Rundblick-Unna » Fröndenbergs neue „Knöllchentante“ drückt auch mal ein Auge zu

Fröndenbergs neue „Knöllchentante“ drückt auch mal ein Auge zu

Parkscheibe vergessen – prompt prangt das Knöllchen hinterm Wischer. Der eilige Fröndenberer Kunde ist not amused. Seit zwei Wochen hat die Ruhrstadt nach längerer Vakanz wieder einen Ordnungsdienst für den „ruhenden Verkehr“. Und diese beiden Damen ziehen bevorzugt samstags los. Zur besten Einkaufszeit.

Nicht eben zur hellen Freude der zuweilen überrumpelten Kundschaft, die vor der Ladenzeile an der Winschotener Straße (Rossmann) häufig gar nicht (mehr) präsent hat(te), dass dort Parkscheibe Pflicht ist. Eine Stunde Parkzeit, nachzuweisen mit der blauen Scheibe hinter der Windschutzscheibe.

„Am letzten Wochenende hatte meine Kollegin ziemlich viele Diskussionen“, berichtete die eine der beiden Damen am Samstag bei einem entspannten Plausch zwischen den parkenden Wagen. Ziemlich lange wurde in Fröndenberg eben nicht mehr kontrolliert, und da riss offenbar eine gewisse Disziplinlosigkeit ein.

Parken 1 Stunden Aldi Unna

Eine Stunde Parkhöchstdauer gilt vor Aldi, nebenan vor Rossmann etc. sind zwei Stunden erlaubt.


 

Die freundliche Stadtbedienstete, die sich augenzwinkernd selbst „Knöllchentante von Fröndenberg“ nennt, ist frisch auf 400-Euro-Basis als Ordnungshüterin eingestiegen. Die 7,5 Stunden wöchentlich versuchen die beiden Kolleginnen gleichmäßig auf die Wochentage aufzuteilen, behalten dabei natürlich besonders die Stoßzeiten im Blick wie eben den Samstagvormittag – Einkaufszeit – in der City.

„Ich versuche dabei immer, kulant zu sein, und drücke auch mal ein Auge zu“, berichtet die sympathische 52Jährige, die bei ihrer Kontrolltour mit dem Klemmbrett bereits von Weitem zu erkennen ist: Sie trägt die offizielle dunkelblaue Jacke „Ordnungsamt Fröndenberg/Ruhr“.

Die Kollegin hatte am vorigen Samstag eine Regenjacke drübergezogen, berichtet die Ordnungsbedienstete. „Daraufhin haben sofort einige Autofahrer kritisiert, dass sie sich kenntlich zu machen habe.“

Parken Ordnungsdienst Frö Knöllchen

„Mal ein Auge zuzudrücken“ bedeutet für die neue „Knöllchentante“, dass sie z. B. nicht sofort eifrig den Schreibblock zückt, wenn ein Parkender die Stundenfrist mal um eine Viertelstunde überschritten hat. Während unseres entspannten Plauschs an diesem Samstag überschreitet der Nebenparker die Zeit inzwischen schon um eine halbe Stunde. „Ich hoffe immer noch, dass er oder sie gleich zurückkehrt“, sagt die Ordnungswächterin. Maß zu halten hält sie allein aus pragmatischen Gründen für wichtig. „Wenn sich herumspricht, dass die Stadt Fröndenberg ihre Parkenden mit Knöllchenhagel überzieht, kommt ja keiner mehr zum Einkaufen in die Stadt. Gerade Auswärtige schreckt es ja nur ab, wenn sie hier zum ersten Mal in die Stadt kommen und direkt ein Knöllchen kassieren.“

Das kassiert man schon, wenn man die Zeit um Stunden überschreitet oder einfach gar keine Parkscheibe auslegt, man fängt sich aber eben noch keine Verwarnungsgeld bei den berühmten 5 Minuten ein. In Hagen ist das anders, weiß die Stadtbedienstete. „Dort gilt 7-Minuten-Kulanz. Alles, was drüber ist, wird rigoros geahndet. Sowas wollen wir hier nicht.“

Deshalb seien die Gespräche mit erwischten Parksündern bisher auch durchweg freundlich und verständig verlaufen – „die meisten ärgern sich ja letztlich über ihre eigene Schusseligkeit“, weiß die 52Jährige, die selbst seit einigen Jahren in Fröndenberg wohnt und die Zustände in der Großstadt aus eigenem Erleben kennt. Deshalb wollen die freundlichen „Knöllchentanten“ auch weiterhin mit Augenmaß und Pragmatismus ihre „erzieherische Tätigkeit“ wahrnehmen, denn nichts anderes als eine erzieherische Maßnahme sei die Überwachung schließlich; sagt die Parkplatzüberwacherin.

Für die Stadt Fröndenberg ist diese Erziehung natürlich auch einträglich.: In den ersten Wochen haben die beiden Ordnungsdamen „überraschend viele Parkverstöße ahnnden müssen“.

Schon zum Vormerken für alle „Taxi Mama“-Fahrerinnen und -Fahrer: Neben den Samstagen wird ab Mittwoch übernächter Woche, wenn die Schule wieder beginnt, verstärkt die Situation an der Gesamtschule Im Wiesengrund unter die Lupe genommen.


Hund auf Motorrad I

 Übrigens gilt auch für Motorräder die Parkscheibenpflicht. Der ADAC schreibt dazu Folgendes:

Es gibt auch hier grundsätzlich keine Ausnahme für Motorradfahrer, trotz der vorhandenen Anbringungsprobleme. Am einfachsten ist es daher, einen gültigen Parkschein mittels Klebeband an Scheinwerfer oder Verkleidung anzubringen. Falls vorhanden sollte man aber unbedingt den Kontrollabschnitt als Beweismittel aufbewahren.
Sofern es sich um eine per Parkflächenmarkierung auf PKW-Größe ausgewiesene Parklücke handelt, gibt es keinen „Platzsparbonus“, d.h. jedes innerhalb einer Parkscheinzone abgestellte Motorrad benötigt einen eigenen Parkschein.

Kommentieren