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Hilfe dort geben, wo sie gebraucht wird: Flüchtlingspatenkreis Fröndenberg feiert Geburtstag

Es begann mit zehn Paten und 80 Geflüchteten in drei Einrichtungen, heute kümmern sich 100 Helfer um fast 400.

Ein Jahr Flüchtlingspatenkreis Fröndenberg. Am Sonntagmittag wurde im rappelvollen Gemeindehaus Stift Geburtstag gefeiert: Strahlend blickten Monika Abele, Karin Eckei und Susanne Hippenstiel über die Besucherschar – „Alle Paten – zumindest ein Großteil – sind heute hier. Darüber freuen wir uns sehr.“

Draußen im Foyer bogen sich die Tische schon verlockend unter Köstlichkeiten aus Syrien, Albanien… aus weiteren Ländern, aus denen Menschen im vergangenen Jahr in Fröndenberg Zuflucht gesucht haben. Vor Verfolgung und  Krieg, von wirtschaftlicher Not und Perspektivlosigkeit getrieben. Das internationale Spezialitätenbuffet hatten Flüchtlinge und Zuwanderer denn auch selbst für den Patenkreis-Geburtstag vorbereitet. 

Lilli und Mara (Namen geändert), 6 und 8 Jahre,  naschten sich währen der Festreden – höchst langweilig für muntere kleine Mädchen – schon mal mit großem Appetit durchs leckere Angebot. Natürlich mit Erwachsenenerlaubnis.


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Karin Eckei (Bild oben), die den Patenkreis vor einem Jahr zusammen mit Susanne Hippenstiel gründete, blickte in ihrer Ansprache auf turbulente Monate zurück. „Wir zählen mittlerweile rund 400 Menschen in unserer Stadt, die auf ihren Anerkennungsstatus warten und in zahlreichen Unterkünften und Wohnungen in Fröndenberg leben. Weitere 30 Flüchtlinge haben bereits ihre Anerkennung erlangt und werden weiter vom Patenkreis betreut“, schilderte die äußerst engagierte Patin und Helferkreisgründerin.

Sukzessive bauten die Ehrenamtlichen ein umfangreiches Betreuungsangebot auf. Sprachkurse für unterschiedliche Zielgruppen konnten eingerichtet werden: für Frauen mit Kindern, für Analphabeten und auf Herkunftsländer aufgeteilt. „Es ist gelungen, die Ausstattung der Unterkünfte zu verbessern„, zählte Eckei auf, „vielerlei Spenden wie Möbel, Hausrat und Fahrräder fanden neue Besitzer. Begleitungen zu den Ämtern, Schulen und zu Ärzten wurden organsiert, auch mit Dolmetschern.“

Im Mittelpunkt steht das „Café der Begegnung“, das immer samstags von 10-12.30 Uhr im Allee-Café seine Türen für Neuzugewanderte und für Einheimische öffnet. „Hier kann man die Gelegenheit zum Kontakt nutzen und in verschiedene Kulturen eintauchen. Besonders die Flüchtlinge nutzen  jede Woche die Gelegenheit, sich zu treffen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen“, schilderte Eckei.

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 Der Patenschaftskreis wird durch ein Handvoll Ehrenamtlicher rund um Karin Eckei und Susanne Hippenstiel koordiniert und  kontinuierlich weiterentwickelt. So ist eine eigene Homepage aufgebaut worden,  der Austausch mit der Stadtverwaltung wird regelmäßig gesucht, um Optimierung und Unterstützung zu gewährleisten. Eine Vernetzung mit anderen Organisationen in der Flüchtlingsarbeit sorgt für intensiven Austausch.

„Wichtig ist, dass das Ziel nicht aus den Augen verloren geht“, betonen die Patenkreis-Organisatorinnen: „Die Integration der in unserer Stadt lebenden Menschen. Und Hilfe da zu geben, wo sie gebraucht wird. Wir blicken mit Stolz auf die Hilfsbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer in unserer Stadt zurück. Und auf das, was sie aufgebaut haben. Für die zukünftige Herausforderung sieht sich der Patenschaftskreis gut gerüstet.“

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