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Grundsteuer gesunken – aber immer noch hoch: Unna NRW-weit auf Platz 5 und weit vor Dortmund

Unna liegt immer noch auf Platz 5 der höchsten Grundsteuerbelastung in NRW. Das ergibt sich aus der neuesten Erhebung des Landesdatenamtes.

Zwar hob die Kreisstadt die Abgabe für ihre Immobilieneigentümer zum 1. Januar nicht weiter an, sondern senkte sie leicht ab – ein teures Pflaster bleibt Unna im NRW-Vergleich dennoch.

Als kleiner Trost vielleicht: Wer in Selm ein Häuschen oder eine Wohnung besitzt, zahlt noch mehr. Die unscheinbare Kleinstadt am nördlichen Rand des Kreises Unna (direkt dahinter beginnt das Münsterland) verlangt die höchste Grundsteuer landesweit – über 800 Punkte. Nur ein paar Kilometer weiter in Werne zahlen Hausbesitzer hingegen nur die Hälfte.

An der Spitze in NRW liegen außerdem Haltern am See (ebenfalls über 800) und Dorsten (780 Punkte). Unna lag Ende 2014 ebenfalls noch bei über 800 Punkten, hat zum 1. 1. aber leicht abgesenkt um sieben Prozent. Längst nicht genug, um zu den preisgünstigen Städten in NRW zu gehören. Dazu zählen eher noch Dortmund (504 Punkte) oder Bochum (knapp über 600). Am günstigsten wohnt es sich in Harsewinkel – das ostwestfälische Städtchen verlangt seinen Hauseigentümern an Grundsteuer B gerade mal 260 Punkte ab.

Bei der Gewerbesteuer liegt kreisweit derzeit Lünen an der Spitze, hier bewegt sich Unna im Mittelfeld. Bekanntlich legt jede Stadt die Höhe ihrer Grund- und Gewerbesteuern eigenständig fest. Der Stadtrat Unna einigte sich im Dezember darauf, die – abgesenkte – Grundsteuer vorerst nur fürs Jahr 2015 geltend zu machen. Was der Stadt den Vorwurf eintrug, die leichte Absenkung (von 7 Prozent im Vergleich zu den „Spitzenjahren“ 2013 und 2014 – sei lediglich ein Werbegeschenk zum Bürgermeisterwahljahr und ab 2016 ruckzuck wieder Geschichte.

Bis 2014 gehörte Unna zu den teuersten Grundsteuerstädten nicht nur landesweit, sondern in ganz Deutschland. Mit den Haushaltsbeschlüssen für 2015 legten jedoch zahlreiche Städte satt nachgelegt: Schwelm, Overath oder Rüsselsheim muteten ihren Bürgern mit den diesjährigen Gebührenbescheiden glatt eine Verdoppelung der Steuer zu.

Insgesamt verlangt die Kreisstadt in diesem Jahr rund 40,07 Mio. € Steuern und Gebühren von ihren Bürgern (zum Vergleich 2014: 39,29 Mio. €). Dabei macht die Grundsteuer B mit 16,3 Mio. Euro den größten Anteil aus. Gewerbesteuer zahlen Betriebe, Grundsteuer A entfällt auf forst- und landwirtschaftliche Betriebe.

Kommentare (15)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Eigentlich könnten die Bürger dann auch von der Stadt erwarten, daß bei soviele Steuern, die Gemeinde auch was tut um die Stadt gut in Schuß zu halten. Ich sage nur Stolpersteine in der Fußgängerzone.

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  • Sibylle Weber via Facebook

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    Kaum einer weiß, dass die klammen Kommunen von der Landesregierung quasi gezwungen werden, die Grundsteuern zu erhöhen. Keiner macht das freiwillig zu Lasten der Bürger. Aber bei der Zuteilung der Landesmittel wird eine bestimmte Steuerhöhe vom Land in die Berechnungsgrundlage eingearbeitet. Nimmt die Stadt weniger Geld von den Bürgern, klafft eine Lücke, die sich die Pleitestädte im Kreis Unna schlicht nicht leisten können.

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