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Im neuen Jahr bekommt auch Unna Geflüchtete zugewiesen

Ebenso wie die anderen Städte des Kreises soll im neuen Jahr auch Unna geflüchtete bzw. zugewanderte Menschen von der Bezirksregierung zugewiesen bekommen. Die Nenngröße: um die 110, evtl. mehr.

Bisher war das noch nicht der Fall – abgesehen von ca. 50 sogenannten „unbegeleiteten Minderjährigen“, um die sich nach ihrer Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung sofort das städtische Jugendamt zu kümmern hat. Diese jungen Alleingereisten sind in verschiedenen kleinteiligen Einrichtungen auf Stadtgebiet untergebracht, die Betreuung übernehmen Vereine.  Wie berichtet, muss für diese jungen Leute die Stadt auch finanziell aufkommen (mit rund 5000 Euro pro Monat und betreuter Person).

Herkömmlichge Zuweisungen vom Land NRW (wie die anderen Städte im Kreis) hatte Unna bisher nicht bekommen, da die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung (Landesstelle) in Massen sozusgen „gegengerechnet“ wurden. Mit dem neuen Jahr muss sich Unna nun aber auch auf zugewiesene Neubürger einstellen, bestätigte Bürgermeisterreferent Oliver Böer am Ende der Woche gegenüber der Presse. Zu rechnen sei derzeit mit ca. 110 Menschen, möglicherweise auch mehr.

Es werden anerkannte Flüchtlinge sein, d. h. Asylanten, nach bisherigem Kenntnisstand aus Eritrea (afrikanische Militärdiktatur) und aus Afghanistan.  Letztgenannte werden allerdings seit Mitte letzter Woche laut Ankündigung der Bundesregierung verstärkt abgeschoben (gegen den massiven Protest von Pro Asyl und den Grünen, die die Bezeichnung von Afghanistan als „sichereres Herkunftsland“ als Perversion empfinden).

Als Unterbringung sollen zunächst die städtischen Unterkünfte dienen. Nach und nach sei dann eine Eingliederung der Menschen in den normalen Wohnungsmarkt vorgesehen. Wer in Unna in den letzten ca. anderthalb Jahren eine bezahlbare Wohnung gesucht hat, weiß, dass der Markt spürbar angezogen hat. Eine Zeitschiene für die Umsiedlung der Asylanten in Mietwohnungen nennt die Stadt daher nicht.

Kommentare (7)

  • Tobi

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    Ich möchte wissen, wo genau diese Leute untergebracht werden !

    Beim sogenannten Flüchtlingsthema fährt die Stadt genau so eine Salamitaktik, wie beim Flughafen.

    Ich hoffe, die Stadt hat genügend Helfer organisiert, die den sog.Flüchtlingen beibringt, wie man sich in Deutschland benimmt.

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Tobi, die Anfrage wird noch in konkreter Form an die Stadt gestellt.

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  • Hans Jochen Voß

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    Hurra auch Unna erhält Fachkräfte, die uns bisher so gefehlt haben.

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  • J.Müller

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    Apropos Salamitaktik.
    Bei der Rede von Makiolla beim SPD Neujahrsempfang sprach er davon, die Landesstelle ausweiten und groß nutzen zu wollen.
    Ist das jetzt wieder der Anfang, auch die Landesstelle zu einer großen Dauereinrichtung machen zu wollen und das Areal zu vergrößern und noch mehr Migranten dort zu versorgen ?

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    • Silvia Rinke

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      Bei der Erstaufnahmeeinrichtung handelt es sich, wie der Name sagt, um eine ERSTaufnahme. Wie der Artikel aussagt, handelt es sich bei den in Unna erwarteten Menschen um ANERKANNTE Asylanten. Also definitiv um KEINE neuen Kunden für die Landesstelle.

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  • Willy

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    Da sind doch viele schöne Wohnungen die man herrichten kann. Freuen wir uns auf die Kulturbereicherung.

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  • Werner Maag

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    Weil keiner die Leute vor der Nase haben will, wird dann einfach nicht vorab informiert. Und falls doch, dann nur in Form einer Infoveranstaltung, wo alles schon vorher entschieden ist.

    Und wieso „Geflüchtete“? Flucht ist wenn man sich aus unmittelbarer Gefahr rettet. Eine Flucht hätte also – spätestens – in den an Syrien oder Afghanistan angrenzenden Ländern geendet. Wenn einer 5-7 Länder durchwandert, dann ist das wohl kaum als Flucht zu bezeichnen, sondern eher als Völkerwanderung.

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