Rundblick-Unna » Grüne schießen gegen „sozialdemokratische Kümmerer“: Antrag auf Planschbecken-Zuschuss zurückziehen

Grüne schießen gegen „sozialdemokratische Kümmerer“: Antrag auf Planschbecken-Zuschuss zurückziehen

Noch bevor das Geld für ein neues Kinderplanschbecken da ist oder auch nur in Sicht ist, reißt der Freibadverein energiegeladen das alte Planschbecken ab – Unnas Grüne fuchst das. „Schlecht beraten oder einfach nur aneinander vorbeigeredet? Ganz gleich, wie es auch ist – der Bau des Kinderplanschbeckens im Bornekampbad ist durch das Schaffen baulicher Fakten in Gefahr geraten“, moniert Ratsherr Karl Dittrich auf der Grünen-Homepage als Ergebnis der letzten Sportausschusssitzung.

Ein Vorwurf aus dem „verfrühten Faktenschaffen“ machen die Grünen nicht den Ehrenamtlichem vom Bornekampbad-Verein, sondern der SPD – namentlich dem Ortsverein Unna-Oberstadt. Denn durch dessen „wohlwollende Unterstützung“ fühlten sich die Freibad-Aktiven offenbar auf der sicheren Seite.

„Dass der Verein bisher weder verlässliche Zahlen noch belastbare Daten vorgelegt hat, schien die sozialdemokratischen Kümmerer letztlich nur wenig zu tangieren – sie formulierten einen Antrag, der den Verein womöglich in eine trügerische Sicherheit wog“, geißeln die Grünen den größten SPD-Ortsverein, der für den Bau eines neuen Kinderbeckens 30 000 Euro städtisches Fördergeld beantragt hat.

„Um dem Projekt zustimmen zu können, sind jedoch Zahlen und eine verlässliche Planung unerlässlich“, bekrittelt Ratsherr Ditrrich das aus grüner Sicht dilettantische Vorgehen der SPD – verlässliche Daten seien im Übrigen auch Voraussetzung für eine Förderung durch öffentliche Mittel. „Wer vor dieser Tatsache die Augen verschließt, handelt fahrlässig oder gefährdet das Projekt durch Selbstüberschätzung“, mahnt Bündnisgrün mit erhobenem Zeigefinger. „Die eigentlichen Verlierer dieses Vorgehens sind die künftigen Nutzer.“

Um den Neubau des Kinderplanschbeckens realisieren zu können, fordern die Grünen: „Die SPD zieht ihren Antrag zurück, und die Vereinsspitze des Bornekampbades legt ihr vorhandenes Material vor. Dann kann man auch guten Gewissens einem sinnvollen Projekt zustimmen.“

Für Margarethe Strathoff vom Oberstadt-Vorstand der SPD, die das Bornekampbad ehrenamtlich unterstützt, sind die Anwürfe der Grünen völlig unverständlich: „Es sollte im Sportausschuss nur die Empfehlung für den Rat beschlossen werden, dass die Summe von 30.000,00 in den Nachtragshaushalt aufgenommen werden sollte. Mehr nicht…!“ Klar, dass konkrete Kostenschätzungen und Planungen noch folgten.

Die Forderung der Grünen, den Antrag zurückzuziehen, findet die frühere Ratspolitikerin abwegig. „Wir ziehen gar nichts zurück.“ Auf die Zustimmung der Grünen kann die SPD als größte Ratsfraktion  sowieso locker verzichten, so lange sie sich in partnerschaftlicher Abstimmung mit der zweitgrößten Fraktion CDU einigt.

(Fotorechte: Freibadverein Bornekamp)

Kommentare (13)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich bin wohl zu weit vom Schuß und zu wenig informiert um hier urteilen zu können. Unverständlich finde ich jedoch, daß es Zweifel gibt eine gemeinnützige Einrichtung, wie das Freibad Bornekamp e.V. mit einer Summe in Höhe des Preises eines einzigen mittelklasse Auto’s zu unterstützen. Wenn nichts gemacht wird, wird das Freibad irgendwann verkümmern und dann sind die Nutzer schlussendlich die Leidtragenden. Wäre Schade!

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  • Mike

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    Als wenn ich das richtig verstehe, gibt es bisher nur einen Antrag über 30.000, mehr nicht, also keine Zustimmung oder Ablehnung, nur einen Antrag aber der Verein baut schon ? Das ist in der Tat seltsam, ausser der Verein kann die Kosten aus eigenen Mitteln stemmen. Normal würde man warten bis eine Zustimmung beschlossen ist. Ganz unrecht haben die Grünen nicht, einem Antrag ohne Fakten und Zahlen dahinter zuzustimmen ist falsch. Zuerst analysieren, dann planen, dann beschliessen, dann realisieren und nicht umgekehrt.

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  • Sonja Ogu

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    Mir platzt der Kragen, wenn ich sowas lese! Wenn sich die Grünen mal vorher mit dem Thema beschäftigt hatten, wäre ihnen bekannt, das bereits im Frühjahr der Abriss des alten Beckens fest geplant war. Dies wussten auch normale Gäste, denn das Kleinkindbecken ist quasi auseinandergefallen. Anstatt dieses tolle Bad also zu unterstützen, machen die Grünen jetzt Stress, anstatt mal wirklich unnötige Dinge wie zb Lichtkunst uvm. aufzugreifen. Sonst ist doch auch für jeden mist Geld da, aber bloss nichts sinnvolles unterstützen… Danke ihr Grünen

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    • Jessica Mense via Facebook

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      Auf den Punkt gebracht, Danke!
      Lichtkunst etc sind aber keinesfalls unnötig…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Notwendigkeit eines zeitgemäßen Kinderbeckens für Unnas letztes (!) Freibad sollte generell unbestritten sein, Sonja Ogu und Jessica Mense. Wir finden: Dazu braucht man überhaupt nicht auf Lichtkunst und andere Projekte, über die man durchaus streiten kann, zu verweisen. VG von der Redaktion!

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  • Margarethe Strathoff

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    Hiermit melde ich mich mal in Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Unna-Oberstadt!!

    Ich bin ein wenig entsetzt über das Statement der Grünen auf ihrer Internetseite sowie auf den obigen Artikel. Vielleicht hätte mich Herr Dittrich mal vorher ansprechen können. Es erweckt bei mit den Eindruck, als wenn er und seine Mitstreiter bei den GRÜNEN hier in Unna unseren Antrag vom „09.03.2015“ noch nicht mal gelesen haben! Seinerzeit beantragten wir (SPD-Oberstadt), das die SPD-Fraktion und seine Ratsmitglieder einen angemessenen Zuschuss in Höhe von „35.000,00“ EURO zur zeitnahen Realisierung zu beschließen und sich über eine entsprechende „Beschlussfassung im Sportausschuss “ /später im RAT/einzubringen. Es ist eine Unterstellung, dass wir uns nur als Kümmerer eingesetzt haben, ohne zuvor über die Kosten gesprochen zu haben. Der Vorstand des Bornekampvereines versicherte uns seinerzeit, dass die Kosten bei weit über 60.000,00 EURO liegen werden. Auch haben wir bei Antragstellung nicht mit geschlossenen Augen an Selbstüberschätzung gelitten, sondern waren der Auffassung, dass unsere Unterstützung (in Form des Antrages) das bestehende Bad nur stärken kann. Im Übrigen war das Kinderbecken schon bei der Erneuerung des Edelstahlbeckens in der Diskussion, jedoch fehlten uns seinerzeit die Mittel im städtischen Haushalt. Auch dürfte es den hiesigen Grünen nicht entfallen sein, dass der Bornekamp-Verein ebenfalls einen Antrag zur finanziellen Unterstützung, an die Verwaltung gestellt hat. Hier wäre natürlich zu prüfen, welcher Antrag zurückgenommen werden kann!! Zur Förderung von evtl. öffentlichen Mitteln – welche wohl erst im Jahre 2017 zu beantragen/verhandelt werden könnte, gebe ich nur persönlich zu bedenken, dass es sich nicht um einen „Neubau“ , sondern um eine Sanierung eines leider maroden Kinderplanschbecken handelt. Auch sind die Unterhaltungskosten der bestehenden Anlage sehr hoch gewesen und der Abriss erfolgte bereits aus Sicherheitsgründen. Auch hätte es Herrn Dittrich auffallen müssen, dass der Verein bereits seit letztes Jahr November aktiv Spenden sammelt. Damals war schon bekannt, dass das bestehende Becken lediglich noch die Saison 2015 u.a. Kostengründen stillgelegt bzw. abgerissen wird. Die anfallenden Tiefbauarbeiten erfolgen ebenfalls „ehrenamtlich“. Leider war ich bei der letzten Sportausschusssitzung nicht anwesend, sonst hätte man dieses in einem klärenden Gespräch enträtseln können. Der verbale Angriff der Grünen bringt das gute Ansinnen und die erforderliche politische Unterstützung ins Wanken und macht eine für mich unnütze öffentliche Diskussion auf den Rücken der Kleinsten auf. Ich hoffe, dass die Grünen auch verfolgt haben, wie fleißig der Verein und seine Unterstützer bereits Spenden gesammelt haben und darf nur auf diesem Wege bitten, das Bad ebenfalls zu unterstützen und ggf. auch privat Spenden zu sammeln. Auch gehe ich davon aus, dass der Fraktionsvorstand der Grünen sich mal persönlich mit dem Vorstand des Bornekampbades an einem Tisch setzen sollte. Glück auf!!

    stellvertretende SPD-Ortsverein-Vorsitzende Margarethe Strathoff

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    • Mike

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      Interessante Infos, wenn das nur ein längst geplanter Abriss ist und so oder so hätte stattgefunden, ist ja alles in Ordnung und es sind keine vorschnellen Baumassnahmen ohne Geldzusage. Da scheint es also ein Problem in der Kommunikation zu geben 😉

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  • Torsten Wi via Facebook

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    Herr Dittrich hat offensichtlich seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht. Wir vom BB sind jederzeit bereit auch Herrn Dittrich alle Fakten zu erläutern, danach ist er bestimmt schlauer….

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