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Haftrichter urteilt überraschend hart: Asylbewerber nach Messerattacke in U-Haft

Überraschende Neuigkeiten nach der Messerattacke in der Flüchtlingsunterkunft am Montagabend in Menden-Bösperde. Der Angreifer sitzt bereits hinter Schloss und Riegel.

Polizeisprecher Dietmar Boronowski korrigierte heute zunächst entschuldigend, dass er im Gespräch mit unserer Redaktion den Angreifer mit dem Opfer verwechselt hatte. Im Streit zwischen dem 21jährigen Syrer und dem 36jährigen Libanesen griff nicht der Jüngere zum Messer, sondern der 36Jährige. Dieser hatte zuvor  die junge Frau des Syrers belästigt, darauf war es zum Streit gekommen, und dieser war eskaliert. Der Libanese verletzte den 21jährigen Syrer mit Stichen in die Schulter schwer. „Bitte Syrer gegen Libanese tauschen; mein Fehler“, korrigierte sich Borownowski.

Entgegen auch der ersten Einordnung als Fall „häuslicher Gewalt“ legte der Haftrichter nach der Vernehmung des Libanesen harte Bandagen an. Er entschied sofort auf Haftbefehl. Der gewaltbereite  Araber sitzt nun in Untersuchungshaft und wartet auf einen Termin für die Hauptverhandlung. Ein solch hartes Durchgreifen ist bei einer Körperverletzung ungewöhnlich, bestätigt Polizeisprecher Boronowski. Gleichwoh begrüßt er die Entscheidung des Haftrichters mit Nachdruck.

„Für uns als Polizei ist es überraschend – positiv überraschend – dass ein Haftrichter nach einem Messerangriff sofort auf U-Haft entscheidet. Ich kann ruhig sagen, dass wir aus Sicht der Polizei dieses klare Signal sehr begrüßen. Es muss einfach deutlich werden, dass aus Straftaten Konsequenzen folgen.“

Wie maßgeblich diese Konsequenzen in der Hand des jeweiligen Richters liegen, zeigt sich im Vergleich dieses Messerstecherfalls mit dem gestern gemeldeten Taschendieb-Urteil in Schwerte: Ein durch Wiederholungstaten schon bekannter algerischer Asylbewerber wurde im Eilverfahren einen Tag nach seiner Verhaftung vom Schwerter Amtsgericht verurteilt – zu einer Geldstrafe. Erwartungsgemäß ergingen sich unsere Leser in Hohn, Spott und fassungslosem Unglauben über dieses Urteil: Kommentare wie „Ist heute der 1. April?!“ oder „Na, dieser Richter ist ja mal ´n ganz harter Hund“ waren noch die zurückhaltensten Reaktionen.

Kommentare (20)

  • Thorsten Drees via Facebook

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    Hoffen wir mal, daß so ein Haftrichter kein Einzelfall ist.

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  • Anja Seißer via Facebook

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    Anders verstehen die das doch nicht. Respekt an den Richter. Bitte mehr davon

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Gute Entscheidung des Haftrichters. Wenn sich das herumspricht, ist es vielleicht ein abschreckendes Beispiel.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Im Vergleich mit dem gestrigen Taschendiebstahlurteil in Schwerte wird der Ermessensspielraum von Richtern hier gut ersichtlich.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Krasser Unterschied.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Ja, aber trotz der vorangegangenen Taten, die aber grade im beschleunigten Verfahren oftmals aufgrund der Kürze der Zeit von ermittelnden Beamten und StA nicht richtig zusammen getragen werden, sind beide Fälle nicht so richtig vergleichbar. Obgleich ich eine Geldstrafe auch für einen Witz halte. Aber wie gesagt, ein schnelles Verfahren ist im Ergebnis nicht immer ein gutes Verfahren. Grade die schnellen Verfahren lassen Ermittlern und StA auch nur wenig Zeit die Fakten zusammen zu tragen. Dazu dient u.a. dann ja die Zeit der U Haft. Ach wäre das ganze System nich schon überlastet könnte eh einiges besser laufen.

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  • Sven Arnt via Facebook

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    Sehr gute Entscheidung!

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  • wutbürger fürst

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    Meine Hochachtung dem Richter. Weiter so!

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  • Ildi-Bildi Segesdy via Facebook

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    Na endlich eine gute Entscheidung!!! Wenn die Kriminelle Ausländer merken dass hier auch harte Konsequenzen gibt,dann wird vielleicht weniger Straftäter und Straftat hier in Deutschland! Ich würde sogar weitergehen…..alle Polizisten müssten Gesetzlich mehr Möglichkeiten geben härter durchgreifen zu können,wenn bestimmte Situation dass so will und bei verdacht erstmal auch ohne beweis nicht sofort wieder eineTäter freilassen zu müssen!!

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  • Wolfgang Fuhr via Facebook

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    Richtig und jetzt eine Briefmarke auf den Po und ab ?

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  • Mike

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    So ungewöhnlich finde ich das jetzt aber garnicht, es ist ja nun sehr bekannt, daß Asylbewerber keinen festen Aufenthaltsort haben, sie sind zwar irgendwo gemeldet aber auf Grund fehlender sozialer Bindung an den Ort kann wohl nicht davon ausgegangen werden ihn zur Hauptverhandlung dort wieder anzutreffen, bei so einem Fall ist wohl immer von Fluchtgefahr auszugehen und insofern eine U-Haft bis zur Verhandlung absolut sinnvoll.

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    • Ines Petzold via Facebook

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      Ist schon ne Ausnahme, zumal Mehrfachtaeter und auch ueber Taschendiebstahl hinausgehend zu 99 % als ohne triftigen Haftgrund wieder auf freien Fuss kommen, meist schon nach Polizeibefragung!!!

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Stimmt soweit Mike, allerdings gibt es leider auch reichlich Haftrichter, denen eine ladungsfähige Anschrift bei der AWO oder halt einem Übergangsheim als Nachweis für einen festen Wohnsitz reicht und die fehlende soziale Bindungen nicht so wichtig finden. Insofern darf man sich über diese Entscheidung schon freuen. Also ich habe da schon wirklich fragwürdige Entscheidungen erlebt. Aber Richter sind ja nun einmal unabhängig in ihren Entscheidungen.

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  • Ines Petzold via Facebook

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    Rundblick Unna bitte mal den Namen des Richters in Erfahrung bringen … den kann man fürs Bundesverdienstkreuz vorschlagen!!! Einer mit Rueckrad… und hoffe keine Einzelfallentscheidung von ihm … wir brauchen mehr „Richter Gnadenlos“, die die Strafmaße voll ausschöpfen …!!!

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Meiner Meinung müsste das „normal“ sein !

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  • Klara Neumann via Facebook

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    Bitte mehr von solchen Richtern.

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  • Kerstin Richert via Facebook

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    Also wenn eine Messerattacke nicht für einen Haftbefehl reichen sollte , was denn dann ?

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  • Wierumer

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    Toll wie hier die Entscheidung eines Richters (obwohl ich sie selbst sehr begrüße) gefeiert wird. Offensichtlich ist es aber ein Richter der letztendlich nur das umsetzt was die Rechtsprechung vorgibt. Leider steht er derzeit fast auf verloren Posten denn neben den vielen Richtern die in solchen und schwereren Delikten keinen Haftgrund sehen da gibt es ja dann die Staatsanwälte, die Verteidiger, die Flüchtlingsräte die bei weiterem Vorgehen, m.E nicht mit gesundem Menschenverstand, die Gesetzgebung angehen sondern „profilorientiert und kompetenzgeil“ eigene Interessen über die des Gemeinwohls stellen. Erst jetzt in einer Krisensituation zeigt sich dass wir offensichtlich seit Jahren von (Ausnahmen ausgenommen) profillosen, chaotischen Politikern regiert werden und Auswüchse unseres Rechtssystems in der Exekutive öffentlich werden.

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  • Mandy Bero via Facebook

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    Richtig so ?

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