Rundblick-Unna » Geräuschvolles Stühlerücken: Gleich 2 SPD-Vorstände bilden sich neu

Geräuschvolles Stühlerücken: Gleich 2 SPD-Vorstände bilden sich neu

Helau und Alaaf, ist man beinahe versucht auszurufen, denn ausgerechnet am morgigen 11. 11. – zum Start in die jecke Jahreszeit – wählt der SPD-Ortsverein Mühlhausen-Uelzen seinen Vorstand neu. Aus Sozialdemokratensicht ist das allerdings alles andere als zum Lachen, denn Vorsitzender Frank Artmeier wirft nach nur einer „Amtszeit“ an der Spitze der Doppeldorfgenossen schon wieder hin.

Frank Artmeier

Wie bereits berichtet, hatte Artmeier (im Bild oben) wegen der „Causa Risadelli“ – Fraktionschef Volker Königs eigenmächtige Kündigung der früheren Fraktionsgeschaftsführerin Bärbel Risadelli – seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur sowie seinen Parteiaustritt erklärt. Der Kündigungsstreit selbst ist auch fast ein Jahr nach Risadellis Rauswurf weiterhin nicht entschieden. Die Anwälte bereiten gerade die nächste Runde vor, da Bärbel Risadelli einem Vergleich nicht zugestimmt und Königs eigenmächtige Kündigung nicht akzeptiert hat. Die  fristlose „Freisetzung“ der damals 59jährigen Büroleiterin der Unnaer SPD-Fraktion jährt sich heute in einer Woche (17. 11.) zum ersten Mal.

Zwei Tage vorher, am Dienstag (15. 11.), wählt auch der größte SPD-Ortsverein Unna-Oberstadt ein neues Leitungsteam – und auch diese Vorstandsneuwahlen sind von der „Causa Risadelli“ überschattet: Die langjährige Vorsitzende Ingrid Kroll erklärte bereits vor einem Jahr mit sehr harten, deutlichen Worten, dass sie bei den nächsten turnusmäßigen Wahlen nicht wieder für ein Vorstandsamt zur Verfügung stehen werde.

Ingrid Kroll Neu

Als Grund nannte sie den Zustand von Partei und Fraktion und den persönlichen Umgang miteiander. Ingrid Kroll sprach von heftigen Differenzen bis hin zu tiefgreifenden persönlichen Anfeindungen, denen sie sich ausgesetzt sieht und denen sie sich nicht mehr weiter aussetzen möchte. (http://rundblick-unna.de/tiefgreifende-zerwuerfnisse-und-persoenliche-anfeindungen-ingrid-kroll-gibt-vorsitz-der-oberstadt-spd-im-herbst-2016-auf/)

maggie-strathoff-1

Auch ihre Stellvertreterin Margarethe Strathoff kandidiert nicht wieder. Sie zeigte sich im Vorfeld entsetzt über persönliche öffentliche Anfeindungen ihres Noch-Mitstellvertreters Ralph Bürger, der bei der Zusammensetzung des künftigen Vorstandes ebenfalls nicht mehr berücksichtigt werden soll. (http://rundblick-unna.de/nur-eigene-politische-vorteile-und-eitelkeiten-spd-oberstadt-vize-maggie-strathoff-wirft-hin/)

 

 

 

Kommentare (4)

  • fürst

    |

    Einige zeigen wenigstens SPD-untypisches Rückgrat.

    Antworten

  • Helmut Brune

    |

    Gleich zu Anfang der Causa Risadelli war es mir schon Bewußt, welchen Schaden die unüberlegte Handlung des Volker König der SPD zufügen wird. Das Bewahrheitet sich jetzt. Menschen, die ich zum Teil auch persönlich kenne und von denen ich weiß, daß sie ihr Herz und ihre Seele in ihre Parteiarbeit gesteckt haben, treten jetzt zurück. Ich hoffe, daß Donald Trump etwas Besseres für die Welt tut, als Volker König für Unna getan hat.

    Antworten

  • Christel

    |

    Tja, die guten gehen und der Verursacher bleibt. Was soll man dazu sagen. Wie so oft. Leute mit Rückgrat wollen nicht weiter in so einem Klima bleiben und gehen freiwillig. Der Rest bleibt, weil er vom Chef profitiert oder auf das Taschengeld angewiesen ist.
    Traurig! Und solche Leute wollen die Interessen der Bürger und Arbeitnehmer vertreten ?!? Das dieser Fraktionschef noch im Amt ist, ist unfassbar. Er scheint den Segen des Bürgeemeisters zu haben. Eigentlich kennt man bei solchen Beschädigungen, das ein Rücktritt nahegelegt wird……dem der Verursacher in der Regel nachkommt……

    Antworten

  • Margarethe Strathoff

    |

    Es geht mir persönlich sehr nahe, dass ein Herr Frank Artmeier sogar aus der SPD austreten wird. Wir mögen uns streiten und auch intern auseinander setzen, aber dieses Zerwürfnis ist bitterlich und wahrlich ungerecht. Viele liebe Menschen fragten mich warum? Ganz einfach : Ich akzeptiere Abstimmungen, Mehrheiten, nur keine Falschheit! ! Ehrenamt heißt nicht, dass ich meine Werte oder meine Selbstbestimmung für irgendeinen Vorteil aufgebe. Soviel kann ich leider nicht essen. …

    Antworten

Kommentieren