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Gemeindegebäude und zunehmend Kirchen dienen als Flüchtlingsquartiere

Gemeindegebäude dienen auch im Kirchenkreis Unna schon vielfach als Flüchtlingsunterkünfte. Jetzt soll unweit in Arnsberg die erste Kirche in Südwestfalen entsprechend umgenutzt werden. Die Erlöserkirche in der Stadt des Regierungssitzes ist bereits entwidmet. Das heißt: Kreuz, Taufbecken und Kerzen wurden im Rahmen eines Gottesdienstes aus der Kirche entfernt.

Statt dessen ziehen Feldbetten in das kirchliche Gemäuer ein. Damit das Gemeindeleben gleichwohl wie gewohnt fortgesetzt werden kann, soll eine zweite Kirche für rund eine halbe Million Euro umgebaut werden.

In Unna hat der katholische Pastoralverbund der Stadt verschiedene Pfarrhäuser angeboten (wir berichteten). Dies geschah vorsorglich, für den Fall, dass der Kreisstadt – zusätzlich zur Landessstelle in Unna-Massen – künftig auch Flüchtlinge für die stadtweite Unterbringung zugewiesen werden. Bisher ist das nicht der Fall. Die Landesstelle steht vor ihrer baulichen Erweiterung von bisher höchstens 800 auf dann 1500 Plätze und soll, so ist der Wunsch des Landrates, dauerhaft wieder als Unterbringung für Zuwanderer dienen. Die Ankündigung Michael Makiolla beim SPD-Neujahrsempfang, er wolle mit der Landesregierung entsprechende Gespräche führen, kam überraschend.

Der Evangelische Kirchenkreis Unna hat sein Tagungshaus „Oase“ Stentrop (im Bild) an die Stadt Fröndenberg, die es ab Frühjahr (geplante Übergabe: 1. März) als Flüchtlingsunterkunft nutzen will. Superintendent Hans-Martin Böcker erklärte bei der Bekanntgabe des Verkaufs an die Ruhrstadt: „Wir sind sehr froh, so eine gute Lösung für dieses Haus gefunden zu haben. 61 Jahre lang diente es als Herberge für Menschen. Nun dient es als Zuflucht für Menschen, die in Not sind.“

Kirchen dienen im Kirchenkreis derzeit noch nicht als Unterkünfte. Es gebe, so sagte uns Diakon Dietrich Schneider heute, bisher auch keine Anfrage seitens einer Kommune.

Kommentare (5)

  • petter Uhlenbusch

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    …“so ist der Wunsch des Landrates, dauerhaft wieder als Unterbringung für Zuwanderer dienen…“
    „Die Ankündigung Michael Makiolla beim SPD-Neujahrsempfang, er wolle mit der Landesregierung entsprechende Gespräche führen, kam überraschend.“

    Wie darf man das verstehen? Wieder einmal Herr Makiolla in vorauseilendem Gehorsam? Ich denke da haben ja auch andere noch mitzureden. Wie z.B. die UNI in Massen, die man mit anderen Voraussetzungen hergeholt hat. Und auch die Bürger, zumindest in Massen, sollten dazu befragt werden. Was maßt sich Herr Makiolla an, über die Bürger in Unna hinweg, solche Anträge zu stellen?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      @petter Uhlenbusch, der Landrat formulierte es als „Wunsch“ und kündigte an, Gespräche mit der Landesmutter führen zu wollen. Die momentane Vereinbarung zwischen der Stadt Unna und dem Land NRW begrenzt die Nutzung bis 2024, das ist richtig.

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      • petter Uhlenbusch

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        Ja, ist schon klar. Aber war der Wunsch das „Lager“ für immer dicht zu machen, vor Jahren nicht parteiübergreifend da? Warum auf einmal diese überraschende Kehrtwende? Alles nur aus Selbstlosigkeit? Oder aus Profilsucht? Wie genau partizipieren die Unnaer Bürger davon? Wenn überhaupt.

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        • Rundblick Unna via Facebook

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          Immerhin dadurch, dass die der Landesstelle Zugewiesenen der Stadt Unna auf ihr Flüchtlingskontingent angerechnet werden, petter Uhlenbusch.

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  • Maria Meier

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    Zitat Pastoralverbund Unna
    Mit Beginn des neuen Jahres gibt es auch eine neue Perspektive für das ehemalige Pfarrhaus der St. Martinsgemeinde. In Trägerschaft des Caritasverbandes für den Kreis Unna wird dort eine Wohngruppe von 8-10 minderjährig unbegleiteten Flüchtlingen eingerichtet. Wir freuen uns, dass die in den vergangenen Wochen geführten Verhandlungen durch die jetzt vorliegende Genehmigung des Landschaftsverbandes zu diesem positiven Ergebnis geführt haben.

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