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Hemmerder „Heftpflaster-Bankräuber“ alias „Mumienräuber“ gesteht vor Gericht

Absonderlich mit Heftpflastern kreuz und quer ins Gesicht geklebt „maskierte“ sich dieser Räuber, als am 15. Dezember 2015 die Hemmerder Sparkasse überfiel. Knapp ein Jahr zuvor gelangte er bereits als „Mumien-Bankräuber“ zu zweifelhafter Berühmtheit, als er einige Monate vor dem Hemmerder Banküberfall in Dortmund-Westerfilde ein Geldinstitut überfiel – den Kopf mit Mullbinden umwickelt. Seit heute steht der 33jährige Dortmunder vor Gericht. Er hat bereits alles gestanden.

Als Sohn schwer reicher Eltern habe er diesen ein ebenso wohlhabenden Lebenswandel vortäuschen wollen, gab der Anklagte vor Gericht an. Er habe Vater und Mutter nicht enttäuschen wollen. Das  Geld, das er für seine Lügengeschichten brauchte, hätte er sich durch Überfälle beschafft. Statt jedoch tagaus, tagein in schicken Lokalen zu verkehren, teure Autos zu fahren und ein luxuriöses Leben zu führen, hatte er in Wahrheit sein Studium abgebrochen und war zeitweise sogar obdachlos gewesen. (Quelle: WDR Dortmund.)

Wird er verurteilt, hat er zumindest dieses Problem zunächst nicht mehr. Denn dem Mumien-Bankräuber drohen mindestens drei Jahre Gefängnis.


Mullbindenräuber Fahndungsplakat

Rückblick:

Am 2. Dezember 2014 hatte ein absonderlich „maskierter“ Räuber in Dortmund-Westerfilde ein Geldinstitut überfallen und war dabei von der Überwachungskamera gefilmt worden. Man sieht darauf einen skurril  „vermummten“ Mann, der sich eine Mullbinde kreuz und quer um seinen Kopf gewickelt hat.

In dem betroffenen Stadtteil hatte der Untergetauchte aufgrund seiner skurrilen Maskerade schnell den passenden Spitznamen weg: „Mullbindenmumie“. Eifrig wurde er gesucht, sogar mit Fahndungsplakaten, die Stadtteilbürger druckten und aufhängten, doch vergeblich.

Bis zum Morgen nach dem Banküberfall in Hemmerde. Dieser Überfall, bei dem der Räuber dilettantisch eine Spielzeugpistole benutzte und auf der Flucht vor der Polizei in einer Hecke in Stockum landete,  wurde dem Gesuchten zum Verhängnis. Ziemlich schnell danach war durch Fotovergleich glasklar: Der Hemmerder Pflaster-Räuber mit der Spielzeugknarre ist der gesuchte Mullbinden-Täter.

Denn, wie die Kreispolizeibehörde am Tag nach dem Überfall in einer Pressemitteilung bestätigte: „Dass der 32jährige Dortmunder gestern zu seiner „Vermummung“ Pflaster wählte, legte den Verdacht nahe, dass er aufgrund seiner offensichtlichen Affinität zu Verbandmaterial auch den Überfall vor einem Jahr in Dortmund begangen hat… “ Tja, und das gab dieser junge Herr mit der sonderlichen Neigung zu Verbandsmaterial schlussendlich bei seiner Vernehmung auch zu.

Das Amtsgericht Unna erließ Untersuchungshaftbefehl gegen den Verhafteten, der jedoch unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Dies sorgte für viel Kritik.

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