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Frust über Nullnummer – kein Cent für Straßenausbau im Kreis Unna

Von satten 2,7 Mrd. Euro fließen – oder besser: tröpfeln – nur 128 Millionen ins bevölkerungs- und wirtschaftlich stärkste Bundesland NRW.  „Das sind gerade einmal 4,7 Prozent“, legt die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund heute in ihrem Frust über das Milliarden-Straßeninvestionspaket des Bundes nach. Die IHK-Region mit Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna geht komplett leer aus (wir berichteten gestern). Somit bleibt auch der dringend nötige B236-Ausbau bis zur A1 weiter Zukunftsmusik.

„Wieder einmal müssen wir feststellen, dass andere Regionen in Deutschland – dazu zählen in erster Linie Bayern und Baden-Württemberg – den Großteil der zur Verfügung stehenden Mittel abschöpfen“, kritisiert der stellv. IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. Die von Minister Dobrindt vorgelegte Liste sei besonders ungerecht, da NRW im Vergleich zu anderen Bundesländern die wirtschaftsstärkste Region sei. „16 Prozent der deutschen Exportgüter haben ihren Ursprung in NRW; 22,5 Prozent der deutschen Importe haben das Ziel NRW“, betont Schreiber. „NRW ist Ziel und Quelle von Verkehren. Gelder für die Straßeninfrastruktur sollten dort eingesetzt werden, wo der größte volkswirtschaftliche Nutzen erzielt wird.“

Zudem lasse die Transparenz bei der Vergabe der Mittel zu wünschen übrig. „Damit wären dann vielleicht auch dringend notwendige Lückenschlüsse finanziert worden – wie der Ausbau B236 von der Stadtgrenze Dortmund/Schwerte bis zur A1.“ Das Planfeststellungsverfahren hierfür sei weit fortgeschritten.

(Bildquelle: IHK zu Dortmund)

Kommentare (11)

  • Sigrid Degner-Schulte via Facebook

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    ………aber Geld für Fachkräfte ist da.

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  • Elke Schmidt

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    Liegt vielleicht daran, dass Dobrindt CDU/CSU ist, so wie Bayern und Baden-Württemberg auch. Und NRW mit Unna und Dortmund ist SPD geführt.
    Glaubt in dieser Republik noch jemand an sachliche Entscheidungen ?!?

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  • Sibylle Weber via Facebook

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    Das liegt daran, dass NRW es versemmelt hat, Projekte vorzubereiten, die jetzt mit diesen Mitteln umgesetzt werden können. In etlichen anderen Bundesländern war man da erheblich schlauer. Und das nicht zum ersten Mal. Leider.

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  • Stefan Werner

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    Hallo Frau Weber,

    nein, das liegt daran daß zusätzlich zu unserer schlechten rot-grünen NRW Verkehrspolitik einige bayerische Hinterwäldler nur an StrassenNEUBAU aber nicht an den viel wichtigeren StrassenERHALT denken.

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  • Stefan Werner

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    Innere Sicherheit, Schulpolitik ja. Ansonsten leben die da unten aber recht gut von Agrar- und Solarenergiesubventionen, Staatsaufträgen für Rüstungs, Luft- und Raumfahrtindustrie, Angeberkarrenproduktion (ach so, sind ja meist Firmenwagen), alles gut subventioniert vom gesamtdeutschen Steuerzahler. Alleine würde die Bayern in der Bedeutungslosigkeit versinken.
    Selbst wenn morgen alle Bauprojekte dort ihren ersten Spatenstich haben, wird es Jahre dauern bis die Projekte fertig sind. Bis dahin schreitet der Verfall fort. Ich sehe den Blödsinn unserer Verkehrspolitik jeden Tag als Vielfahrer auf deutschen Autobahnen und sonstigen Strassen und habe auch den Vergleich mit unseren Nachbarländern. Kein Konzept in der BRD für die Herausforderungen der Zukunft, immer nur weiter so, wie man es immer gemacht hat. Noch mehr Strassen, mehr Verkehr, mehr Dauerstau, mehr LKW, mehr Strassen, deren Instandhaltung keiner mehr bezahlen kann. Sorry, aber das ist unterirdisch, Modifikation funktionierender Punktesysteme, Nostalgienummernschilder und ausländerfeindliche „Deppenmaut“ können da nicht mehr drüber hinweg täuschen. Und vieles was von und nach Bayern gefahren wird, muss auch über NRW-Strassen! Das vergisst der gute Herr Dobrindt!

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  • Stefan Werner

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    Den Schuh können sich in NRW dann alle etablierten Parten anziehen, Sozis, Grüne, FDP, CDU – alle schon mal an der Macht gewesen und nix geschafft!
    Abgesehen davon brauchte Bayern auch nichts strukturwandeln, ausser der Maxhütte und dem Pechkohlenbergwerk am Hohen Peissenberg war da nichts!

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  • Stefan Werner

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    Genau, immer noch nichts! Die Maxhütte kokelt weiter auf schwachem Niveau in der fränkischen Ödnis vor sich hin und das Bergwerk ist einem winzigen Museum gewichen. In solchen einsamen Gegenden hilft auch kein Autobahnneubau. Und, um auf das Kernthema zurückzukommen, Stellenabbau beim Landesbetrieb Strassen NRW hat schon Oliver Wittke (CDU) betrieben, das Problem hat also nicht nur mit rot-grünen Versäumnissen zu tun…

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