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Für mehr Sicherheit: Kreis prüft Radwege in Howi, Fröndenberg und Bönen

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern steigt, der Kreis will gegenlenken und plant Sonderverkehrsschauen. Gestartet wurde in Holzwickede. Fröndenberg und Bönen sollen folgen.

Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen beschäftigt sich kritisch mit sog. „Zweirichtungs-Radwegen“. Mit den aktuellen Unfallzahlen Anlass genug für den Kreis, die Einmündungsbereiche dieser Radwege im Zuständigkeitsbereich – also in Bönen, Holzwickede und Fröndenberg – genauer unter die Lupe zu nehmen.

Holzwickede stand zuerst auf dem Programm: die Zweirichtungs-Radwege entlang der Chaussee, der Sölder Straße, der Friedrich-Ebert-Straße und am Oelpfad. Die Kommission entschied, dass die gesetzliche Mindestsicherung z. B. durch eine Furtmarkierung und das Verkehrszeichen „Radfahrer kreuzen“ ergänzt werden müssen.

„Weil es nicht überall eine ausreichende Sicht auf den von rechts kommenden Radverkehr gibt, wird in diesen Einmündungen nun die Furtmarkierung als optisches Signal rot eingefärbt“, erläutert Michael Arnold von der Straßenverkehrsbehörde beim Kreis.

Vorfahrtsrecht im Einmündungsbereich wird verschärft

An der Einmündung Massener Straße/Oelpfad wird sogar das Vorfahrtsrecht verschärft. Hier schränkt eine Brücke die Sicht auf den Radverkehr von rechts dermaßen ein, dass der einbiegende Verkehr künftig durch das Verkehrszeichen „Halt, Vorfahrt gewähren“ zum Stopp gezwungen wird.

Regeln allein reichen aber nicht aus. „Augen auf“ und „Rücksicht nehmen“ sind zwei Dinge, mit denen jeder Verkehrsteilnehmer (s)einen persönlichen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten kann. Michael Arnold appelliert deshalb an alle Radfahrer, in den Einmündungsbereichen trotz eines Vorfahrtsrechtes immer Vorsicht walten zu lassen.

Radfahrer bremsen nicht ab – Autos auch nicht

Aus gutem Grund: Nach der Studie des Bundesamtes werden nur 25 Prozent der Radler, die in der linken Fahrtrichtung auf einem Radweg unterwegs sind, langsamer, wenn sie einen Einmündungsbereich überfahren. Das kann schlimme Folgen haben, denn die Forschung sagt ebenfalls, dass nur 20 Prozent der rechts einbiegenden Fahrzeuge vor der Radverkehrsfurt bremsen oder anhalten.

Übrigens: Nicht als Zweirichtungs-Radwege ausgewiesene Bereiche wie z.B. entlang der Stehfenstraße wurden keiner Prüfung unterzogen. Fahren in Gegenrichtung war und ist hier schlicht verboten. In Fahrtrichtung Nordstraße gehören Radfahrer sowieso auf die Straße.

Kommentare (7)

  • Birgit Schmidt via Facebook

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    wäre sinnvoll auch mal Jahnstrasse/Lünenerstrasse nen vernüftigen Radweg zu erstellen,von Bergkamen runter nach Kamen auf der Strasse kann man auch vorher nen Testament erstellen wenn man da mit dem Rad fahren möchte,für nen Logistikpark hat man Geld,aber nicht für nen vernünftigen Radweg und da ist kein Platzmangel neben der Strasse her bis nach Kamen.Können sich mal von Holland nen Beispiel nehmen wie klasse da überall Radwege angelegt sind,selbst auf Hauptstrassen.

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  • fürst

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    Eine erhöhte Anzahl an Pkw-Unfällen mit Fahrrädern wundert mich gar nicht. Es sind zunehmend mehr Radfahrer/innen unterwegs. Die den Fahrbahnen abgetrotzten Radwege (z.B. Massener Straße, Hertinger Straße) stellen zudem eine erhöhte Unfallgefahr dar; weit rechts vor einem fahrende Fahrzeuge versperren den Weitblick nach vorne auf den Radweg. Plötzliches Ausweichen nach links beim Überholen eines Radfahrers, kann für ein rechtzeitiges Ausweichen des Folgewagens zu spät sein. Der forcierte Ausbau von Radwegen läßt mich schon lange vermuten, daß politisch geplant ist, den Pkw-Verkehr zu vermindern. Ein Volk von „Radfahrern“, würde ja auch passen.

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  • Ines Petzold via Facebook

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    „Freue“ mich schon wieder auf die Zeit, wenn die „Herren in Strumpfhosen“ galant über die Strasse jagen als wenn sie bei der TdF waeren. Zumal keiner von denen überhaupt zu wissen scheint was ein Radweg ist, geschweige denn diesen nutzt, wenn er vorhanden ist!

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    • fürst

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      Was bei Jugendlich noch toll aussehen kann, ist bei den Älteren/Uralten nur noch lächerlich.

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