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Herdecker Paar muss Künstlerhaus für Flüchtlinge räumen

Eine Künstlerin aus Herdecke und ihr Mann müssen eine alte Schule räumen, die sie 18 Jahre lang bewohnt haben. Grund: Die Stadt benötigt das Gebäude als Unterkunft für Asylbewerber. Wie der WDR Dortmund heute berichtet, haben Sofia Kouldakidou mit ihr Mann aus diesem Grund nach 18 Jahren die Kündigung des Mietvertrags erhalten.

Die Malerin und Bildhauerin lebt und arbeitet in dem alten Schulgebäude. 270 Quadratmeter dienen ihr Wohnraum und Atelier. Die Ausstellungen, Lesungen und Konzerte in der alten Schule wurden laut Aussage der Künstlerin auch von Kunstinteressierten aus Dortmund, Witten, Hagen und Bochum regelmäßig besucht.

In die Renovierung haben die Künstlerin und ihr Mann viel Zeit, Geld und Herzblut gesteckt. Sie mieteten das Haus vor 18 Jahren praktisch als Ruine an, renovierten es mit großem Einsatz und viel Liebe, wollten es nach vier Jahren auch kaufen – doch die Stadt wollte nun nicht mehr verkaufen.

Kurz vor Weihnachten 2015 sei Sofia Kouldakidou ins Rathaus zu einem Gespräch gebeten worden, berichtet der WDR. Ihr sei mitgeteilt worden, dass ihre Wohn- und Arbeitsstätte in Zukunft als Flüchtlingsunterkunft benötigt werde. „Ein Schock für die Künstlerin, die vor 35 Jahren ihre Heimat in Griechenland verlassen hat, um in Deutschland zu studieren“, heißt es in dem Bericht. Vor vier Wochen sei dann die schriftliche Kündigung gekommen. In 9 Monaten muss das Paar sein liebevoll hergerichtetes Künstlerdomizil geräumt haben.

Wie viele andere Kommunen sucht auch Herdecke händeringend nach Wohnraum für Asylsuchende. Zu den derzeit 450 werden nach Stadtprognose bis zu 600 in diesem Jahr hinzukommen. Der Druck sei groß, so die Stadt. Leere Wohnungen seien nicht mehr vorhanden. Mindestens 20 Asylsuchende sollen in der alten Schule unterkommen.

http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/wdr-nachrichten-ruhrgebiet-102.html

Kommentare (13)

  • Hans Kammler via Facebook

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    Bestes Beispiel dafür das den Politikern die Leute für die sie verantwortlich sind am arsch vorbei gehen. Aber wartet es ab das ist erst der anfang. Es werden noch mehr einheimische für fremde rausgeworfen.

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  • Klinger

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    Diese Entscheidung der Verantwortlichen der Stadt Herdecke ist herzlos und nicht nachzuvollziehen. Hauptsache, zwanzig Asylbewerber unterkriegen, nach mir die Sintflut. Solche Entscheidungen zu Ungunsten Alteingesessener nähren doch nur die Rechtsparteien, wie AfD und Co. Haben die Verantwortlichen da schon einmal darüber nachgedacht?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Es ist leider nicht das erste Mal, Herr/Frau Klinger, dass eine solche Entscheidung kurzfristig unter akutem Druck gefällt wird und man sich als Außenstehender genau diese Frage stellt – ob eine so weitreichender Beschluss tatsächlich bis zum Ende gedacht wurde. Diese Künstlerin wird sich jetzt in Konsequenz aus Herdecke wegorientieren (müssen), sagte sie.

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      • Ulrich Oste rmann

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        … wIe soll denn diese Künstlerin nach all den Jahren des frohen Schaffens eine neue passende Bleibe finden? Das all ihre Schaffenskraft jetzt wie eine Blase platzt, ist doch verständlich! Hoffentlich hat der städtische Entscheider wenigstens Magenschmerzen…

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        • Rundblick Unna via Facebook

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          Möglicherweise eröffnet sich während der langen Kündigungsfrist ja doch noch eine andere Möglichkeit, Ulrich Ostermann… :-/

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  • Silke Kallweit via Facebook

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    Um jahrelang das Haus in Takt zu halten, waren die beiden gut genug… Traurig!

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  • Ulrich Ostermann

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    Wir haben es gerade im WDR gesehen und können es kaum glauben! Da wird gewachsene Kultur wegen Ideenlosligkeit der Stadt geopfert. Meine Frau und ich sind entsetzt !

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  • Markus Krabe via Facebook

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    Gut das die gute alte Falkschule und viele andere Schulen in Unna und Umgebung noch nicht geschlossen wurden!!!

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  • Pete Demme via Facebook

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    Das hätte die Bevölkerung verhindern müssen

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  • Anne Wilkers

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    „Für das Leben der Menschen und ihr Glück zu sorgen, und nicht es zu zerstören, ist das erste und einzig legitime Ziel einer guten Regierung.“ wusste schon Thomas Jefferson vor ueber 200 Jahren zu sagen/erkennen …da koennen unsere Politiker in Bund/Land/Stadt noch von lernen!

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  • Steno

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    Das ist ein Schlag ins Gesicht für die langjährigen Mieter, die aus dieser Ruine mit viel Liebe ein Kleinod gemacht haben. Und für die unterzubringenden 20 Flüchtlinge? Die alte Schule steht in einem reinen Wohngebiet, vornehmlich aus freistehenden Einfamilienhäusern. Jegliche Nahversorgung – Schule, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten – ist 25 – 30 Minuten Fußweg entfernt. Das macht Sinn, genau dort Flüchtlinge unterzubringen. Viel Erfolg bei der Integration!

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  • Petra Tomm via Facebook

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    Unfassbar,??

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