Rundblick-Unna » „Haben alle nicht geglänzt“ – „Doch Kritik allein ist zu einfach“: Parteien-Statements zur Bürgermeister“wahl“

„Haben alle nicht geglänzt“ – „Doch Kritik allein ist zu einfach“: Parteien-Statements zur Bürgermeister“wahl“

„Weiter so mit Werner“ ohne personelle Alternative? Da blieben drei von vier Wählern am Wahlsonntag lieber daheim bzw. sparten sich vorab auch das Porto für die Briefwahl. Die Statements der Unnaer Ratsparteien zum Resultat dieser Bürgermeisterwahl (viele setzen das „Wahl“ wohlweislich in Anführungszeichen) fällt dementsprechend ernüchtert aus.

– Anmerkung: Stellungnahmen von CDU, Grünen und Linkspartei sind ebenfalls angefragt. –

Wahlplakat Kolter III

Die SPD stellt am Tag nach der Wahl auf ihrer Homepage fest:

„Werner Kolter ist als Bürgermeister der Stadt Unna wiedergewählt. Nach einem anstrengenden Solo-Wahlkampf erhielt er 83,47 Prozent der Stimmen. Damit tritt Unnas Bürgermeister seine 3. Wahlperiode an und übernimmt für weitere fünf Jahre in einer keineswegs leichten Phase Verantwortung für seine Heimatstadt.
Mit 25,48 Prozent Wahlbeteiligung war das Interesse  der Bürgerinnen und Bürger unter den Erwartungen geblieben. Aber das wundert wenig, bedenkt man, dass einige Wochen ohne nennenswerte Abwechslung hinter den Akteuren liegen. Dafür wird die Zeit, die vor Werner Kolter und seinem Team im Rathaus liegt, umso anstrengender.“

Wahlbeteiligung Wahl Göldner

„Keine Überraschung“: Freie Liste (FLU)-Fraktionschef Klaus Göldner gestern als Wahlleiter im Wahlbüro Kath. Kindergarten St. Martin.


 

Für die Freie Liste Unna (FLU) gibt uns Fraktionschef Klaus Göldner folgende Stellungnahme:

Wahlbeteiligung und Wahlausgang der Bürgermeisterwahl in Unna entsprechen exakt meiner vorherigen Prognose und sind insofern auch keine Überraschung. Man darf unter den gegebenen Voraussetzungen auch nicht über die Wahlbeteiligung enttäuscht sein. Wahl bedeutet Auswahl! Und eben die haben die Unnaer Wählerinnen und Wähler nicht gehabt.

Unter diesem Aspekt sind 25 % Wahlbeteiligung sogar noch beachtlich. Dass sich trotz dieser Vorgaben jedoch über 2000 Wähler bei mäßigem Wetter aufgemacht haben, Herrn Kolter eine Neinstimme in seine letzte Amtszeit mitzugeben, wird nicht zuletzt dem ,Wahlsieger´ selber zu denken geben. Viel spektakulärer sind meines Erachtens allerdings die Ergebnisse der anderen Kommunen des Kreises. Der Trend geht offensichtlich weg von der Proklamation der ,Kronprinzen´. Gemeinschaftskandidaten und Wählergemeinschaften scheint kommunalpolitisch die Zukunft zu gehören.“

FDP Tracz Kubicki

Freidemokratische Wahlkampfhilfe jenseits der Stadttore: Andreas Tracz (re.) mit FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki in Münster.


Der stellv. Fraktionsvorsitzende der FDP, Andreas Tracz, erklärt auf unsere Anfrage:

„Erst einmal herzlichen Glückwunsch in Richtung Werner Kolter. Wie zu erwarten, wurde Werner Kolter wiedergewählt, überraschend ist dennoch, dass einige das Kreuz bei Nein gemacht haben. Das sollte auch unseren Bürgermeister etwas zum Nachdenken anregen.
Die anderen Parteien, inkl. unserer, haben ebenfalls nicht geglänzt, was das Aufstellen von Gegenkandidaten betrifft. Aber allen Parteien deshalb Unfähigkeit vorzuwerfen wäre meiner Meinung nach der falsche Weg. Jeder, der sich berufen fühlt, etwas zu verändern und/oder politisch und gesellschaftlich engagiert ist,  kann sich als Bürgermeisterkandidat/IN aufstellen lassen (hat es bei den letzten Wahlen ja auch mehrfach gegeben).  

Da machen es sich viele mit ihrer Kritik zu einfach. Ich glaube, ich spreche für alle Parteien: dass ,Mitstreiter´, auch wenn es mal sehr kontrovers und mit demokratischen Reibereien zugeht, gerne gesehen sind. Und das unabhängig davon, ob sie gleich in die Partei eintreten oder sich aus verschiedensten Gründen engagieren. Zumindest für die FDP Unna kann ich sagen, dass auch Querdenker und Mitmacher willkommen sind.

Es gibt von Johann Wolfgang von Goethe einen Spruch, der immer noch Bestand hat:  „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss es auch anwenden -Es ist nicht genug, zu wollen, man muss es auch tun.“

Also mit anpacken, um Änderungen herbeizuführen. Dann bin ich mir sicher, das wenn der Großteil so eingestellt wäre, diese Diskussion um die Beteiligung an einer Wahl nicht notwendig wären.“

Christoph Tetzner Piraten

„Alle haben es versäumt, eine Alternative zu bieten“: Piraten-Fraktionschef Christoph Tetzner.


Für die Piraten erklärt ihr Fraktionsvorsitzender Christoph Tetzner selbstkritisch:

 „Ich habe das Elend ja selbst mitbekommen im Wahllokal ,Bethesda Seniorenzentrum´ als Beisitzer.
Man braucht nicht drumherum zu reden: schlechte Wahlbeteiligung, auch Nein-Wähler, dennoch mit über 83% gewählt. Es wundert doch wohl niemanden, dass Herr Kolter weiter Bürgermeister ist ohne Gegenkandidaten?

Überfraktionelle Kandidaten schienen ja auch durchaus eine Chance zu haben; diese Chance haben halt ALLE anderen Parteien verpasst. Obwohl Ende 2014 ja durchaus solche Gespräche stattgefunden hatten für einen überparteilichen Kandidaten der ,Opposition`!

Unserem alten und neuen Bürgermeister Werner Kolter an dieser Stelle alles Gute.“

Kommentare (7)

  • Markus

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    Zitat“ Nach einem anstrengenden Solo-Wahlkampf..:“
    Bitte was? Herr Kolter hat gerade mal ~25% der Unnaer Bürger an die Wahlurne gelockt. Und dies soll anstrengend gewesen sein?

    Herr Kolter wird alt.
    Was wäre es denn bei 1-2 Gegenkandidaten gewesen?
    Mobiles Sauerstoffzelt?

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  • Jens Jonker via Facebook

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    hab ich das richtig gesehen das der w.kolter kein konkurrenten hatte? wenn ja wozu sinnlos steuergelder für seine wahlkampagne…hm….

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Wenn nur 10 Leute gewählt hätten und 8 mit Ja gestimmt hätten, wäre das Ergebnis auch 80% gewesen. Die Prozentzahlen sagen hier also wenig aus. Wenn man sich aktiv in die Politik begibt und da eine Karriere machen will, für den wäre dies eine ausgelesene Gelegenheit gewesen, sich zu profilieren. Offenbar hat sich aber keiner getraut. Meinungen und Kritik im Nachhinein haben für mich immer einen komischen Beigeschmack. Wenn man etwas ändern will, muß man handeln und nicht nur drum herum reden. Demzufolge finde ich die Wiederwahl des Herrn Kolter gerechtfertigt. Herzlichen Glückwunsch dem Herrn Kolter.

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  • David W-d via Facebook

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    „Nach einem anstrengenden Solowahlkampf“ – das sind aber Scherzkekse bei der SPD.

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  • Cornelius Blanke

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    Unna setzt Maßstäbe bei der Wahlbeteiligung. Auch in anderen Kommunen gab es nur eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten. Aber nirgends scheint die Wahlbeteiligung so niedrig gewesen zu sein. Und die, die wählen gehen und sich gegen den Kandidaten aussprechen, dürfen sich auch noch als Protestwähler diffamieren lassen. Und überhaupt ist der Wähler schuld.
    Den Glückwünschen an Herrn Kolter vermag ich mich nicht anzuschließen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nach unseren Recherchen lag die Wahlbeteiligung tatsächlich landesweit nirgends so niedrig wie in Unna, Cornelius Blanke.

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