Rundblick-Unna » Helle Empörung über „Skandal-Rauswurf“ der SPD-Fraktionsbürochefin: War „verbotener“ Mailverkehr ein Grund?

Helle Empörung über „Skandal-Rauswurf“ der SPD-Fraktionsbürochefin: War „verbotener“ Mailverkehr ein Grund?

Der fristlose Rauswurf von SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Bärbel Risadelli war offensichtlich ein Alleingang des Fraktionsvorsitzende bzw. eines „inneren Zirkels“ der Fraktionsspitze. Und: Er scheint mit einem Mailverkehr zu tun zu haben, in den neben Massens Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht auch Piraten-Fraktionschef Christoph Tetzner involviert war.

Zum Alleingang Königs (dem schon vor dieser, wie es gestern erbost in Kommentaren hieß, „Skandal-Kündigung“ der Ruf des“Sonnenkönigs“ vorauseilte): Am Montagabend informierte er wie berichtet auf einer Sondersitzung den völlig überrumpelten Fraktionsvorstand über den beschlossenen Hinauswurf der Büroleiterin. Das Kündigungsschreiben trägt jedoch das Datum 17. November, fast eine ganze Woche, bevor der Vorstand Kenntnis erhielt.

Bei seinem „Tribunal“ gegen  Bärbel Risadelli wurde König vom „dienstältesten“ SPD-Ratsherrn Hans-Jürgen Scheideler assistiert. Dies warf in den Kommentaren, die gestern bis Mitternacht zahlreich auf Rundblick einliefen, auch Rätselraten darüber auf, was der Afferder Ortsvorsteher mit „dieser Sauerei“ zu tun hatte. Eine „Sauerei“, ein „Skandal erster Güte“ war dieser Rausschmiss für alle, die sich bis heute Nachmittag fassungslos bis wutentbrannt zu Wort meldeten.

Bärbel Risadelli

Fristlos entlassen: Bärbel Risadelli (59).

Da eine fristlose Kündigung schwerwiegender Gründe bedarf, herrscht – neben der hellen Empörung über dieses massiv unsoziale, unsozialdemokratische Verhalten – breites Rätselraten über der Frage: Was hat Bärbel Risadelli so Schlimmes, so Unverzeihliches angestellt, dass sie das schärfeste Schwert traf, welches das Arbeitsrecht für die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses vorsieht? In diesem Zusammenhang fiel der Name Christoph Tetzner.

Dass sich der Piraten-Fraktionschef gut mit Bärbel Risadelli versteht, ist kein Geheimnis. Ob das Volker König ein Dorn im Auge gewesen ist? Jedenfalls unternahm Tetzner vor einigen Wochen einen Vorstoß zur Landesstelle Massen. Sein Bestreben: Die Bürger sollten besser und  transparenter über die Entwicklungen in der Erstaufnahmeeinrichtung informiert werden (Erweiterung auf 1500 Plätze). Nachdem er bei Volker König mit einer Gesprächsbitte keinen Erfolg hatte, versuchte Tetzner statt dessen, Kontakt zum Massener Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht herzustellen. Um dessen kundige Einschätzungen als Massener zu erfahren.

Da Tetzner aber Krachts Mailadresse nicht hatte, wandte er sich mit kurzer Bitte um Kontaktvermittlung ans SPD-Fraktionsbüro – und Geschäftsführerin Bärbel Risadelli leitete die Anfrage des Piraten per Mausklick an Peter Kracht weiter. Mehr nicht.

Ob nun diese (oder weitere) Mails den Fraktionsvorsitzenden so erbost haben oder ob ganz andere Gründe für den Rauswurf verantwortlich waren – bisher weiß man nichts Konkretes.  Christoph Tetzner zeigte sich über den Vorgang selbst wie vor den Kopf gestoßen.

„Ich schätze Bärbel Risadelli sehr und bedaure die Entscheidung des SPD Fraktionsvorsitzenden Volker König. Ich kann mir auf Grund der guten Arbeitsweise von Frau Risadelli, die auch über die Grenzen von Unna bekannt ist, nicht vorstellen, was zu dieser Entscheidung geführt haben könnte. Die SPD verliert mit Ihr eine hochprofessionelle Fachkraft und ich sehe zu diesem Zeitpunkt keine nur annähernd so fähige Person, die dies übernehmen könnte. Ob sich die Fraktion damit einen Gefallen getan hat, wird die Zeit zeigen.“

So sehen es auch viele andere in der Unnaer Politik – nicht zuletzt sehen es so viele in der SPD selbst.

Der Weihnachtsgruß auf der Stadtverbandshomepage wirkt seit Montagabend jedenfalls unfreiwillig realsatirisch.

besinnliche wochen spd

 

Links zu unseren weiteren Berichten:

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http://rundblick-unna.de/angetreten-um-wir-fraktionschef-und-teamplayer-der-spd-zu-sein/

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http://rundblick-unna.de/skandal-rauswurf-der-spd-fraktionsbuerochefin-war-verbotener-mailverkehr-ein-grund/

http://rundblick-unna.de/erdbeben-in-spd-unna-fraktionsgeschaeftsfuehrerin-baerbel-risadelli-fristlos-hinausgeworfen/

 

Kommentare (11)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Die Sache stinkt nach meinem Gefühl zum Himmel. Unglaublich!

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  • Annette Buchholz via Facebook

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    typisch spd unna, nicht das erste mal und sicher auch nicht das letzte mal, dass die spd führung in unna selbstherrlich entscheidet

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  • Manfred Dennes via Facebook

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    soll nach HAM kommen; die brauchen hier immer „Fachkräfte“ !

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  • Sascha Krieg

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    Ist ja Typisch.Nur gut,dass mir die SPD und Co am Arsch vorbei gehen!!!

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  • Bernd aus U.

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    Vieleicht brauchte der König ja ein Versorgungspöstchen für die sich bei ihm Anbiedernde Fr Kolar.

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  • Ildi-Bildi Segesdy via Facebook

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    Tja,man weis nicht was hinter den Türen passiert!?Alles offen…….

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  • Christel

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    Das ist kein Grund !! Eine Mail, die dem Vorsitzenden nicht passt. Und wenn, dann gehört es sich einfach, ein klärendes Gespräch mit der Angestellten zu führen. Eine Person, die bis zum Rentenalter zuverlässig arbeitete, macht nicht kurz vor der Rente so einen Fehler. Da hat der Vorsitzende aber einen großen Fehler.

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  • Margarethe Strathoff via Facebook

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    Unter uns. ..dafür werde ich geviertelt. .. ich stehe hinter Bärbel Risadelli

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  • Hans Bergmann

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    Geviertelt oder gevierteilt ??? ???

    Frau Risadelli macht ihre Arbeit und wird dafür gekündigt. Toller großer König….

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  • H. Wiesner

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    Wer die Spielregeln der Politik kennt weiß, dass es (wofür auch immer…) nur Bauernopfer gibt. Bis jetzt nur: „Kein Kommentar“ ist erbärmlich und unerträglich! Was sich bisher abzeichnet ist die Abstrafung dafür, dass Frau Risadelli ihren Job gemacht hat und offenbar scharren Günstlinge mit den Hufen, um hier einen Posten zu bekommen. Lasst das nicht zu! Ich hoffe und wünsche der SPD in Unna, dass sich eine Mehrheit der Anständigen findet und die Monarchie des Königs beendet. Das wäre noch nicht mal ein Opfer!

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  • Fürst

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    Mich wundert bei der SPD („Verräterpartei“, mal „spd“ googeln!) nichts mehr, gar nichts.

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