Rundblick-Unna » Hohe Bordsteinkanten, Engpässe: FLU fordert barrierefreies Bauen bei allen künftigen Straßenprojekten

Hohe Bordsteinkanten, Engpässe: FLU fordert barrierefreies Bauen bei allen künftigen Straßenprojekten

Mit dem Rollator oder im Rollstuhl gezwungenermaßen auf der viel befahrenen Straße unterwegs als auf dem Gehweg – weil die Bordsteinkante viel zu hoch und schier unüberwindbar ist: Immer öfter ist das in Unna zu beobachten, und die Freie Liste will den gefährlichen Missstand beseitigen. Dazu legt sie einen Antrag vor.

1,6 Mio. Euro kann die Stadt Unna kurzfristig für Sanierung und Neubau ihrer städtischen Straßen ausgeben – hinzu kommen weitere 1,3 Mio. für „klassifizierte Straßen“ (Kreis-, Landesstraßen…) auf Unnaer Stadtgebiet. Auf diese überplanmäßigen Auszahlungen weist die Freie Liste Unna hin. Sie fordert, bei allen künftigen Straßenbauprojekten – egal ob Neubau oder Sanierung – auf Barrierefreiheit zu achten. Mehr Rücksicht auf die Menschen mit körperlichen Einschränkungen sei geboten! Durch Bordsteinabsenkungen, evtl. zusätzliche taktiler Pflasterung und durchgängig barrierefreie Gehwege und Übergänge.

Dies, wie gesagt, bei allen künftigen Bauprojekten ausnahmslos. Damit das gelingt, will die FLU die städtische Bauaufsicht verbindlich dazu verpflichten, alle Planungen und Ausführungen dahingehend zu überwachen.

göldner 1

„Menschen mit körperlichen Einschränkungen nehmen mittlerweile mehr als früher am Straßenverkehr teil“, schreibt FLU-Fraktionschef Klaus Göldner (Bild oben) in seinem Antrag.  Das liege an den heute verfügbaren Hilfsmitteln: Rollatoren, Rollstühle, E-Scooter… Doch wer sich mit Rollator oder im Rollstuhl durch Unna bewege, sehe sich momentan noch zahlreichen Hürden und Stolperfallen gegenüber (vom holprigen Bummelzonenpflaster ist in dem FLU-Antrag gar nicht die Rede).

Barrierefreie Straße Kampstraße

Als Beispiel schon gelungener Barrierefreiheit nennt Göldner  den – oben abgebildeten –  neu gestalteten Einmündungsbereich Hertinger Straße/Kampstraße. „Doch der  bauliche Zustand der allermeisten anderen Einmündungs- und Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet diesbezüglich noch sehr unbefriedigend“, urteilt er. „Als Folge ist zunehmend zu beobachten, dass sich Menschen mit ihren Hilfsmitteln auf der Fahrbahn bewegen, wenn die Bordsteinkanten für sie ein schier unüberwindbares Hindernis darstellen. Oftmals sind diese Menschen auf die Hilfe von Passanten angewiesen, die ihnen im Einzelfall die weitere Benutzung der Gehwege ermöglichen. Auch für Eltern mit Kinderwagen stellen hohe Bordsteinkanten immer wieder vermeidbare Barrieren dar.“

Dies soll durch konsequent barrierefreies Bauen bei künftigen Straßenprojekten – ausnahmslos allen Projekten – künftig vermieden werden.

– Hier noch zwei gelungene Beispiele aus anderen Städten.

Barrierefreie Straße 2 Barrierefreie Straße 3

Kommentare (7)

  • Anne Kaffeekanne via Facebook

    |

    Das wird auch ganz dringend Zeit! Bin schon ein paarmal in der Unnaer Innenstadt aus dem Rollstuhl geflogen. Da wo man fahren könnte stehen Aufsteller der Geschäfte im Weg !

    Antworten

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Dem kann ich mich nur anschliessen. Einen gehbehinderten Partner im Rollstuhl durch Unna zu schieben ist schwieriger als Nötig. Da sollten die Planer von neuen Bauprojekten schon verpflichtet werden können um zukünftige Projekte Behindertengerecht aus zu führen.

    Antworten

  • Gabi Müller

    |

    Das sind ja eigentlich kleine Baumaßnahmen, die aber große Wirkung für die Betroffenen haben. Sowas sollte die Stadt doch mit dem Geld schnell überall umsetzen können. Bordstein weg, andere Steine tiefer rein setzen, fertig !

    Antworten

  • Peter Locke via Facebook

    |

    Die sollen doch einfach ein Rollstuhlfahrer Einstellen sonst wird das nix…mit den Schreibtischplaner

    Antworten

  • Ines Petzold via Facebook

    |

    Unna hat doch einen Behindertenbeirat?! Die müssen mit in die Planungsgruppe Fuzo und die Interessen der Menschen mit körperlicher Behinderung vertreten! Koerperlich behindert, ob vorübergehend durch Kruecken oder im Rollstuhl kann jeder Mensch mal sein, es gibt sowohl junge als auch alte Menschen, die dauerhaft auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, und für alle ist eine behindertengerechte, barrierefreie Innenstadt mehr als wichtig!

    Antworten

Kommentieren