeden abend kommt eine Katze zu uns stellt sich vor die Terrassen Tür und will rein . Für sie hab ich wieder Futter geholt ,aber nach dem futtern haut sie wieder ab ;/

Rundblick Unna Wenn es klar ist, dass sie nicht vermisst wird, ist es doch erstmal ok so. Vielleicht kann sie eingefangen werden, um festzustellen, ob sie gechipt/tätowiert ist.

Christine Krämer Das Katzenelend hört erst auf, wenn es endlich bei den Menschen klick macht. Jeder der seine Katze nicht kastrieren lässt,
macht sich schuldig und ist verantwortlich dafür, das soviele arme Tiere im Tierheim sitzen.

Kommentare (4)

  • J.Müller

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    Alte Kamelle ! Seit mehreren Jahren in Unna diskutiert und Zuständigkeit an den Kreis abgegeben. Aber der handelt nicht ! Tipp an die Grünen: Einfach mal Zeitung lesen, auch über Stadtgrenze hinweg…. und einfach mal vorliegende Anträge lesen, diskutieren und handeln !

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    • Stephanie Schmidt

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      Tipp an J. Müller: erst die in 2015 erlassene Landesverordnung gibt die Zuständigkeit an den Kreis weiter, sich um die beantragte „Katzenschutzverordnung“ federführend zu kümmern. Zuvor waren die Kommunen zuständig – und hier gab es – wie Sie richtig beschreiben – immer wieder Vorstöße und Anträge von Tierschützer*innen. In Fröndenberg und Schwerte waren Politik und Verwaltung auch dazu bereit. In den anderen kreisangehörigen Kommunen lehnte man es allerdings im Hinblick auf die laufenden „Vorarbeiten“ für die Landesverordnung immer wieder ab. Oder weil man die unsichere Rechtslage zu stark in den Vordergrund stellte: wenn z.B. eine Katze im Freigang gefangen und kastriert würde, deren Eigentümer dieses aber aus irgendwelchen Gründen ablehnt, hätte er/sie theoretisch im schlimmsten Fall Anspruch auf Schadenersatz gehabt. Die neue Landesverordnung gibt aber nun den Tierschützer*innen Recht und kann anhand rechtssicherer Vorarbeiten zu der Einführung der Kreis-Katzenschutzverordnung führen. Aus diesem Grund ist der Antrag nun zur richtigen Zeit gestellt! Wie heißt es im Volksmund so schön: Gut Ding will Weile haben…
      Die Grünen sind tatsächlich in der Lage zu lesen und Zusammenhänge zu erkennen 😉

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  • Cora

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    ca. 60 bis 100 € kann sich nicht jede Katzenmutti leisten. (da liegt der Hund begraben). Und bitte keine Kommentare „das soll man vorher überlegen, oder wissen“.

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    • Silvia Rinke

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      Doch, Cora. Das MUSS man vorher überlegen/wissen. Man kann eine von Millionen bereits kastrierten Tierschutzkatzen kaufen. Aber nein, es MUSS ein niedliches Katzenbaby sein. Und ein halbes Jahr später merkt man, hups, keine Kohle, um das Tier zu kastrieren? Sorry, null Verständnis.

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