Rundblick-Unna » „Hier spricht die Polizei – verzeihen Sie uns unseren Sarkasmus… Nächstenliebe hat Grenzen!“

„Hier spricht die Polizei – verzeihen Sie uns unseren Sarkasmus… Nächstenliebe hat Grenzen!“

Ein Special zur Weihnachtszeit – aus einer Originalpressemitteilung der Polizei Märkischer Kreis, herausgegeben kurz vor Weihnachten.

„Liebe Leserinnen und Leser dieser Pressemitteilung, hier spricht die Polizei.

Bitte verzeihen Sie uns den möglicherweise mitschwingenden Sarkasmus in den folgenden Zeilen. Wir sind uns des Ernstes solcher Vorfälle absolut bewusst. Aber manchmal braucht es vielleicht einen anderen Ansatz, um mehr Menschen mit unseren teils gebetsmühlenartig wiederholten Präventionstipps zu erreichen. Also zur Sache:

Ein Supermarkt (…) am Donnerstagmittag. Es ist etwa 12.35 Uhr. Und eine 43-jährige Frau erledigt soeben ihre Einkäufe. Währenddessen begegnet ihr ein Mann. Ein Spendensammler, wie sich herausstellt. Und zwar keiner der seriösen Sorte, wie man sie von Hilfsorganisationen kennt.

Der mit klassischem Klemmbrett bewaffnete Mann bittet – wie zu erwarten – um eine kleine vorweihnachtliche Gabe. In Form von Bargeld natürlich. Spätestens hier hätten alle Alarmglocken läuten müssen. Jedoch: Die freundliche, hilfsbereite und gutgläubige Dame zückt ihre Börse.

Sie findet einen 50-Euro-Schein. Eigentlich will sie aber nur fünf Euro spenden. Kurz entschlossen drückt sie dem Spendensucher den Fünfziger in die Hand. Verbunden mit der Bitte, ihn selbst an der Kasse zu wechseln. Es kommt, wie es kommen muss…

Mitsamt ihrer großzügigen Spende ergreift der Täter mit zwei weiteren nicht näher beschriebenen Personen die Flucht. Der Täter, ein circa 25 Jahre alter, sehr schlanker, etwa 180-185 cm großer Mann, mit schwarzen Haaren, grüner Strickjacke und Jeans, verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Wir fassen zusammen: 50 Euro ärmer, dafür um eine Erfahrung reicher. Und wieder einmal ein Beweis dafür, dass man als Polizeibehörde gar nicht genug Prävention betreiben kann. Hier also die üblichen Hinweise:

Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen! Dubiose Spendensammler, die sich gerne als taub und/oder stumm ausgeben und als Equipment gern Klemmbretter mitführen, sind in den meisten Fällen nur auf eines aus: Sich ihre eigenen Taschen mit ihrem so hilfsbereit gespendeten Geld zu füllen! Nächstenliebe hat hier ihre Grenzen. Und das können Sie tun, wenn Ihnen ein Mensch diese Gattung begegnet: Lautstark auf die Betrüger aufmerksam machen, Hilfe dazu holen, Polizei Notruf 110 wählen und bitte bitte bitte die Geldbörse stecken lassen!“

– Zitat Ende. Die Polizei wünscht frohe Weihnachten. 😉

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