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Je mehr Kinder, desto billiger bauen: Piraten wollen am Hertinger Tor Familien bevorzugen

Je mehr Kinder, desto günstiger soll das eigene Häuschen werden: Unnas Piraten wünschen sich familienfreundliches Bauen am Hertinger Tor. Auf dem ehemaligen Sportplatz will die Stadt wie berichtet ihr jüngstes Wohngebiet erschließen und ihm einen neuen Kindergarten mit sechs Gruppen zugesellen. Somit ist dieses innenstadtnahe „Filetstück“ im Süden Unnas prädestiniert für (junge) Familien, die die Stadt erklärterweise bevorzugt als Neubürger gewinnen möchte. Für diese soll nach dem Wunsch der Piraten das „Sozialprinzip“ angewendet werden.
„Wir als Kreisstadt nehmen für uns in Anspruch, familienfreundlich zu sein“, greift die Piratenfraktion dieses Selbstverständnis denn auch auf. „Unser Vorsatz ist es, bei Bauvorhaben besonders Familien mit Kindern zu fördern.“ Unna habe schließlich einiges für Familien zu bieten: „Sehr gute Schulinfrastruktur, kulturelle Veranstaltungen, Zirkus Travados, Jugendkunstschule, ein sehr tolles Ferienfreizeitprogramm des Kinder- und Jugendbüros…“
Häufig kritisiert wird allerdings gerade von Familien die überdurchschnittlich hohe Grundsteuer, die die Kreisstadt ihren Immobilieneigentümern und damit auch den Mietern abverlangt. Auch die Kitagebühren kommen oftmals zur Sprache, allerdings sind sie sozial gestaffelt – und zusätzliche Geschwisterkinder nutzen die Kita beitragsfrei, so lange auch das erste Kind in einen Kindergarten geht, das muss übrigens nicht derselbe sein.
Christoph Tetzner
Piratenfraktionschef Christoph Tetzner (Bild oben) führt als nachahmenswertes Beispiel der Gemeinde Nordkirchen an, in der er früher politisch aktiv war. Die Kommune im Münsterland (Nachbargemeinde zu Selm) habe die Ansiedlung von Familien in einigen Baugebieten wie folgt gefördert: „Jede Familie mit Kindern hatte Anspruch auf einen reduzierten Preis pro Quadratmeter“, schildert Tetzner das Sozialprinzip in Nordkirchen. „Dieser wurde ab zwei Kindern erneut pro weiteres Kind um einen Betrag reduziert. Auch wurde die Reduktion im Grundbuch festgehalten. Die Familie musste eine Frist abwarten, bevor Sie das Haus nebst Grundstück verkaufen durften. Andernfalls war der Gemeinde die Beträge zu erstatten.“
Für Tetzner nur „ein Beispiel für das, was möglich ist. Vielleicht finden wir ja einen stadteigene Möglichkeit, wie wir Familien besser stellen wollen. Schließlich hat UNsere Stadt schon häufiger einen besseren Weg gefunden, als nur einfach abzuschreiben…“
Für das Baugebiet Hertinger Tor hat auch die SPD durch ihren Ratsherrn Ralph Bürger schon einen Antrag formuliert:  ttp://www.spdfraktionunna.de/meldungen/15704/196130/Demokratisch-begleitetder-Bebauungsplan-Hertinger-Tor.html
Die Grünen stellen an der großen Freifläche im Süden die Grundsatzfrage, ob man „weiter alles nach Schema F zupflastern“ wolle: http://rundblick-unna.de/jede-freiflaeche-in-unna-weiter-nach-schema-f-zupflastern-gruene-stellen-an-hertinger-torbrockhausplatz-staedtebauliche-grundsatzfrage/

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