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Integration durch Sport: Dafür fehlt nur der Dress

Sport im Verein überwindet Grenzen! „Die Teilnahme am Breitensport ist für Geflüchtete eine der wesentlichsten Brücken zur Integration“, sagt Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna. „Miteinander Sport treiben verbindet, Vorurteile und Barrieren schwinden, auch Sprachhürden werden übersprungen.“ Doch häufig scheitert der sportliche Ausgleich einfach am fehlenden Dress: Die Ausstattung mit Sportkleidung ist in den Sozialhilfeleistungen für Geflüchtete nicht vorgesehen.

Deshalb bittet die Werkstatt jetzt um Spenden – und bedankte sich bei der großzügigen Starthilfe bei der EGV Lebensmittel für Großverbraucher AG: 3.000 Euro wurden von den Vorständen Christian Heumann und Thomas Wallrabenstein für den Sportbekleidungsfonds der Werkstatt für Flüchtlinge übergeben. „Damit können wir schon weitere Teams ausstatten“, erklärt Dörmann. Der Bedarf sei groß: Rund 500 Flüchtlinge, zum größten Teil Jugendliche, betreut die Werkstatt im Kreis Unna in verschiedenen Angeboten. Für die fehlt nicht nur die richtige Kleidung, die Voraussetzung für die Teilnahme am Vereinssport ist. Auch für die sportlichen Aktivitäten im Werkstatt-Angebot werden noch dringend Sportgeräte – vom Ball bis zum Fahrrad – gebraucht.

Hintergrund:

Die Situation des Großteils der Flüchtlinge ist geprägt vom Wohnen in Sammelunterkünften, Warten im Anerkennungsprozess, Warten auf Integrationskurse, Warten auf Nachricht von Zuhause verbunden mit Ängsten vor den Nachrichten aus der Heimat und Zukunftsängsten. Sie müssen sich in einer neuen Umgebung orientieren und haben oft nur wenige soziale Kontakte. Für die Freizeitgestaltung fehlen Mittel und Wege. Die meisten Flüchtlinge sind stark fokussiert darauf, arbeiten zu gehen und Geld zu verdienen, auch, damit eine eigene Wohnung und der Familiennachzug möglich werden. Dass es bis dahin ein langer Weg ist, ist für die meisten schwer zu ertragen. Die Mitarbeiter der Werkstatt im Kreis Unna versuchen all dies in den Lehrgängen aufzufangen und die Flüchtlinge in allen Belangen zu unterstützen.

Die Erfahrungen zeigen, dass der Sport im Rahmen der Gesundheitsförderung eine bedeutende Rolle im Förder-und Integrationsprozess spielt. Mit sportlicher Betätigung wächst das körperliche Wohlbefinden, mit sportlichen Erfolgen wächst das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Selbstwertgefühl wird gesteigert. Durch gemeinsames Sporttreiben von Menschen mit und ohne Flüchtlings-/ Migrationshintergrund werden die gegenseitige Toleranz sowie die gesellschaftliche Integration der Flüchtlinge gefördert. Sportliche Aktivitäten sind daher Bestandteil aller Lehrgänge und werden, durch ehrenamtliches Engagement der Mitarbeiter, auch als Freizeitangebote außerhalb der Lehrgänge organisiert. Einen besonderen Schwerpunkt sieht das Team der Werkstatt auch darin, die Flüchtlinge für den vereinsorganisierten Sport zu gewinnen, denn im Verein können alle Menschen erleben, dass sie willkommen sind, gebraucht werden und einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten können. Das schafft Zugehörigkeit und fördert Integration. Im spielerischen Miteinander werden Fairness, Toleranz, Respekt und Teamgeist vermittelt.

Auf dem Bild: Bedankten sich bei den EGV-Vorständen Christian Heumann und Thomas Wallrabenstein für die Spende in den Sportbekleidungsfonds: Junge Flüchtlinge aus den Maßnahmen der Werkstatt mit ihren Betreuerinnen und Werkstatt-Geschäftsführer Herbert Dörmann.

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