Rundblick-Unna » In SPD brodelt es weiter: Krisensitzung und weiterer Leserbrief zur „Causa König-Risadelli“

In SPD brodelt es weiter: Krisensitzung und weiterer Leserbrief zur „Causa König-Risadelli“

Im Kündigungsstreit Risadelli – SPD-Fraktion brodelt es innerhalb der Unnaer SPD nach dem vor zwei Wochen ungütlich geendeten Gütetermin weiter. Für Montag, 15. Februar, ist eine Sondersitzung zum Thema anberaumt.

Wie berichtet, sandte die Arbeitsrichterin beim Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Dortmund heute vor 14 Tagen warnende Signale an Fraktionschef Volker König und seinen Anwalt aus: Der fristlose Hinauswurf der Fraktionsgeschäftsführerin im November stehe aus arbeitsrechtlicher Sicht auf äußerst wackligen Füßen.

Risadelli Gütetermin 2

Risadelli Gütetermin 3


Dazu schickt uns heute unsere Leserin Bärbel Mucha aus Unna eine weitere Stellungnahme:

„Streit lähmt“, das waren die Worte vom SPD-Fraktions- und Parteivorsitzenden König in seiner Rede zum SPD-Jahresauftakt! „Perfide“; kann man das nur nennen, denn in der Causa Risadelli geht er stramm seinen Weg weiter.

Selbst nach der für ihn bitteren Niederlage im Gütetermin zeigt König keine Einsicht, sondern tritt die Arbeitnehmerrechte weiter mit Füßen. Die SPD-Fraktion und die Mächtigen wie Herr Bürgermeister Kolter, Herr Kaczmarek (MdB) und Herr Ganzke (MdL) schauen diesem Unrecht zu. Unterstützt wird König (Königsborn) weiter von seinem Fraktionsvorstand, den Beisitzern: Heike Gutzmerow (Königsborn), Sebastian Laaser (Königsborn) Hans-Jürgen Scheideler (Afferde) und Renate Nick (Massen)! Allesamt bestens als Beamte abgesichert, haben sie der fristlosen Kündigung zugestimmt.

König behauptet nach wie vor, dass es einen mehrheitlichen Beschluss zur fristlosen Kündigung gibt. Ich meine, nicht nur König hat bereits verloren, sondern auch die, die ihm in der Causa Risadelli den Rücken stärken. Für mich auch unbegreiflich, wie eine stellv. Bürgermeisterin, Renate Nick, die als Repräsentantin die Stadt Unna vertritt, sich zu solch einem Votum hinreißen lassen konnte.

Um was geht es hier letztendlich? Nicht mehr um die Werte der SPD, nein, die Treuen wollen nur noch den König retten. Welche Posten dann zukünftig besetzt werden, bleibt zu beobachten. Ebenfalls Beisitzer im Fraktionsvorstand ist das Ratsmitglied Michael Tietze (Massen), in seiner Funktion als Geschäftsführer des SPD-Stadverbandes.

Auch hier kann ich nur mit Verwunderung feststellen, er muss ebenfalls der Kündigung zugestimmt haben, und das als Schiedsmann! Hätte Herr Tietze nicht in dieser Funktion als Streitschlichter alles dafür tun müssen, eine gütliche Einigung zu finden?

Jetzt soll eine weitere Krisensitzung stattfinden. Fragen muss man sich auch, welche Krise soll zum Thema gemacht werden. Die Offenheit der Genossin Friese-Kracht, die den Mut hat, auch Dinge auf den Punkt zu bringen, die andere vielleicht denken, aber nicht aussprechen. In einer Stellungnahme hat sie sehr deutlich gemacht, dass sie für mögliche Kosten aus dem Rechtsstreit nicht haften wird. König soll dafür alleine haften, denn auch die Zahlung aus den Fraktionszuwendungen sind Steuergelder.

Somit zahlt der Bürger für die Befindlichkeiten des Königs. Oder geht es in der Sitzung um die Kündigung der Fraktionsgeschäftsführerin. Dazu kommt die Frage auf, wer führt nun die Geschäfte der SPD-Fraktion?? Die Krisensitzung am 15.2. kann die Krise nur beenden, wenn sich die Genossen gegen „den“ König auflehnen und auf eine Weiterbeschäftigung der Fraktionsgeschäftsführerin beharren.

Alles andere bedeutet den Untergang der SPD in Unna! Ich kann nur hoffen dass sich die Genossen auf ihre Werte besinnen, bevor Herr König sich noch weitere Schandtaten einfallen lässt.“

Bärbel Mucha


Links zu vorangegangenen Berichten:

http://rundblick-unna.de/koenigs-risadelli-kuendigung-mehr-als-zweifelhaft-spd-chef-beharrt-auf-position-prozess-am-3-mai/

http://rundblick-unna.de/ein-koenigliches-debakel-oder-die-tragik-des-koenigs/

http://rundblick-unna.de/erklaerung-von-spd-fraktionsvize-friese-kracht-kuendigung-war-koenigs-alleingang-ausschluss-aller-haftungen-fuer-gerichtsstreit-kosten/

 

Kommentare (26)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Das ist der zweite Bericht von Bärbel Mucha, den ich zu diesem leidigen Thema lese. Ich muss ihr hier meine Hochachtung aussprechen. Sie weiss, wie man Dinge sachlich und punktgenau in Worte verfassen kann. Ihrem Bericht kann ich mich nur anschliessen und zwar aus vollem Herzen.

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  • Martina Tsatsoulis via Facebook

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    Bärbel Mucha bringt es auf den Punkt! In allen Einzelheiten! Dem ist nichts hinzuzufügen…

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  • Elke Schmidt

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    Zu Werten besinnen ?!? Das ist nun zu spät. Die Damen und Herren von Fraktion und Partei hatten lange Zeit, um ihre Meinung zu äußern und zu zeigen, auf welcher Seite sie stehen.
    Da sich fast alle weggeduckt haben, tragen sie mit zum Dilemma bei. Das Vertrauen ist weg.
    Die Wahl ist bald 2 Jahre her und die SPD hat bisher keine Sachpolitik gemacht.
    Und der Bürgermeister ?!? Möchte dazu auch nichts sagen.

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Was? Der Minoritätenbürgermeister? Von dem kommt nix, der soll mal besser auf seiner Segeljolle bleiben. ich kann mich nicht erinnern, dass der jemals irgend etwas Schwieriges, Arbeitsreiches oder Unpopuläres in Unna angegangen ist.Ja, Sprechblasen, rhethorisch wohlfeil dargeboten schon. Aber sonst nichts!

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  • Mike

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    Volle Zustimmung ! Der Zug ist abgefahren, die SPD Unna ist in keinster Weise mehr glaubwürdig, kennt ihren Wählerauftrag nicht sondern beschäftigt sich lieber selber mit eigenen Befindlichkeiten der Mitglieder, aus einer Demokratie ist anscheinend dort eine Diktatur geworden, unglaublich, daß soetwas in der SPD passieren kann, die Gründungsväter würden sich im Grab umdrehen wenn sie wüssten wie einige hier die Grundprinzipien der SPD mit Füssen treten.
    Das der Bürgermeister in keinster Weise reagiert spricht Bände.
    Letzendlich werden hier Zeit und Ressourcen und vorallem Geld verschwendet welches eigentlich zweckgebunden für den Wählerauftrag und die Zwecke der SPD sein sollte und nicht für vermeidbare Rechtsstreitigkeiten ausgegeben werden sollte.
    Schade, daß es die SPD in Unna nicht schafft die eigenen Probleme zu klären, das ist quasi die Bankrotterklärung, wie will man als Wähler noch erwarten, daß sie sich da noch um die wichtigen Themen kümmert ? Von der Arbeiter- und Volkspartei zur Egopartei.

    Ich kann allen Beteiligten nur mal dringlichst empfehlen die eigenen Interessen hinten an zu stellen, sondern die Parteiinteressen wieder in den Vordergrund zu stellen und die Leute die eigene Interesse vor denen der Partei stellen das Vertrauen zu entziehen, eine Partei ist eine Gemeinschaft und kein Selbstbedienungsladen.

    Wie steht eigentlich der Partei­vorsitzende zu der SPD in Unna ? Gibt es da eine Stellungnahme ?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nein, Mike. Wir warten noch auf unsere letzten beiden Bitten um Stellungnahmen vergeblich.

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      • Mike

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        Nein, ich meinte nicht Hr. König, da wird so oder so keine Stellungnahme kommen, ich meinte Sigmar Gabriel, solangsam sollte das zur Chefsache werden. Der Wähler will Informationen und nicht für dumm verkauft werden.

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        • Rundblick Unna via Facebook

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          Hallo Mike, einer Anfrage an Herrn Gabriel rechnen wir nicht wirklich höhere Chancen auf Beantwortung aus – aber wir könnten es natürlich einfach mal versuchen… 😉

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          • Mike

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            Versuch macht klug, ich hatte mal an die Bundeskanzlerin geschrieben und tatsächlich auch eine Antwort bekommen, zumindest die CDU weiss, daß sie einen Wählerauftrag hat und Antwort und Rede stehen zu haben ihrem Wähler und Bürger gegenüber.

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        • Stefanus Maxus via Facebook

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          Rundblick Unna Der Gabriel versteht doch sowieso nicht, was er da schreibt, falls er antwortet. Siehe Asylpaket 2…

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        • Rundblick Unna via Facebook

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          Positiv denken, Stefanus Maxus. 😉

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        • Stefanus Maxus via Facebook

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          Warten wir mal das Ergebnis ab.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Wir machen das. Wir stellen die Anfrage. Echt jetzt. 😉

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  • Friedhelm K.

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    ich bin wirklich erstaunt, dass nach dem Gütetermin, die Genossen noch nicht die Reißleine gezogen hat. Geht es noch um Politik oder um Machterhalt einzelner Personen? Vielleicht liegt auch der Fehler darin, dass der Stadtverbandvorsitzende gleichzeitig auch der Fraktionsvorsitzende der Stadt Unna ist. So kann natürlich der Stadtverband nicht reagieren, geschweige agieren. Leider lachen bereits die Genossen aus anderen Städten und Unna macht sich politisch unglaubwürdig. Das wird Unna auf Jahre SPD- politisch intern sowie extern herunterziehen. Hut ab und einen schönen 1. Mai und einen Gruß an die Genossen, die alles ausbaden dürfen. Ich wünsche euch viel Kraft und Rückhalt. Freundschaft!

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    • Mike

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      Unnaer Klüngel 😉 So bockig wie der Unnaer Esel eben :-)

      Niemandem wäre ein Bein abgefallen wenn man gesagt hätte, oh da habe ich/wir wohl einen Fehler gemacht und da setzen wir uns jetzt zusammen und finden eine Lösung. Die Möglichkeit und Chance (!) wurde leider versäumt.

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Die Partei wird ohnehin, auch auf Bundesebene, den Weg der FDP gehen. Der rechte Flügel wird von der CDU abgedeckt, der Linke von der Linkspartei. Von der SPD ist nur noch ein, insbesondere moralisches, Gerippe übrig…

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      • Mike

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        Die Einigung mit Edathy heute besiegelt den Untergang der SPD, unglaublich, nicht mehr wählbar.

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  • Daniela Klimko via Facebook

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    Hartmut Kupitz

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  • Walter Schlürscheid

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    Also ein Rücktritt (oder auch Rauswurf) von Herrn König ist überfällig.
    Der Leserbrief von Frau Mucha ist wirklich spitze und bringt die Problematik auf den Punkt.
    Hier muss schnellstens gehandelt werden. Vom Bürgermeister wird, wie so odt, nichts kommen.

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  • Margarethe Strathoff via Facebook

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    Alles unfassbar. Aber bitte, nicht alle Genossen denken so. Ich entschuldige mich bei euch allen. Danke Gudrun und Ingrid. …

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  • Siegfried

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    Dieser Skandal deckt auf, was nicht allen bekannt war. Frau Mucha: auch ich möchte Ihnen meine Hochachtung für diesen Leserbrief aussprechen. So wie allen anderen, die in diesem Fall Partei für Frau Risadelli ergreifen. Offenheit, Vielfalt, Zusammenhalt, Wertschätzung und Respekt scheinen ein Fremdwort für Herrn König zu sein.

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