Rundblick-Unna » Heftige Debatte um Parksituation am künftigen Prünte-Neubau: „Anwohner sind die Leidtragenden“

Heftige Debatte um Parksituation am künftigen Prünte-Neubau: „Anwohner sind die Leidtragenden“

Die gedrängte Parkplatzsituation im Umfeld des Prünte-Baustelle Ecke Bahnhofstraße/Klosterstraße sorgte nach dem Antrag der Piratenfraktion übers Wochenende für reichlich Gesprächsstoff. Auf facebook entwickelte sich aufgrund unseres Berichts eine lebhafte Diskussion über die Stellplatzfrage in der Innenstadt im Allgemeinen und an der Klosterstraße im Besonderen.

Hier wollen die beiden Schwerter Investoren trotz Bauverzögerung aufgrund der noch zu verfüllenden Keller-Hohlräume weiterhin ein mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus hochziehen – Gegenteiliges ist nicht bekannt. Daher fordeten die Piraten am Freitag per Antrag an die Verwaltung klare Vorgaben an die Bauherren. Diese sollen „gemäß §51 Bauordnung NRW verpflichtet werden, an dem Objekt oder in der näheren Umgebung geeignete Stellplätze im Bauantrag nachzuweisen.“

Was ist mit den vorhandenen Parkmöglichkeiten, fragt z. B. unsere Leserin „Tine No“, die Tiefgarage am Bahnhof biete doch z. B. genügend Stellplätze. Sowohl für die Mitarbeiter der Drogerie Müller, die als Hauptmieter einziehen soll, wie auch für die weiteren Mieter und Drogeriekunden.

Nur einen Steinwurf weiter befindet sich außerdem der (freilich privat bewirtschaftete) Parkplatz hinter der Mühle Bremme und der Post. Auch Björn Merkord, grüner Ratsherr, findet: „Richtig, es existieren bereits genügend Parkmöglichkeiten.“ Dezernent Ralf Kampmann, erinnert Merkord, habe im letzten Stadtentwicklungsausschuss noch bewusst betont: Die Stadtverwaltung will keinen zusätzlichen Parksuchverkehr im Bereich der Schäferstraße.

Somit muss der Investor die Parkplätze, die er nicht einrichtet, „ablösen“. Margarethe Strathoff, selbst Geschäftsfrau in der Innenstadt, fragt da zweifelnd: „Über welche Ablösesumme sprechen wir? Wir mussten seinerzeit acht Parkflächen ablösen und über 50.000 DM zahlen. Da bin ich aber mal richtig neugierig, nach welchen Maßstäben bezahlt werden muss.“ Ihre eigenen Verhandlungen mit der Stadt hat Maggie Strathoff „hart und völlig überzogen und sehr ungerecht“ in Erinnerung.

Robin Wittemeier macht sich vor allem um den zusätzlichen Verkehr Gedanken. „Die An- und Abfahrt dorthin dürfte viele Anwohner richtig Nerven kosten…“ Piraten-Fraktionschef Christoph Tetzner geht vor allem um die Anwohnerparksituation.„Hier in Unna kann man einen sog. Anwohnerparkausweis lösen“, erinnert er – genau genommen wurden die Anwohnerausweise vor einigen Monaten von grünen Parkvignetten abgelöst. Diese Vignetten berechtigen Anlieger zum Parken in dem ausgewiesenen Wohnviertel – garantiert ihnen aber keineswegs auch einen Parkplatz.

Parkvignette

Die selbst klebende Parkvignette.


 

„Die künftigen neuen Mieter sollen nun alle zusätzlich hier parken? Wie soll das nun wieder die Klosterstraße schaffen, wo die einzigen Anwohnerparkplätze ausgewiesen sind?“, fragt Tetzner kopfschüttelnd.  Das Problem, dass eine Parkvignette längst noch keinen Stellplatz garantiert, stellt sich auch in allen übrigen Unnaer „Parkvignettenvierteln“, und Besuch wird beim Anwohnerparken ebenfalls nicht berücksichtigt.

Auch Margarethe Strathoff ist sich sicher: „Klar, die Einkäufer können in den umliegenden Tiefgaragen parken. Nur – wie viele Mietwohnungen werden erstellt? Diese Leute werden mit Sicherheit auch per Anwohnerausweis in der Nähe parken wollen.“ Hinzu komme noch die Vorgabe des Landes, kritisiert Tetzner: „In der NRW-Bauordnung wird klar geregelt, dass pro Wohneinheit im Bauantrag 1,5 Stellplätze nachgewiesen werden sollen. In Unna wollen wir wieder alles besser wissen…“ Karl-Heinz Weller mischt sich stoßseufzend mit einem kurzen, aber prägnanten Kommentar ein: „Wir Bewohner des Viertels können gerne auf zusätzlichen Autoverkehr verzichten…“

Der streitbare Pirat will heute im Rathaus zusätzliche Informationen anfordern: 1. Anzahl der ausgestellten Parkerlaubnisse für Anwohner Klosterstraße, 2. Anzahl der Parkplätze, die überhaupt genutzt werden können, 3. ausgestellte Bußgeldbescheide im Bereich „Anwohnerparken Klosterstraße“. „Dann dürfte recht eindeutig sein, dass hier bereits alles vollgeparkt ist.“ Ein Alternativvorschlag von ihm: „Der Investor könnte auch über einen Langzeitpachtvertrag für seine Wohnungen mit der WBU die in der Bauordnung des Landes NRW geforderten Stellplätze nachweisen. Müsste nur die Anforderungen an die Nähe zum Objekt erfüllen…“

Kommentare (7)

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Da bin ich aber gespannt, was dabei heraus kommt.

    Antworten

  • Alexander Budgen via Facebook

    |

    Als Anwohner an der Schäferstraße, kann ich nur berichten : Das die Parkplatz Situation sehr bescheiden ist und dadurch das ca. 20 Parkplätze wegfallen sind, es immer schwieriger wird in der Innenstadt für Anwohner zu parken. Sogar private Parkplätze werden einfach blockiert.
    Ganz zu schweigen von dem Verkehr auf der Schäferstraße.

    Antworten

  • Jimmy van Berghen via Facebook

    |

    Einfachste Lösung: alles zuschütten, schön flastern (keine HELLEN Steine ^^ sonst sehen diese sehr schnell so aus wie an der Stadtkirche ?) ein paar Bänke hin und ein paar Bäumchen Pflanzen. Vielleicht noch ein Klettergerüst für die Kiddies :) und schon hat man eine neue Schöne Sitz möglichleit welche weitaus günstiger sein wird als das aktuelle Projekt …

    Antworten

  • Thomas Gragen via Facebook

    |

    Aber Hauptsache die Stadt verkauft weiter Anwohnerparkausweise obwohl nicht genug Parkplätze vorhanden sind!!

    Antworten

  • Thomas Gragen via Facebook

    |

    Was ist denn mit Viktoria? Da wäre genug Platz für einen Großen Parkplatz!!

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      😉 Diese zündende Idee könntest du ja mal dem Privatbesitzer vortragen, lieber Thomas Gragen.. wir tippen mal, er hat mit diesem Gelände – irgendwann noch einmal – weiterreichende Pläne…

      Antworten

Kommentieren