Rundblick-Unna » Hausbesitzer verjagt Einbrecher mit Mistgabel – Polizei: Notwehr erlaubt, aber im Rahmen

Hausbesitzer verjagt Einbrecher mit Mistgabel – Polizei: Notwehr erlaubt, aber im Rahmen

Dieser Hausbesitzer fackelte nicht lange. Kurzerhand mit einer Mistgabel verjagte der 38 Jährige aus Werne gestern am frühen Abend zwei Einbrecher, die er auf frischer Tat beim Aufhebeln seines Küchenfensters ertappte.

Gegen 17.30 Uhr hörte der Anwohner der Claudiusstraße verdächtige Geräusche. Er erblickte eine unbekannte Person vor seinem Küchenfenster auf und ab gehen, und eine weitere Person hebelte zeitgleich an einem anderen Fenster.

Sofort alarmierte der 38Jährige die Polizei und schritt gleichzeitig zur Selbstverteidigung. Er holte eine Mistforke aus der Garage und beobachtete den hebelnden Täter weiter. Plötzlich gelang es dem Ganoven, das komplette Fenster nach innen zu werfen und ins Haus einzusteigen. Im selben Augenblick reagierte der Hausbewohner und attackierte den Kriminellen mit seiner Mistgabel.

Mitsamt seinem Komplizen floh der Einbrecher in unbekannte Richtung, hat bei der Begegnung mit der spitzen Abwehrwaffe aber offenbar etwas abbekommen; denn die Polizei fand Blutspuren am Tatort. „Es ist davon auszugehen, dass der Eindringling verletzt wurde“, stellt sie fest.

Ein Mantrailerhund verfolgte noch die Fährte der Männer, verlor sie jedoch am Fichtenweg. Möglicherweise haben sich die Täter dort in ein abgestelltes Fluchtauto geworfen. Sie sollen dunkel gekleidet gewesen sein und dunkelblonde bis braune Haare gehabt haben. Nähere Beschreibung liegt leider nicht vor, wer also etwas gesehen hat, möge sich bitte an die Polizei in Werne wenden, 02389 921 3420 oder 921 0.

Die Polizei weist an dieser Stelle darauf hin, dass derjenige der in Notwehr handelt, grundsätzlich nicht rechtswidrig handelt. Unter Notwehr versteht man die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Dabei ist stets die Erforderlichkeit des gewählten Mittels in einem besonderen Focus.

Um sich nicht selbst in unnötige Gefahr zu bringen, rät die Polizei, sich defensiv zu verhalten und das Eintreffen der Polizei am Einsatzort abzuwarten.

Kommentare (15)

  • Sven Arnt via Facebook

    |

    Bravo, Werner Landrecht. Grade in den Außenbezirken des Kreises Unna ist die Polizeidichte, auch durch die Schließung von Wachen, schon sehr dünn. Wenn man da wartet bis die Polizei kommt räumen die einem die Bude leer während man daneben steht. Da können die Polizeibeamten nichts für, allein die Anfahrten sind ja schon lang. Aber ganz klar. Man darf das Risiko durch solche Täter nicht unterschätzen.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Ja, Sven Arnt, die Polizeisprecherin hat aus guten Gründen diese „Mistforkenabwehr“ mit einigen Infos zum Thema Notwehr garniert.

      Antworten

  • WOLFF Maik

    |

    Täter sind Opfer ich kann das nicht mehr lesen. Ein hoch auf diesen Bauern gut das es geklappt hat.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      WOLFF Malik: Das war kein Bauer 😉 , wir haben nachgefragt. Ein normaler Bürger mit normalem Haus, der als normales Gartenwerkzeug eine Mistgabel in der Garage stehen hatte. Soll es geben.

      Antworten

      • Gerd

        |

        Ne Forke gehört zu jedem Gartenbesitzer. Bei mir liegt seit geraumer zeit auch eine unterm Bett, für den Fall der Fälle. Da soll mal einer kommen.

        Antworten

  • Andreas Oe via Facebook

    |

    Hier heißt es:“Dabei ist stets die Erforderlichkeit des gewählten Mittels in einem besonderen Focus.“ Was soll uns das sagen? Lieber dem Täter den Weg frei machen anstatt einzuschreiten, das kanns ja nicht sein. Wer gegen Täter verteidigt muss davon ausgehen das er selbst der Schwächere ist, d. h er hat vermutlich nur einen Versuch, das sollte das „erforderliche Mittel“ bestimmen.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Andreas Oe: Erforderlichkeit ist z. B. NICHT mehr gegeben, wenn der Hausbesitzer hier in diesem Fall mit der Mistforke noch hinter den Ganoven hergerannt und sie ernsthaft verletzt hätte.

      Antworten

    • Andreas Oe via Facebook

      |

      Rundblick Unna Das sehe ich auch so. Grundsätzlich sollte eine gewaltsame Abwehr nur in echter Notwehr in Frage kommen, wo dann bei der Wahl der Mittel vermutlich keine große Auswahl und Bedenkzeit besteht.Wirksam und angemessen abzuwegen dürfte schwierig werden. Nein, worum es mir geht ist das meist gleich der erhobene Zeigefinger zu Opfern und Helfern geht wo eigentlich die Täter im Focus stehen sollten. Da brauchen wir uns über mangelnde Zivilcourage dann nicht wundern.

      Antworten

    • Andreas Oe via Facebook

      |

      Nachtrag. Das Letzte was wir brauchen ist Selbstjustiz!

      Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Wir stellen dazu gerade einen Bericht zusammen, Andreas Oe.

      Antworten

  • Andre As via Facebook

    |

    Die kommen so schnell nicht wieder.

    Antworten

  • Heiko Büscher via Facebook

    |

    solange es die Politik nicht schafft uns Bürger vor solchen Fachkräften zu schützen, muss mann sich halt selbst schützen! Ich empfehle eine kleine kompakte Armbrust?

    Antworten

  • Mör Ti via Facebook

    |

    Hoffentlich muss man zukünftig keinen Waffenschein für eine Mistgabel beantragen. Und für Brotmesser…. Besenstiele. ..

    Antworten

  • Mör Ti via Facebook

    |

    Gute Besserung dem armen Einbrecher

    Antworten

Kommentieren