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Geld aus Kirchensteuer, Rettungsschirm: Ev. Kirche sichert ihre Kitas

„Übergang in hoffnungsvolle Zukunft“, titelt der Ev. Kirchenkreis Unna diese aktuelle Pressemitteilung vom frühen Abend. Die Ev. Kitas sind finanziell gesichert. So lautete der Beschluss auf der Sommersynode am heutigen Mittwoch in Kamen.

Handlungsbedarf bestand aufgrund der sich seit 4 Jahren verschärfende Finanzsituation der Kitas. 

„Kirchenkreis oder Gemeinden als Träger legen jährlich drauf“, betont der Kirchenkreis in seiner aktuellen Mitteilung vom frühen Abend. „Im laufenden Kindergartenjahr
steht im Haushalt ein Defizit von 650.000 Euro. Auch in den kommenden Jahren werden, wenn es denn weitergeht wie bisher, ca. 350.000 Euro aus Kirchensteuern in die Arbeit fließen.“

Das sei eine Folge der Schere zwischen den steigenden Kosten und den langsamer steigenden Landesmitteln.

Synode 2

Hermann Schiefer stellt das Zukunftskonzept vor.


Was bedeutet das?

– Alle Einrichtungen werden bis zum Kindergartenjahr 2018/19 in bestehendem Umfang weitergeführt. Die Kosten, die das Land nicht trägt, zahlt der Ev. Kirchenkreis.  Gedeckt wird das durch ein erwartetes Plus bei der Kirchensteuer.

–  1,3 Mio. Euro gibt der Kirchenkreis in diesen drei Jahren in die Finanzierung der Kita-Arbeit, so der Beschluss der Synode. Zuusätzlich zum regulären gesetzlichen
Trägeranteil von jährlich etwa 1 Mio..

– Für die Zeit danach entsteht im nächsten Jahr ein Perspektivkonzept. Der Fachausschuss für Kindertagesstätten soll insbesondere ein Finanzkonzept erarbeiten. Denn es bleibt erklärtes Ziel der Mitglieder der Synode, die Kindergartenarbeit auch in der Breite und Vielfalt zu erhalten.

– Große Hoffnung setzt der Ev. Kirchenkreis, wie die anderen Träger  auch, auf die Novellierung des Kibiz (Kinderbildungsgesetz NRW), das für 2019 erwartet wird.

Die Kirchenleitung in Bielefeld wird aufgefordert, beim Land nachhaltige Maßnahmen für eine kostendeckenden Finanzierung und qualitative Sicherung zu fordern. Außerdem soll die Landeskirche einen Rettungsschirn für bedrohte Einrichtungen spannen.

Das Interesse an der Diskussion sei groß gewesen, schreibt der Kirchenkreis abschließend: Neben den 120 Synodalen waren viele Mitarbeitenden aus den 26 Kitas im Gemeindehaus Schwesterngang in Kamen zu Gast

Im Evangelischen Kirchenkreis werden 26 Einrichtungen betrieben, 20 davon unter dem Dach des kreiskirchlichen Kindergartenwerkes, die anderen in Gemeindeträgerschaft (Bergkamen, Kamen, Methler, Heeren-Werve). Acht Einrichtungen werden als Familienzentrum geführt. Im laufenden Kindergartenjahr werden insgesamt 1.609 Kinder betreut, 307 davon unter drei Jahre. 274 Mitarbeitende sind beim Kirchenkreis beschäftigt, weitere 30 in den Gemeinden.

Foto 0ben:  Superintendent Hans-Martin Böcker vor der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Unna, die sich in Kamen um die Zukunft der Kitas kümmerte.

Bildrechte liegen beim Ev. Kirchenkreis Unna.

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