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Immer is was, sonst wär ja nix. Tränen lachen mit Kai-Magnus Sting

Immer is was, weil sonst wär ja nix. Freitagabend war Kai-Magnus Sting in Fröndenberg.

Kamikaze-Kabarett aus dem Ruhrpott, frisch eingeflogen über Alldey („Ardey!“, schreit´s Publikum) mit Zwischenstopp beim Bäcker Niehaus („Niehaves!“) zum Käffchen und Teilchen dazu. Als Kai-Magnus vor vier Jahren zum ersten Mal in Fröndenberg aufschlug, am 11. 11. 11 war das, passend zurr Verbalnarretei, lobte er diesen ihm bis dato völlig fremden Flecken als „Ursuppe des Ruhrgebiets“ mitsamt dem von der Bevölkerung emphatisch gelebten Desinteresse: „Hier im Revier stehse anne Bude, allein, Flasche Bier am Hals und hältst einfach die Schnauze. Damit ist oft alles gesagt.“

Kai M. Sting V

Viel zu sagen hat uns Kai-Magnus in seinem neuen Programm: „Immer ist was, weil sonst wär ja nix“ heißt es. Kulturschmiede rappeldicht ausverkauft. „Die gute Stube Fröndenbergs…“, entrückt lächelt er,“die Leute komen von weit her – teilweise bis aus Unna!“ Sogar bis aus Essen, einige KMS-Fundis sind dem Sprachgenie bis an die Ruhr nachgereist.

Immer is was. Mit Omma zum Beispiel. Ein typischer Spruch von Omma verfolgt Kai- Magnus seit frühester Kindheit: „Wenn erst mal die Füße kalt sind…!“ – Ja… was ist denn dann? Das hat Omma nie verraten. Fällt man tot um, wenn die Füße kalt sind? Fallen die Illuminaten ein? Bis heute achtet Kai-Magnus jedenfalls in paranoider Panik auf warme Füße. Ein anderer Klassiker von Oma: „Ja, man weises nich.“ (Kannst ja nicht alles wissen.) „Kennt ihr auch so typische Omasprüche?“ Fröndenberg ist ihm da gern behilflich: „Und ich sach noch!“, bietet eine Besucherin an. Prima, freut sich Kai-Magnus. Noch besser gefällt ihm das nächste Angebot: „Stecks nich drin.“ Kurz hält er inne, grinst breit, noch breiter: „Stecks nich drin.. ja… wenn du dich mal umguckst… manchmal biste froh.“

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Kai Magnus Sting hat Literaturwissenschaften studiert, man kann ihm folgen, sofern man Hochschulabschluss hat und randlose Brille trägt. Im anthrazitfarbenen Biedermannanzug mit Krawatte wirkt er wie ein AOK-Vertreter, abgesehen davon, dass er nicht nur wie ein Vertreterklischee pausenlos redet, sondern auch noch gut. „Mann, der ist soo gut“, ächzt ein mittelaltes Paar in der mittleren Reihe unter Lachtränen; er, sie: Lehrer? Vermutlich: „Sind Lehrer hier?“, ruft er, und wer sich jetzt meldet, ist verrückt, denn Kai-Magnus mag keine Lehrer.

Kai M. Sting III

Er mag auch kein Google Earth auf Handy. „Da können Sie drauf sehen, wo Sie gerade so sind. Früher hat man einfach mal die Augen aufgemacht.“ Erst recht mag er es beim Zahnarzt nicht, wenn ihm eine 18Jährige wie einem Kleinkind erklärt, wie man sich die Zähne putzt: „Kommt jetzt der Kariesbär und singt das Karieslied?! Ich will nicht!“ Er will auch nicht „laufend an seine Grenzen kommen“, wie sein Arzt es ihm rät, denn „an meine Grenze komme ich nach drei Schritten, dafür zieh ich mir keine Buxe an.“

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Lieber sammelt er auf seinen Dienstreisen diese horrend teure Pissbons an den Autobahnraststätten – 0,70 Cent… „Du lässt noch was da und zahlst dafür 1,40 D-Mark!!“ Drei blaue Müllsäcke hatte er irgendwann damit vollgestopft im Kofferraum liegen. „Und zum Geburtstag hab´ ich die ganze Familie zur Pissbon-Party an die Raststätte Lichtendorf eingeladen!“ Geburtstag ist am 8. Januar. Sonst wär ja nix.

www.kaimagnussting.de

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