Rundblick-Unna » Hund im Haushalt, aber kein Steuerzahler: Vermutete „Schwarzhundehalter“ bekommen jetzt Post

Hund im Haushalt, aber kein Steuerzahler: Vermutete „Schwarzhundehalter“ bekommen jetzt Post

Sieben Wochen lang ließ die Stadt Unna private „Schwarzhunde-Ermittler“ von Haustür zu Haustür wandern und – ja: Unnas Hunde zählen. Um mal nachhalten zu können, wieviele schwanzwedelnde Vierbeiner eigentlich in Unna leben, ohne ordentlich angemeldet zu sein – sprich ohne dass ihre Herrchen und Frauchen für sie Steuern zahlen. 108 Euro sind das momentan jedes Jahr (bei einem Hund, bei mehreren wird´s teurer pro Tier), jeden Monat also ca. 9 Euro.

Noch vor den Sommerferien war die Zählung offiziell beendet, jetzt dürfte eine Reihe von Hundehaltern demnächst Post aus dem Rathaus bekommen. Die städtische Steuerabteilung schreibt alle „Kunden“ an, bei denen die Ermittler beim Hausbesuch einen Hund vorfanden die aber bisher keine Hundesteuer bezahlen. „Diese Daten werden momentan abgeglichen, danach werden die Betreffenden angeschrieben und bekommen Gelegenheit, sich dazu zu äußern„, beschreibt Stadtsprecherin Katja Sahmel das Vorgehen der Stadt.

Wer in seiner Stellungnahme gegenüber der Stadt nicht einleuchtend begründen kann, wieso die „Schwarzhundefahnder“ bei ihm einen Hund angetroffen haben, dürfte sich neu in die Reihe der Unnaer Hundesteuerzahler einreihen. Im vorigen Jahr spülte die Hundeliebe der Bürger 440 000 Euro in die Stadtkasse, von gut 10 Prozent „Schwarzhunden“ geht die Steuerabteilung aus – da besteht auf der Einnahmeseite also Luft nach oben.

Voraussichtlich Ende August, kündigt Sahmel an, wird die Stadt verlässliche Zahlen darüber veröffentlichen können, wie viele Hunde konkret nachgemeldet wurden.

Hunde

Sofern sich der kreisweite Trend der vergangenen beiden Jahre fortsetzt, wird die Kreisstadt durchaus einige 100 neu angemeldete Vierbeiner verbuchen können. Und damit auch entsprechend mehr Hundesteuer kassieren.
Denn Unna hat mit seiner „Schwarzhundeermittlung“ ja nicht das Rad neu erfunden: Eine ganze Reihe Städte im Kreisgebiet schickten bereits Hundezähler von Tür zu Tür und kassierten alle deutliche Zusatzeinnahmen. Allerdings muss von dem Plus durch die zusätzliche Hundesteuer noch die Provision für die privaten „Hundesteuersheriffs“ abgezogen werden: Denn diese kassieren für jeden reuig nachgemeldetem Hund eine Prämie.
 
Bergkamen ließ im vergangenen Herbst und Winter die Fiffis in der Stadt ermitteln. Die Stadtverwaltung ging hier von etwas 15 Prozent nicht gemeldeten Hunden aus (die Verwaltungskollegen in Unna von 10 Prozent) – und tatsächlich wurden in der Nachbarstadt im Nordkreis mehr als 300 Tiere neu angemeldet. Das machte rund 30 000 Euro mehr für die Stadtkasse – abzüglich, wie erwähnt, die Prämien für die privaten Hundezähler.
2013 hatten unter anderem Holzwickede, Schwerte, Bönen und Lünen Hundebestandsermittlungen durchgeführt. Und in allen Fällen genügte die bloße Ankündigung, dass viele Hundebesitzer ihre Tiere nachmeldeten.

Kommentare (28)

  • Monika Schwede-Betz via Facebook

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    Vllt sollte man fb das erledigen lassen…wer häufig Hunde- bzw Katzenbilder postet, hat wahrscheinlich auch einen Hund oder eine Katze. Welcome , future…big brother ist watching you!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      … wer weiß, was außer den Hausbesuchen noch alles gelaufen ist, Monika Schwede-Betz.. 😉

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    • Monika Schwede-Betz via Facebook

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      Schön, eine Familie zu haben, die sich echt für dein tägliches Leben interessiert….hihihi! Gott sei Dank hab ich weder Hund , Katze, Schlangen, Spinnen oder Kampfmaschinenhunde…bin also raus aus der Kontrolle. Also: Immer schön durchs Raster fallen. Werde wohl demnächst wg kritischer Kommentare ins Kreuzfeuer geraten! Let’s go!

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    • Tim Schmutzler via Facebook

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      Kampfmaschinenhunde? Was soll denn das sein?

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    • Monika Schwede-Betz via Facebook

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      Ja…man kann sich mit Kleinigkeiten beschäftigen. Sorry….hab manchmal skurille Ausdrücke, die manche Menschen verstehen. FÜr dich: Kampfhunde.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Listenhunde.

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    • Tim Schmutzler via Facebook

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      Kampfhund ist ein furchtbarer Begriff. Als Halter eines Listenhundes ist es absolut keine Kleinigkeit und ich beschäftige mich sehr wohl damit. Wegen solchen Kleinigkeiten wird einem das Leben unnötig schwer gemacht. Die Liste als solche ist schon lächerlich genug.

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    • Monika Schwede-Betz via Facebook

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      Das tut mir sehr leid für dich.

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  • Markus Krabe via Facebook

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    @ Rundblick Unna Genau so sehe ich das auch ! Nicht nur Big Brother es könnten eventuell auch die guten alten StaSi Ausfrage Methoden angewendet worden sein ! ERSCHRECKEND

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  • Monika Schwede-Betz via Facebook

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    Werde gleich mal kurz auf den Dachboden gehen und einen Kaffee hochbringen…für das Leben der anderen! Höhöhö.

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  • Paul Stieglitz via Facebook

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    Einfach den spinnern die Tür nicht aufmachen…

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  • Jama To via Facebook

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    Alle haben über DDR geschimpft!
    Vielen sind davon geflüchtet!
    Und Heute?
    Willkommen in dass alte DDR System!
    Nun, es ist größer Unterschied!
    DDR gab’s keine Chokolade, Bananen, und einige andere Produkte!
    Das war schlimm!
    Heute gibt’s all diese Produkte!
    Heute können Wir uns aber nicht mehr leisten!

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  • Yvonne Rempe via Facebook

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    Lächerlich

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nun ja, Yvonne Rempe, wenn ein paar hundert reuige Neusteuerzahler zusätzlich locken…? Von Bergkamen lernen heißt offenbar siegen lernen… 😉

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  • Udo

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    Leider müssen bloß Hundehalter bezahle. Katzenhalter solten auch bezahlen. Einige verdienen Steuerfrei ein Schweine Geld im Jahr mit der Zucht.

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  • Hanna Doe via Facebook

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    Würden von den Steuereinnahmen wenigstens mal ein paar Hundetütenspender, oder wenigstens ein paar Mülleimer für eben diese außerhalb der City aufgestellt werden.

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  • Sarah Rantz via Facebook

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    Super? Und was machen die mit dem Geld? Zumindest nichts sinnvolles. Der Hundefreilauf ist eine Katastrophe. Dort wird keine Pflege betrieben. Aber naja Hauptsache die Stadt hat wieder ein paar Einnahmen mehr ?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Tja, Sarah Rantz, das stimmt schon – die Einnahmen aus der Hundesteuer sind nicht zweckgebunden an irgendwelche Investitionen, die mit Hunden zu tun haben…

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    • Katja Mette via Facebook

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      Das sind alle anderen Steuern aber auch nicht. Was nicht heißen soll das ich sie als sinnvoll empfinde.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, Katja Mette, Steuereinnahmen fließen in den Gesamthaushalt ein. Das verschafft der Kommune natürlich finanzielle Flexibiltät.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      …. ob das immer gut ist, sei einmal dahingestellt.

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    • Sarah Rantz via Facebook

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      Ja das ist schon klar aber man kann wohl meinen, dass bei einer nicht unerheblichen Summe zumindest ein bisschen was über bleibt. Wir haben schon wenig Freilaufmöglichkeiten, wo Hunde wirklich frei laufen können, ohne dass es gleich Ärger gibt. Schade eigentlich.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Der Unmut der Hundebesitzer darüber ist absolut nachvollziehbar, Sarah Rantz. Das wäre doch mal ein Anliegen, mit dem sich Bürger konkret an ihre gewählten Ratsvertreter wenden könnten – sollten.

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  • Katja Mette via Facebook

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    Erinnere ich mich richtig das es bei der „Zählung“ hieß das es gar nicht darum ginge ob man Hundesteuer zahlt…. Das war doch total klar.

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  • Sabine De-Zolt via Facebook

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    Ok dann sollten ZÜCHTER zahlen . Udo :)

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