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Hinreißend, mitreißend: Bender & Schillinger – zwei, die klingen wie ein ganzes Orchester

Zwei Stimmen, saugute Stimmen, ein Dutzend Instrumente, saugut gespielt, und so klingen zwei Musiker wie ein komplettes Orchester – das alles in einer Traumlocation wie die Kulturschmiede. Wow!

Mit Linda und Chris, dem Duo „Bender & Schillinger“ aus Mainz, hatte Frank Schröer von Kultur für Uns (KfU) am Samstagabend eine Überraschungstüte sondergleichen für sein Musikpublikum gelüpft – das junge Duo ist ebenso famos talentiert wie in unseren Breiten (noch) mehr oder weniger unbekannt. Monika und Frank Schöer begaben sich eher zufällig in Unna auf Talentsuche, genossen Bender & Schillinger auf Empfehlung ihrer Tochter Nora jüngst im „Spatz und Wal“ und waren hin und weg.

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Derart begeistert von den ungewöhnlichen Arrangements und der immensen Bandbreite von Instrumenten und Stilen dieser Zwei engagierte Frank Schröer sie vom Fleck weg für ein Konzert in der Kulturschmiede. Und dort riss es gestern Abend auch das eher reifere Publikum vom Hocker.

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Allein der Instrumentefundus der beiden ist sagenhaft, was sie mitbringen, füllt die halbe Bühne: Gitarren (mehrere verschiedene), eine Art Riesenxylophon (Marimbaphon), Trommeln, diverse weitere Percussion, eine rotierende Orgel ist auszumachen, und damit machen Linda und Chris Musik, die – eine abgedroschene Phrase, aber sie passt nun mal –  in keine Schublade passt. Sie ist faszinierend anders, weil hier alle möglichen Stile mit allen erdenklichen Instrumenten scheinbar wahllos lustvoll vermixt werden wie ein fröhlicher Kessel Buntes.

Von Pop bis Folk und Soul, von bluesiger Ballade bis zum Seemannsrock geht´s querbeet durchs Programm. So bearbeiten sie die Trommeln mit wirbelnden Stöcken wie die Blue Men Group, um direkt danach „bitte mal das Licht etwas mystisch abdimmen“ zu bitten und das wunderschön zarte, melancholische „It´s about time“ zu spielen und zu singen, den Titelsong ihres neuesten (zweiten) Albums. Dann wieder folgt ein mitreißend treibender Song mit doppelter Gitarrenbegleitung und starken Anklängen an Mumford & Sons, doch immer sind es Bender & Schillinger mit neuen, lustvollen und ungewöhnlichen Arrangements und hochansteckender Spielfreude.

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Zum Ungewöhnlichen ihres Auftritts passt, dass die Zwei – sehr zum Gewinn der athmosphärischen Dichte – auf die sonst übliche Pause bei Kulturschmiedekonzerten verzichten und anderthalb Stunden durchspielen. Mit mehreren Zugaben, zu denen sie (ebenfalls ein sehr sympathischer Zug) nicht extra langstielig durch ausdauernden Applaus zurückgebettelt werden müssen, sondern direkt nach dem letzten Gig wieder auf die Bühne flitzen und final herunterspringen zum Bad in der Menge: Das Schlusslied dieses klasse Abends wird mitten im (sehr begeisterten) Publikum gesungen und gespielt.

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Linda Bender und Chris Schillinger: Diese Namen sollte sich jeder merken, der Spaß an lustvoller und klasse gemachter Musik hat, an Musik, die einfach unglaublich Spaß macht.


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