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Immobilienunternehmen gerät zwischen rechte und linke Fronten

Zunehmend verschärft sich aktuell der Konflikt zwischen rechten und linken Gruppierungen. In Dortmund ist ein Immobilienunternehmen zwischen die Fronten geraten.

Dieses will  „eigentlich nur“ eine Immobilie vermieten – für ein „alternatives Kulturzentrum“. Hingegen ist nach Behauptung rechter Dortmunder Gruppierungen ein linksradikales Zentrum geplant, und dagegen wird Front von rechts  gemacht. Heute Nachmittag gab es einen Aufmarsch vor dem Firmensitz des Immobilienunternehmens.

Laut Berichten Dortmunder Medien werden die Betreiber des künftigen alternativen Kulturzentrums von Rechtsextremisten bedroht. Der eine der beide ist der Betreiber des „Black Pigeon“, eines „anarchistischen Buchladens“ nahe des Borsigplatzes. Es gibt dort z. B. Bücher über Antirassismus und Antifaschismus. Mit der Ankündigung, an die Scharnhorststraße ins Hafenviertel umzuziehen, habe der Ärger begonnen, es gebe Anfeindungen durch Rechtsradikale im Netz und Bedrohungen. Denn was dem Vermieter als harmloser „Buchladen“ (mit integriertem Fotoatelier) verkauft werde, solle in Wahrheit ein Anarcho-Zentrum werden.

Vermieter ist ein Dortmunder Immobilien-Unternehmen, vor dessen Firmenzentrale die Rechten heute protestierten. Auf einem rechtsnationalen Dortmunder Medienblog wird das Immobilienbüro namentlich genannt und mit Foto abgebildet. Der Mietvertrag solle widerrufen werden, fordern die Rechten. Ihre Begründung: Anders als dargestellt sei nicht lediglich ein Buchladen mit Fotoatelier geplant, sondern „eine Versammlungsräumlichkeit des extrem linken Spektrums“ – anders lasse sich der Umzug aus den 20 qm großen Räumlichkeiten am Borsigplatzu kaum erklären.

Das ahnungslos zwischen die Fronten geratene Immobilienunternehmen schrieb am Freitag auf seiner Facebookseite:

„Leider mussten wir die Bewertungs- und Kommentarfunktion unserer Facebook-Seite erheblich einschränken, da wir unqualifizierten Angriffen ausgesetzt waren.

In der Sache geht es um die Vermietung eines Ladenlokals in Dortmund an eine Buchhandlung und ein Fotoatelier, die an uns mit glaubwürdigen Argumenten und Ideen zu einer Selbstständigkeit herangetreten sind und das Ladenlokal angemietet haben. Dies scheint einigen Personen / Gruppierungen nicht recht zu sein.

Ob und was an den Vorwürfen dran ist, können wir derzeit nicht sagen, wir prüfen das. Wir wollen mit keinerlei Extremismus in Zusammenhang gebracht werden und werden, entsprechend der Ergebnisse handeln und das rechtlich Mögliche veranlassen.

Danke für Ihr Verständnis.“

Und während die Rechten am Vortag ihrer „Mahnwache“ titelten: „Vermieter will Anarchisten rauswerfen“ (als Quelle sind „verschiedene Presseangaben“ genannt), stellte das Immobilienunternehmen selbst am Dienstagabend (1. 3.) fest:

„In verschiedenen regionalen Medien und Social-Media-Kanälen wurde in den letzten Tagen über die Anmietung eines Ladenlokals in Dortmund berichtet. Dort wollen eine Buchhandlung und ein Fotostudio ihre Geschäftsräume beziehen. Dagegen wurde von Personen und Gruppen, die einem bestimmten politischen Lager zuzurechnen sind, protestiert und eine Drohkulisse aufgebaut. Für morgen wurde eine Demonstration/Mahnwache vor unseren Geschäftsräumen angekündigt.

Wir stellen daher folgendes fest: Als Vermieter betonen wir, dass ein rechtsgültiger Mietvertrag vorliegt, der nicht anfechtbar ist.“

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