Rundblick-Unna » Jedes Jahr dieselbe schmerzende Frage… nach dem toten Papa

Jedes Jahr dieselbe schmerzende Frage… nach dem toten Papa

Lebt der Vater Ihrer Kinder?“ Jedes Mal reißt diese Frage die immer noch schmerzende Wunde bei Sabine Preuss wieder klaffend neu auf.
Der frühere Lebenspartner der Unnaerin und Vater ihrer Kinder starb vor vier Jahren. Die Kinder sind noch klein. Die allein erziehende Mutter bekommt für die Kleinen Halbwaisenrente. Und jedes Jahr im April bekommt sie aufs Neue Post vom Unnaer Jugendamt, das die Frage nach dem Familienstatus klären will. Lebt der Vater der Kinder? – Nein…
„Jedes Jahr schreibe ich, dass der Vater verstorben sei“, schildert Sabine Preuss dieses immer wieder neue schmerzende Erlebnis. „Ich bin vor zwei Jahren auch schon einmal beim Jugendamt gewesen und habe nachgefragt. Sie sagen aber, der Gesetzgeber wünscht eine Aussage einmal im Jahr.“
Sabine Preuss macht das zu schaffen. „Ich habe doch auch die Kopie der Sterbeurkunde damals eingereicht. Trotzdem immer wieder diese Fragen… das reißt bei mir regelmäßig Wunden auf. Die Mitarbeiter könnten – oder sollten – in solchen Dingen etwas sensibler sein“,  wünscht sie sich. 
Stadtsprecherin Katja Sahmel, an die wir die Anfrage weiterleiteten, bat um Verständnis darum, zu konkreten Fällen aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts sagen zu dürfen. „Generell ist es aber so, dass z. B. für die Ermittlung des Kindergarten- oder OGS-Beitrags jährlich das Einkommen überprüft wird. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Alle Eltern bzw. Erziehungsberechtigten werden dann zu einem bestimmten Stichtag angeschrieben und aufgefordert, das Familieneinkommen nachzuweisen.“
Und zu diesem Einkommen zähle neben Erwerbseinkünften oder dem Kindergeld eben auch eine Waisenrente, da sich auch hier Änderungen ergeben könnten.
Wieso die – einmal eingereichte – Kopie der Sterbeurkunde nicht ausreicht – auf diese Frage musste Katja Sahmel passen.

Kommentare (14)

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Für mich hört sich das an wie Dienst nach Vorschrift. Bloß nicht selber denken.

    Antworten

  • Ulrike Fink via Facebook

    |

    Gruselig, der Beitrag erinnert mich daran, dass ich meinen verunglückten Sohn, bei der Angabe meiner Kinder, beim Amt nicht benennen darf. Ich habe nur 2 Kinder, nicht 3 Kinder, auch wenn mein Sohn fast 6 Jahre gelebt hat, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass diese unwürdige Diskussion, einfach mit der Initiative, der Sachbearbeiterin ein Ende gehabt hätte.
    Aber der Bürokratismus und das der Mensch dort nur eine Nummer ist, lässt den Spielraum nicht zu.

    Antworten

  • Rundblick Unna via Facebook

    |

    … als ob man öfter als einmal sterben könnte. :-(

    Antworten

  • Kerstin Richert via Facebook

    |

    Unverschämt und unmenschlich . Der Vater wird in 10 Jahren immer noch tot sein und in 20 Jahren auch ,nur dann interessiert es diese Sesselpupser nicht mehr , weil sie dann nicht mehr zahlen müssen . Aber bis dahin kann in aller Ruhe völlig pietaetlos agiert und auf den Gefühlen von Menschen rumgetrampelt werden . Zutiefst verabscheuungswuerdig .

    Antworten

  • Nicky Müller via Facebook

    |

    :( das kenne ich von meinem papa.. und jedes jahr aufs neue unterlagen ausfüllen, während der schule und ausbildung damit man ja keinen cent zu viel bekommt und es auf die halbwaisenrente angerechnet werden kann?

    Antworten

  • Markus Antonius

    |

    Die Anfrage ist durchaus nachvollziehbar. Zum einen könnte die leibliche Vaterschaft einer anderen Person als dem verstorbenen Lebensgefährten zugesprochen worden sein. Zum anderen könnten die Kinder zwischenzeitlich adoptiert worden sein.

    Antworten

  • Chrissy Westh via Facebook

    |

    Schrecklich. Da – denke ich mir mal, dass diese vorgegebenen Vordrucke dieser Formulare, via Datenerfassung per se ausgedruckt werden. Unter der Kategorie Mutter / Vater per Eingabe beim Vater XXXXXX gemacht werden können – demnach würde bräuchte man dementsprechend diese Art von Angaben nicht mehr zu machen!. Es erscheint mir, dass die dort ansässigen Angestellten doch in meiner Vermutung – „nicht“ über „FackKompetenzen verfügen. Ser Verwunderlich würd ich mal sagen. Verstorbene sollte man „Ruhen“ lassen. Oder bin ich im „Falschen Film“???

    Antworten

  • Rosemarie Zoche via Facebook

    |

    Nicht zu fassen. Alles wird im Internet gespeichert. Die kriegen es nicht auf die Reihe der Frau das zu ersparen. Arbeiten ohne mit zu denken. Wo bleibt da die Menschlichkeit???

    Antworten

Kommentieren