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Hund jagte trächtige Ricke in den Tod – Ruhrverband appelliert an Halter

Ein übler Fall in einem Wald am Möhnesee sorgte vorige Woche für Entsetzen unter Tierfreunden. Eine trächtige Ricke wurde vom Hund einer Ausflüglerin gehetzt und so schwer gebissen, dass das Reh schließlich blutüberströmt mit gebrochenen Hinterläufen im Sterben liegen gefunden wurde – der Forstrevierleiter des Ruhrverbandes konnte das Tier nur noch von seinen Qualen erlösen. In einem WDR-Bericht schilderte der Revierleiter seine aufgewühlten Gefühle angesichts des schrecklich zugerichteten Wildtieres. „Das tut einem in der Seele weh, wenn man da eine hochträchtige Ricke erlösen muss. Es hat mich wahnsinnig geärgert, dass diese Kreatur so leiden musste aufgrund der Unvorsichtigkeit einzelner Hundehalter.“

Die Förster rufen alle Hundehalter gerade jetzt im Frühsommer nachhaltig zu verantwortungsvollem Verhalten auf. Jetzt im Moment erwarten die Ricken ihren Nachwuchs, können sich hochträchtig nicht mehr schnell bewegen und erst recht nicht pfeilschnell vor einem Hund flüchten, den der Jagdinstinkt gepackt hat.

– Hunde nur von der Leine lassen, wenn sie aufs Wort gehorchen! Gesetztlich vorgeschrieben ist: Der Hund muss sich im „Einflussbereich“ seines Halters befinden. In der Praxis heißt das, dass Hunde auf ausgewiesenen Waldwegen (nicht „querwaldein!“)  unangeleint rennen dürfen, wenn sie auf Rufen oder Pfeifen ihres Halters sofort reagieren.

– Mit Hunden, die Schwierigkeiten mit dem Gehorchen haben, empfiehlt sich der Besuch einer Hundeschule. Den Jagdinstinkt kann man dem Tier natürlich nicht abtrainieren, doch in einer guten Hundeschule kann der Hund lernen, dass der Befehl seines Herrchens für ihn Gesetz ist – selbst wenn er vor Jagdfieber buchstäblich zittert.

– Am Allerbesten ist es nach Empfehlung von Förstern jedoch, den Vierbeiner gar nicht erst in Versuchung zu bringen und jedes Risiko auszuschalten – indem man beim Spaziergang in Wald und Feld gerade jetzt im Sommer grundsätzlich die Leine anlegt.

Halter, deren Hunde Wildtiere hetzen, verstoßen gegen das Tierschutz- und das Jagdgesetz. Der Ruhrverband reagiert auf diese Fälle mit Anzeigen.

Erschießen dürfen Jäger in NRW freilaufende Hunde dann, wenn sie wildern –  d. h. wenn der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters Wild aufsucht, verfolgt oder reißt.

Kommentare (8)

  • Petra Tomm via Facebook

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  • Doro Thea via Facebook

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    Einverstanden. Wird gemacht!

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  • Sina Rohmert via Facebook

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    Ich bin entsetzt und habe kein Verständnis für solche Hundehalter die ihre Hunde ableinen und nicht unter Kontrolle haben!

    Ich bin selbst Halterin eines Jagdhundes und habe immer akribisch daran gearbeitet, dass ich ihn immer und überall ableinen kann und ihn jederzeit unter Kontrolle habe!

    Leider ist dies eine Seltenheit! Egal ob Jogger, Radfahrer, Reiter oder Wildtiere – viel zu oft muss man erkennen, dass Halter ihre Hunde nicht im Griff haben und dann auch noch unverschämt werden.

    Ich würde mir empfindliche Geldstrafen für jene wünschen, die Nachweislich ihre Hunde nicht im Griff haben, dennoch ableinen und dann noch ein ignorantes Verhalten an den Tag legen ?

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  • Sarah Repping via Facebook

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    Geteilt 😉

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  • Kerstin Stichmann via Facebook

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    Hört die Tierliebe bei dem eigenen Hund auf, ist da kein Verantwortungsbewusstsein den anderen Tieren gegenüber?

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  • Ralf Hausk via Facebook

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    In Deutschland werden jedes Jahr 1Milionen Rehe geja 20% werden durch den Straßenverkehr getötet. Durch Landwirtschaftliche Geräte kommt noch mal eine beträchtliche Zahl von Kitzen sehr sehr grausam ums Leben. Und es gibt Vorschriften für Landwirte das zu verhindern, keiner schreibt etwas wenn es nicht eingehalten wird. Autofahrer sollten in Waldbereichen angepasst fahren, wer macht es? Wenn ein Hundehalter oder der Hund mal wieder ein Fehler macht ist der Förster sofort wieder in den Medien. Und was noch viel schlimmer ist, Hundehalter sind die esten die diesen Quarsch nachleiern. Übrigens hat das Reh noch andere Freßfeinde z.B. der Fuchs. Last ihn uns abknallen dann bekommen wir auch wieder ein Paar schöne Mäntel und die Kitze können entspannt in der Wiese liegen und auf den Hächsler warten.

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