Rundblick-Unna » Halbzeit fürs Kulturcamp Ruhr: Begeisternd bunte Kreativität – und auch die Flöße schwimmen

Halbzeit fürs Kulturcamp Ruhr: Begeisternd bunte Kreativität – und auch die Flöße schwimmen

Es gleitet zu Wasser – es wippt auf den Wellen – es schwimmt! Mitsamt seiner jugendlichen Fracht, die vorsichtig mit dem Paddel herumhantierend auf den Floßbrettern balanciert. „Wir müssen paddeln! Aber beide in dieselbe Richtung!“, ruft der Premieren-Floßkapitän seinem Maat aufgeregt zu, und da muss man schon noch erst ein bisschen herumprobieren und koordinieren, bevor das Floß wie gewünscht hübsch mittig auf der Ruhr einhergleitet.

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Zuvor landet es mangels eindeutiger Anweisungen des Käpt´n an seinen Maat direkt erst mal im hohen Ufergras. Kann passieren. Die Mädels stellen sich ein bisschen geschickter an, ihr Floß wippt jedenfalls anmutig übers glitzernde Wasser – gehalten natürlich von einem Seil, damit´s beim nassfröhlichen Ferienvergnügen kein Malheur mit abtriebigen Vermissten gibt.

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Halbzeit im Kulturcamp an der Ruhr im Himmelmannpark. Die selbstgebauten Flöße schwimmen, die Sonne strahlt – „war gar nicht so angekündigt“, wundert sich Birgit Mescher von der Stadt Fröndenberg und nimmt´s äußerst wohlgesonnen hin.

Die erste Woche „verlief spitze“, ist sich Mescher mit ihrem Kollegen Stefan Voss vom Jugendamt Menden einig. Der Jugendpfleger blickt über das weitläufige Camp und schwärmt: „Eine tolle Location. Tolle Angebote! Und die Stimmung unter den Jugendlichen derart entspannt…“ Es sei schon ein besonderes Ferienangebot für Daheimgebliebene, nickt Voss. „Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr weitergeht.“

Eigentlich ist mit diesem vierten Kulturcamp Schluss. Mit der Förderung im Rahmend des „Kulturrucksacks“ NRW ist Schluss, konkretisiert es der Jugendpfleger aus Menden, nicht aber mit dem festen Willen aller Beteiligten, im kommenden Jahr erneut ein solches Kreativ- und Erlebniscamp auf die Beine zu stellen.

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„Um die Fördergelder zu bekommen, müssen wir bestimmte Vorgaben erfüllen“, konkretisiert Stefan Voss die leichte Schwierigkeit, denn eine der Vorgaben lautet: Die kreativen Angebote, die bezuschusst werden sollen, dürfen sich nicht nur (wie beim Kulturcamp für Fröndenberg und Menden) auf zwei Ferienwochen beschränken, sondern sollen/müssen übers Jahr verteilt sein.

„Das könnte problematisch werden“, räumt der Jugendpfleger ein, „doch jenseits der Förderung durch den Kulturrucksack finden sich evtl. auch andere Wege. Jedenfalls ist der Wille zur Weiterführung eines solchen Projekts bei allen Beteiligten ganz stark da, auch bei den beiden Bürgermeistern“, zeigt sich Voss optimistisch.

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Mehrere 100 Kinder und Jugendliche sind auch diesmal wieder mit Feuereifer und kreativer Schaffenskraft dabei, verausgaben sich beim Showdance und Floßbauen, lassen ihre Fantasie an witzigen Stabpuppen und Lehmklumpen aus, malen farbenfrohe Acrylbilder und basteln witzige „Wackeldinger – mal was baumeln lassen“. So ist der Mobile-Bastelkurs des Fröndenberger Künstlers Peter Trautner überschrieben, der von kommenden Montag bis Freitag mit seinen jungen Nachwuchskünstlern Mobiles und Stabiles fertigt – schmale Stangen, an denen Engelchen, Eulchen, alle möglichen Figuren hängen, kurzum einfach mal was baumeln lassen. Abhängen, passend zum Ferienfeeling.

Mareike Körling hat ihren neunjährigen Henrik und die 12jährige Alicia beide schon zum zweiten Mal beim Kulturcamp dabei und ist begeistert, „wie geschafft und zufrieden die zwei jeden Abend nach Hause kommen. Und es gibt sonst kaum Ferienangebote, wo ich einen Neunjährigen und eine Zwölfjährige zusammen unterbringen kann“, lobt sie den breiten und flexiblen Ansatz des Kulturcamps am Ruhrufer.

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Die zweite Woche schließt am kommenden Freitag, 31. 7.,  traditionell mit einer großen Abschlussgala, bei der die Jugendlichen die Ergebnisse ihrer musischen und künstlerischen Projekte vorstellen. Mit dem heutigen Freitag endeten folgende Projekte: Muppets, Monster und Mehr (Klappmaulpuppen selbst gebaut) mit Bodo Schulte, Tennis, Show- und Bühnentanz und der Floßbaukurs. Fortgesetzt werden ab Montag „Faszination Struktur Art“, Lehmkunst mit Uta Görler und Siebdruck, neu starten Selbstbehauptung und Selbstverteidigung (für Mädels und auch Jungs!), „Lasst uns die Sonne drehen“ – Trommelwirbel im Kulturcamp, Trautners „Wackeldinger – mal was baumeln lassen“, Acrylmalerei sowie HipHop´n Latin Moves.

Für Lehmkunst und Struktur Art sowie weitere Kreativ- und Sportangebote (Ballspiele, Tierfiguren häkeln) ist keine Anmeldung erforderlich – hierzu kann kommen, wer Lust hat und zwischen 8 und 14 Jahre jung ist. Zeit: immer von 11 bis 17 Uhr.


Kommentare (1)

  • Joachim Schindler

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    Eine hervorragende Idee so ein Sommercamp, ich war Clubleiter in unserem Jugendclub bis 2012 in Pöllwitz, im Vogtländischen Oberland (PLZ 07937), da haben wir auch ein Floss gebaut, es war sehr begehrt bei allen Kindern, aber mal ein Tip an Euch, wir haben in den Ferien Kinder aus den Nachbardörfern eingeladen, da haben wir Turniere veranstaltet mit Siegerpokalen usw. Sehr beliebt sind Tischtennisturniere, Dartturniere, Kegelwettkämpfe. Ich wünsche Euch, dass Eure Projekte immer Bestand haben sollen, die Zuschüsse immer gezahlt werden und viel Zuspruch durch Eure Kinder. Verteilt die Turniere auf das Jahr, dann stehen Euch die Gelder zu. Viel Erfolg und herzliche Grüße sendet Joachim Schindler

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