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Golfclub plant nach Raubüberfall Videoüberwachung

Nach dem bewaffneten Raubüberfall auf das Golfclub-Restaurant Fairway in Fröndenberg am Schwarzen Weg (wir berichteten) sieht Clubpräsident Prof. Roland Multhaup unverzüglichen Handlungsbedarf.

„Es geht nicht mehr anders. Wir werden jetzt zur Videoüberwachung übergehen“, kündigte der in Dellwig wohnende Präsident des Clubs Unna-Fröndenberg am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion an.

Vor zwei Jahren habe sich der Vorstand bereits ein „Stimmungsbild“ zum Thema Videokameras eingeholt, berichtet Multhaup, mit breiter Zustimmung der Mitglieder. „Den Ausschlag gab damals eine Vielzahl von Autoaufbrüchen auf dem Parkplatz.“ Nun, nach dem bewaffneten Überfall am späten Sonntagabend, bei dem sich eine 23 jährige Angestellte allein plötzlich zwei Maskierten mit Pistolen gegenüber sah, müsse gehandelt werden, macht Multhaup deutlich.

Mit Videokameras, die die Zugänge zum Gelände und den Parkplatz filmen und die Bilder auch aufzeichnen.

„Wir wollen  ausschließlich Kriminalität eindämmen“, betont der Clubpräsident. „Mit den aufgezeichneten Bildern werden wir entsprechend äußerst diskret verfahren.“

Golfclub UN Frö Multhaup

Nach unserem Bericht (http://rundblick-unna.de/bewaffnete-mit-sturmhauben-ueberfallen-golfclub-restaurant-in-froendenberg/) hatte sich Roland Multhaup bereits gestern mit der Ankündigung zu Wort gemeldet, dass jetzt etwas passieren müsse und werde.

„Der schreckliche Überfall hat uns alle sehr betroffen gemacht“, schrieb der Golfclub-Chef auf unserer Website. „Der Mitarbeiterin unserer Gastronomie geht es den Umständen entsprechend gut. Für die Zukunft werden wir unser Sicherheitskonzept in Zusammenarbeit mit der Polizei überarbeiten und vermehrt in Vorsorgemaßnahmen investieren. Das sind wir unseren Mitarbeitern und Mitgliedern schuldig.“

Golfclub UN Frö Restaurant Fairway II

Kritische Worte findet Multhaup zur derzeitigen Sicherheitslage generell in Fröndenberg und im Kreisgebiet. „Der Kreis Unna steht nach meiner Kenntnis im bundesweiten Überblick der Einbruchskriminalität auf einem der drei schlechtesten Plätze von über 400 Kreisen und kreisfreien Städte. Wir erwarten von der Politik eine Stärkung der Polizei und effektive Maßnahmen, die diese Situation ändern. Merkwürdigerweise sind die am wenigsten betroffenen Gemeinden in Bayern zu finden…“

Multhaup selbst wohnt seit vielen Jahren in Fröndenberg und sagt sehr klar: „Die Kriminalität hat sich drastisch gesteigert!  Deart viele Einbrüche – und Überfälle – hat es früher nicht gegeben!“

In Dellwig wurde erst  vorletzte Woche eine 40jährige Frau mit ihrem Kleinkind neben sich am hellen Vormittag überfallen – als sie ahnungslos die Haustür öffnete, um mit ihrem Kind das Haus zu verlassen, sah sie sich zwei bewaffneten Räubern gegenüber. Und einer hielt ihr ein Messer an den Hals, um ihr Handy zu erzwingen.

Ob es dieselben Räuber waren wie das Duo vom Überfall auf den Golfclub, ist nicht sicher; die Beschreibung klingt indessen ähnlich.


Einige Kommentare aus unserer Facebook-Community:

 

Thomas Gragen Dort ist doch genug Geld vorhanden.
Warum bucht man keinen Sicherheitsdienst?

Silke Krüger bezweifle nur ganz stark das die ganzen Kameras etwas bringen, wenn ich mir jeden Tag die schlechten Fahnungsfotos im Internet anschaue,sehen die für mich alle gleich aus.

Helmut Brune Wenn der Staat sagt, daß das Problem bekannt ist, er jedoch das Problem nicht bewältigen kann, muß man eben selbst was tun mit Alarmanlagen und videokameras.

Helmut Brune Nur Schade, daß das alles Nötig ist. Es ist ja immerhin nicht gerade billig, solche Kameras.
Eddy Home Ich bin Privatmann und habe 5 4K UHD Kameras mit 7 Tage Aufzeichnung,sowie Alarmanlage und eindeutige Warnhinweise
Und die Kosten wenn man es selbst macht, halten sich im Rahmen

Degirb Gnoleic Helmut Brune Wurde endlich jemand „erkannt“, ist der doch längst über alle Berge und ein „Kollege“ kommt danach 😉

Christiane Kramer Teure Kameras ist ja gut gedacht; jedoch was bringt es?! Es sehen eh alle gleich aus, und sollte man doch einen schnappen, lässt die Polizei sowie Justiz doch alle gleich wieder laufen – zum nächsten Verbrechen! Selbst überwachen (lassen) und sofort was auf die Rübe hauen scheint hier im Land wohl nur noch die einzige Möglichkeit der Selbstverteidigung zu sein! Das spricht sich dann in den Kreisen rum und Ruhe gibt’s (vielleicht)…

Degirb GnoleicGenau, das ist offensichtlich das ganze Problem …. Aber wenn man sich selbst verteidigt ist man selbst noch dran
Tobias Habekost Richtig ist: Die Kriminalitätsrate ist dramatisch gestiegen. Falsch ist: Mehr Polizeipräsenz würde dies verhindern. Wenn jemand maskiert und bewaffnet irgendwo hineinstürmt, so ist das zunächst nicht durch mehr Polizeikräfte zu verhindern. Daß die Polizei allerdings recht lange braucht, um vor Ort zu erscheinen, ist „suboptimal“. Wie auch wir Privatleute, hat sich der Club entsprechend auf eigene Kosten zu schützen.
Andreas Rosier Wohl wahr, was nützt die Einbrecher Radar Meldung, wenn man weiß, dass die Einbruch zahlen steigen, aber man kein Geld hat, etwas zu ändern oder zu verbessern 
Andre Sander Ich habe schon vor Jahren an das Innenministerium und an den Kreis Dezernent geschrieben. Das Innenministerium sagte mir, das es genug Polizei gibt, aber auch die Zahlen der Auszubildenden über die Jahre aufgestockt wird. Das Problem sind allerdings die abbrechen wegen nicht Eignung oder wegen der Einsicht, sich für wenig Geld und Schutz durch Gesetze verheizten zu lassen. Der Kreis Dezernent sagte mir, das die Kreisbehörde die für die Besetzung der Wachen zuständig ist. Die Kreisbehörde sagt, das der Kreis die Stellen begrenzt. Was will man da sagen?
Edu Hart Also bitte, wenn die ganzen Polizisten dafür eingesetzt werden für Sicherheit zu sorgen wer soll denn dann den blitzer-marathon ausführen. Ich bitte daher um Verständnis.
Andre Sander Stimmt auch schon wieder. Obwohl, den Blitzer Marathon kann man ja privatisieren.

Kommentare (2)

  • Dagobert

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    Ich habe vor Jahren Golf aufgegeben, seitdem liegen die Schläger unter dem Bett und warten auf ungebetene Gäste. Seit ich den Schießsport für mich entdeckt habe, hat mein persönliches Sicherheitsgefühl erheblich zugenommen.

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  • Helmut Brune

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    Wenn der Staat sagt, daß das Problem bekannt ist, er jedoch das Problem nicht bewältigen kann, muß man eben selbst was tun mit Alarmanlagen und videokameras.

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