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Herausforderung Demenz: Polizei bildet sich fort

An Demenz erkrankte Menschen nehmen am gesellschaftlichen Leben teil. Sie sind Nachbarn, Mieter, Kunden, sie gehen einkaufen oder holen Geld bei ihrer Bank ab. Manchmal brauchen sie auch Hilfe und rufen die Polizei. In einer Schulung machten sich Polizisten aus dem Kreis Unna fit im Umgang mit Demenzkranken.

 

Organisiert hatte die Fortbildung das Netzwerk Demenz Kamen in Kooperation mit dem Demenz-Servicezentrum Dortmund, der Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna und der Kreispolizeibehörde Unna.

 

Referentin Andrea Schulte aus der Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna unterstreicht: „Polizisten werden häufig in Krisensituationen gerufen. Dann ist es besonders wichtig zu erkennen, ob jemand aufgrund einer Demenz-Erkrankung verwirrt ist.“ Zusammen mit Altenpflegerin Nicole Knaak aus dem Netzwerk Demenz gibt sie den Teilnehmern viele praktische Hinweise, um auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben und das Geschehen richtig einzuordnen.

 

Häufig wird die Polizei gerufen, weil Demenzkranke von zu Hause oder aus dem Seniorenheim weglaufen und aufgrund ihrer Orientierungslosigkeit in Lebensgefahr geraten. Dann sucht die Polizei mit Hunden und Hubschraubern und gibt auch Fahndungsmeldungen heraus. „Außerdem melden sich immer wieder Bürger bei der Polizei, die angeben, eine verwirrte Person irgendwo angetroffen zu haben“, berichtet Polizei-Pressesprecherin Ute Hellmann, die selbst an der Schulung teilnahm. „Auch für solche Fälle haben wir wertvolle Tipps erhalten, wie es gelingen kann, Zugang zu den demenziell veränderten Personen zu bekommen.“

 

Manchmal scheinen die Fälle übrigens auch geradezu banal, erläutert Referentin Andrea Schulte: „Da verlegt ein älterer Mensch Wertsachen oder Bargeld. Die Angehörigen denken, es sei gestohlen worden und rufen die Polizei.“ Wie die Polizeibeamten in solchen und ähnlichen Momenten die richtige Ansprache finden, vermittelten die Demenz-Expertinnen den Teilnehmern. Eine Schulung hat bereits stattgefunden, an insgesamt drei Terminen werden rund 40 Polizistinnen und Polizisten weitergebildet.

 

Bildzeile: Andrea Schulte (vorne rechts) und Nicole Knaak schulen Polizistinnen und Polizisten der Kreispolizeibehörde Unna zum Umgang mit Demenzkranken. Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna

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