Rundblick-Unna » Größte Wahlunlust in größten Stadtteilen: Nur 15 % in Königsborn und Massen

Größte Wahlunlust in größten Stadtteilen: Nur 15 % in Königsborn und Massen

Höchste Wahlbeteiligung in Lünern, geringste in Königsborn und Massen: Nur 15 Prozent der Wahlberechtigten fühlten sich in den Unnas größten beiden Stadtteilen gestern dazu motiviert, den Bürgermeister der Kreisstadt Unna zu wählen.

Deutlich die geringste Wahl-Lust im Nordosten und Westen also, dicht dahinter Königsborns „Appendix“ Afferde sowie die Stadtmitte. Die lebhafteste Wahlbeteiligung (sofern man bei unter 25 Prozent von „lebhaft“ sprechen kann) war in Lünern zu verzeichen, mit 24,6 Prozent. Diese Aufschlüsselung nach Stadtteilen und einzelne Wahlbezirken – ohne Briefwahlergebnisse – stellte die Stadt gestern Abend nach der Wahl noch auf ihrer Homepage als Download ein.

In Königsborn, Unnas größtem Stadtteil, waren für die Bürgermeisterwahl 10 255 Menschen dazu berechtigt, ihr Kreuzchen zu machen,  Ja oder Nein zu Werner Kolter zu sagen: 1560 Bürger machten von diesem Recht Gebrauch. Der Rest blieb zu Hause. (Ausgenommen die Briefwähler – stadtweit 4611). In Massen „hätten“ „eigentlich“ 8823 Menschen ihr Votum abgeben können, 1363 taten es, der Rest sparte sich den Gang ins Wahllokal.

Für diese Unlust, Gleichgültigkeit oder wie man es sonst nennen mag wurden noch am Wahlabend in der Bürgehalle und danach von unseren Lesern zwei mögliche Erklärungen diskutiert:

a) Wer schweigt, stimmt zu – Die deutliche Mehrheit der Bürger war und ist mit der Arbeit ihres Bürgermeisters einfach zufrieden und signalisierte mit ihrem Zuhausebleiben „Weiter so, Werner“;

b) Wer schweigt, hat resigniert – Die deutliche Mehrheit der Bürger blieb aus Frust, Ärger, Protest oder einfach Gleichgültigkeit zu Hause („… es ändert sich ja sowieso nichts – ich ändere ja sowieso nichts“).

– Immerhin als Randnotiz auch zu erwähnen: In Selm, wo gleichfalls nur der SPD-Amtsinhaber kandidierte (Mario Löhr), lag die Wahlbeteiligung trotz dieser nichtvorhandenen Auswahl bei 35 Prozent – 10 Prozent mehr als in Unna. Die Kreisstadt hatte die mit Abstand niedrigste Wahlbeteiligung im Kreisgebiet – und vermutlich auch eine der niedrigsten in ganz NRW.

Die Wahlbeteiligung und prozentualen Ergebnisse in den neun Stadtteilen (Quelle: Unna.de – Ergebnisse ohne Briefwähler):

Afferde: 16,7 % (für Kolter: 80,7)

Billmerich: 22,3 % (84)

Hemmerde: 20,1 % (89)

Kessebüren: 22,2 % (79,8)

Königsborn: 15,2 % (84,3)

Lünern: 24,6 % (82,7)

Massen: 15,4 % (82,1)

Mühlhausen-Uelzen: 18,7 % (85,1)

Mitte: 16,8 % (82,8)

BM Wahl 3

Bürgermeister Werner Kolter gestern Abend nach seiner Wiederwahl mit dem Blumenstrauß der SPD in der Hand. Karl-Gustav Mölle, Erster Beigeordneter, präsentierte die Ergebnisse und gratulierte seinem alten und neuen Chef als Erster offiizell.

 

 

Kommentare (11)

  • Funkmietwagen Fahrdienste via Facebook

    |

    Hahahaha

    Antworten

  • Björn Knauf via Facebook

    |

    Auch schön das das deutsche Wahlgesetz vorsieht, auch wenn kein Gegenkandidat antritt, Steuergelder ausgeben zu müssen um ne Wahl zu organisieren. Sich dann noch hinzustellen und einen auf Wahlsieger zu machen, ist dann auch irgendwie ne Farce.. :-)

    Antworten

  • Svense Kennze via Facebook

    |

    Letztlich ist das alles Kaffeesatzleserei. Ohne belastbare Umfragen wird man das sicher nicht klären. Wobei ich insbesondere die Situation, dass tatsächlich nur ein Kandidat aufgestellt ist, sicher das Signal gibt man könnte mit seiner „Wahl“ ja eh nichts ändern. Die Wahlberechtigten, die mit Herrn Kolter zufrieden sind, dürften sich zum Urnengang nicht zwingend bewogen gefühlt haben und die die einen Wechsel wünschen oder gewünscht hätten hatten ja keinen alternativen Kandidaten. Es ist ja auch ein schwaches Signal der Opposition, wenn sie es nicht einmal für nötig hält eigene Kandidaten ins Rennen zu schicken. Wenn alle Parteien im Rat Herrn Kolter (und damit die SPD) im Amt sehen wollen, dann hätte man es so auch dem Wähler transportieren sollen. Insgesamt auch eine schwache Vorstellung der Kommunalpolitik. Da wundert mich das Desinteresse der Wähler wenig. Persönlich glaube ich allerdings, daß insgesamt eine große Politikverdrossenheit herrscht, das Gefühl eh nichts ändern zu können. Das hat viel mit wirklich schlechtem Politikstil zu tun. Politik wird nach meinem Geschmack viel zu sehr von Umfragewerten und PR gesteuert. Zu wenig Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, ideologische Grabenkämpfe, die häufig die Interessen der Partei, aber nicht die Deutschlands zum Ziel haben. Aber vielleicht kommen wir auch wieder zu eine größeren „Politisierung“ der Bürger, zu einem größeren politischen Bewusstsein. Die Politik an sich muss wieder viel mehr Bezug zum Bürger bekommen, die sind nämlich (siehe Flüchtlinge) durchaus problembewusst, aktionsbereit und in der Lage die Wahrheit zu vertragen. Tacheles reden und nicht rumschwurbeln, dann wird das auch wieder.

    Antworten

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Es ist doch eine Entwicklung, die sich immer mehr durchsetzt. Das Interesse an der Politik geht zurück und die Bequemlichkeit nimmt zu. Ob es jetzt um eine Bürgermeisterwahl geht oder um sonstige Wahlen. Die Politik hat sich so Weit vom Bürger entfernt und ist Complex geworden, daß viele nicht mehr wissen, was genau da abläuft. Seit Einführung des Wahlrechts geht es in Deutschland hauptsächlich nur um SPD und CDU. (Und einige kleine Parteien). Diese Parteien sind inzwischen eigenständige Institutionen geworden, die sich viel mehr kümmern um ihren eigenen Erfolg, als daß sie die deutschen Bürger vertreten. Meiner Meinung nach ist hier ein Nachholbedarf entstanden, was die Aufklärung betrifft. Wenn man als Bürger nicht mehr weiß, worum es wirklich geht, weiß man auch nicht, was man wählen soll.

    Antworten

  • Svense Kennze via Facebook

    |

    Wobei man auch sagen muss, das grade in der Kommunalpolitik der Bezug zum Bürger noch am Größten ist. Und die Kommunalpolitik ist noch die, die viel fordert und recht wenig zurück gibt. Natürlich auch eine Frage der Finanzierung. So einfach ist es für viele Berufstätige ja nicht sich politisch aktiv einzubringen.

    Antworten

  • Andy Fischer via Facebook

    |

    Egal ob Schwarze Pest,rote Cholera,giftgrünen Schleim,oder gelbe Hepatitis,sowie dunkelroten Scharlach alles ist ungesund.

    Antworten

Kommentieren