Rundblick-Unna » „Gaunerzinken“ aus Profihand… ausgerechnet in „Einbrechers Lieblingsviertel“ der vorigen Woche…

„Gaunerzinken“ aus Profihand… ausgerechnet in „Einbrechers Lieblingsviertel“ der vorigen Woche…

Zwei Einbrüche an der Graf-von-Galen-Straße, ein weiterer an der Von-Stauffenberg-Straße, zuvor einer an der Paul-Löbe-Straße – alle geballt in anderthalb Wochen und steinwurfnah beieinander am Mühlenberg in Fröndenberg. Und plötzlich prangen haargenau dort an der Paul-Löbe-Straße am Mühlenberg seltsame Zeichen an den Bäumen: Striche oder Haken, mit blauer Farbe offenbar aufgesprüht. Eine Anwohnerin entdeckte die eigenartigen Markierungen im Bereich der Paul-Löbe-Straße 10 bis 20 und reagierte aufgeschreckt: „Sind das etwa Gaunerzinken…?!“

Mit „Gaunerzinken“ (wir berichteten schon mehrfach darüber) markieren organisierte Einbrecherbanden gerne ihre zuvor ausgespähten Einbruchsziele und geben sich dadurch Hinweise darauf, ob sich ein Einbruch lohnt oder ob die Kollegen besser die Finger von dem Wohnhaus lassen sollten, vor dem oder an dem die Markierung angebracht ist.

Jedes Zeichen hat eine bestimmte Bedeutung: „Hier gibt´s Geld“, „Älterer Bewohner“, „Vorsicht – bissiger Hund“, „Nichts zu holen“ – solche wie die beiden letztgenannten Zeichen sollte man z. B. gerade stehen lassen, rät die Polizei naheliegend, „positive“ Randbemerkungen der Gauner hingegen: sofort weg damit.

Gaunerzinken an Bäumen  (1)

Soviel zu den Zinken, bezüglich derer es für den Mühlenberg zunächst mal Entwarnung gibt. Die blauen Zeichen an den Bäumen sind harmlos. „Sie sind von den Stadtwerken dort angebracht“, rmeldete Detlef Penzek von der Stadt Fröndenberg auf unsere Anfrage, „sie geben an, an welchen Bäumen welche Pflege durchgeführt werden soll.“ Ironie des Zusammentreffens, dass diese Zeichen – die irgendwie tatsächlich an Gaunerzinken erinnern -ausgerechnet in der Woche an Mühlenberg-Bäumen prangen, in der der Mühlenberg von einer kleinen Einbruchsserie heimgesucht wurde…

Zu Gaunerzinken generell noch: Nach Erfahrungen der Polizei werden diese Zeichen meist mit Kreide (und nicht mit Sprühfarbe) an Laternenmasten, Zäunen oder tatsächlich auch Bäumen angebracht. Es gab aber auch schon Fälle, in denen Bürger verdächtige Markierungen an Fahrzeugen entdeckten: Ein Rundblick-Leser aus Königsborn meldete vor ca. zwei Monaten einen merkwürdigen dicken weißen Strich am Außenspiegel seines Pkw.

Bei solchen vereinzelten Zeichen kann es sich generell immer um den „Geheimcode“ einbrechender Banden handeln, weshalb es immer klug ist, sie unverzüglich zu entfernen.

Eine Auswahl „gängiger“ Gaunerzinken (es gibt eine Vielzahl von weiteren):

Gaunerzinken

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